Web-Notizen von Stefan Hinker SPARC, Solaris, Performance und der ganze Rest

Dienstag Jun 30, 2009

Gestern habe ich mittels LiveUpgrade meinen Laptop von SNV103 auf SNV115 (genauer: Solaris Express Community Edition) gebracht.  Hat gut funktioniert, nach einem kleinen Bugfix fuer den SunRay Server ging alles - bis ich zum ersten Mal drucken wollte.  Bisher, also von build 53 bis einschl. 103, hatte ich das gute alte Solaris lpd-System verwendet - einschliesslich Plug&Play USB-Drucker hat das super funktioniert.  Die pragmatische Loesung jetzt: Umstellen auf CUPS und Neueintragen der Drucker.  Die Umstellung geht mit einem Kommando:  print-service -s cups. Dannach ist die CUPS Verwaltung unter http://localhost:631/ erreichbar.

Montag Jun 29, 2009

Am Anfang war es nur der Apache, inzwischen unterstuetzen immer mehr Web- und Applicationserver die PKCS#11-Schnittstelle und damit auch die Hardwareunterstuetzung der SSL-Operationen auf UltraSPARC T2 CPUs.  Wie dies mit Websphere richtig konfiguriert wird, ist nun in einem neuen Blueprint kurz, knapp aber anschaulich beschrieben - einschl. einer kleinen Messung der Geschwindigkeitsgewinne.

Freitag Jun 19, 2009

Die Leistungsfaehigkeit der 8 Crypto-Beschleuniger im UltraSPARC T2 Prozessor ist enorm, leider ist es teilweise immer noch recht aufwendig, sie zu nutzen. Mit dem Update 7 Release fuer Solaris 10 (Solaris 10 5/09) gibt es hier Fortschritte: Aus dem "What's New" (Seite 11) geht hervor, dass die SunSSH, die Sun-Implementierung der SSH mitsamt dem Abkoemmling scp jetzt die Hardware-Beschleunigung unterstuetzt.  Und sie erreicht damit recht gute Werte.  Ein weiterer Grund, einen Upgrade zu machen - und Systeme der T-Serie entsprechend zu konfigurieren.  Jan Pechanec hat die entsprechenden Aenderungen recht ausfuehrlich beschrieben.

Im April hatte ich ja schon gesagt, dass es fuer das doch recht langwierige Patchen von Zonen Licht am Ende des Tunnels gibt.  Jetzt sind wir durch diesen Tunnel durch - sozusagen im vollen Sonnenschein :-)  Mit dem Patch Nr. 119254-66 bzw. 11255-66 wird patchadd parallelisiert.  Der Grad der Parallelitaet ist in  /etc/patch/pdo.conf konfigurierbar, haengt jedoch auch von der Anzahl der tatsaechlich verfuegbaren CPUs ab.  Wie gross die Zeitgewinne sind, haengt natuerlich auch von der Leistungsfaehigkeit des IO-Subsystems ab.  Aber das ist ja nichts Neues, und wurde bezogen auf paralleles Patchen von Jeff Victor bereits beschrieben.  Dennoch - die Zeitgewinne sind erheblich, und Solaris ist wieder ein Stueckchen besser geworden.

Dienstag Jun 02, 2009

Ich beschaeftige mich Tag ein, Tag aus mit "Performance".  Und stosse dabei immer wieder auf das Phaenomen, dass eigentlich gar nicht klar ist, was damit gemeint ist.  Kunden sagen "Das System ist zu langsam".  Aber sie koenne nicht genau beschreiben, was "zu langsam" eigentlich bedeutet oder wie schnell "schnell genug" waere.  Immer wieder erlaeutere ich den Unterschied zwischen Durchsatz und Latenz, und immer wieder treffe ich auf Situationen, in denen die tatsaechlichen Anforderungen an Durchsatz und Latenz nicht oder nicht ausreichend genau definiert sind.


Mein liebstes Beispiel zur Veranschaulichung sind Autos, wohl weil die allermeisten ein Auto im weistesten Sinne kennen.  Klar ist ein Porsche ein schnelles Auto.  Und schnell sollen Autos ja sein.  Warum nur gibt es dann auch Kombis, Lieferwagen, LKWs?  Doch sicher nicht, weil der LKW-Fahrer es einfach lieber etwas gemaechlicher hat.  Und wie ist das mit der Performance von Autos?  Messe ich die an der hoechsten zulaessigen Motor-Umdrehungszahl, oder an der maximal erreichbaren Geschwindigkeit, an der Anzahl der Sitzplaetze oder am Gewicht der Nutzlast?  Diese Fragen sind genauso gut wie ihre Entsprechung in der Welt der Computersysteme.  Und das wesentliche dabei sind nicht in erster Linie die Antworten, sondern die Fragen!  Erst, wenn ich die Frage kenne, kann ich die Antwort ermitteln, erst dann ist die Antwort ueberhaupt sinnvoll.  Zurueck in der Welt der EDV: Erst wenn ich die Anforderungen an die Leistung eines Systems genau beschrieben habe, kann ich beurteilen, ob und in welchem Masse das System diese Anforderungen erfuellt.  Erst dann wird klar, ob "Leistung" im konkreten Fall Latenz oder Durchsatz bedeutet und in welchem Masse die erforderlichen Resourcen mit in die Rechnung eingehen. Wobei auch hier schon wieder Genauigkeit gefragt ist:  Zwei Systeme moegen unterschiedlich "schnell" sein, was auch immer das im jeweiligen Fall bedeuten mag.  Ob und in wie weit die von diesen Systemen gebrauchten Resourcen, also Strom, Platz, Kuehlung, Geld zur Anschaffung und Administration etc., zur Bewertung herangezogen werden sollen, ist bereits eine zweite Frage.  Die Systeme bleiben, gemaess definierter Kriterien, immer gleich schnell.  Ihre Effizienz ist erst die Antwort auf die zweite Frage!