Main | Next page »  

Freitag Apr 18, 2008

Entscheidungsfreiheit

Heute ist der Eröffnungstag der MySQL User Conference – und aus diesem Anlass möchte ich Ihnen eine Interaktion mit einem Kunden schildern, der ich vor Kurzem beiwohnte und bei der es um die Übernahme von MySQL ging.

Vor einigen Wochen besuchte ich den Chief Information Officer (CIO) einer großen kommerziellen Organisation. Ebenfalls anwesend waren der Chief Technology Officer (CTO), der Chief Information Security Officer (CISO) und eine Reihe weiterer Vertreter aus den zahlreichen Entwicklungsbereichen dieses Unternehmens.

Das Team von Sun hatte den Tag damit verbracht, einen Überblick über die bisherigen gemeinsam erzielten Erfolge zu geben, und präsentierte zum Abschluss eine Produkt-Roadmap. Ich hatte den Eindruck, dass der Tag sehr positiv verlaufen war. Als ich ankam, ging ich daher davon aus, dass ich mich bloß für die gute Zusammenarbeit bedanken und dafür sorgen müsste, dass alle wissen, wie sie mich im Bedarfsfall erreichen.

Zum Zeitpunkt des Treffens hatten wir gerade die Übernahme von MySQL abgeschlossen, was mich dazu veranlasste, gegen Ende des Treffens zu fragen: „Hätten Sie Interesse an einem kurzen Update zu MySQL, dem neuesten Mitglied unserer Familie?“

Der CIO beantwortete meine Frage mit einem klaren: „Wir benutzen nicht MySQL, sondern [Name aus rechtlichen Gründen verschwiegen].“ Der CISO ergänzte noch: „Wir können unsere Entwickler nicht einfach Software aus dem Internet herunterladen lassen, schließlich müssen wir Auflagen und Sicherheitsrichtlinien einhalten.“ Der CTO lächelte. Dem hatte scheinbar niemand etwas hinzuzufügen. Ich entschloss mich daher, es dabei zu belassen. Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Dann meldete sich jedoch ein (äußerst diplomatischer) selbstbewusster Vertriebsmitarbeiter von Sun zu Wort: „Also ... ich habe mich mit einem Bekannten bei MySQL kurzgeschlossen und ihn das mal überprüfen lassen – Ihre Firma hat MySQL im letzten Jahr über 1.300 Mal heruntergeladen.“

Daraufhin herrschte erst einmal betretenes Schweigen, bis einer der Mitarbeiter des internen Entwicklungsteams bemerkte: „Eigentlich benutzen wir alle MySQL. Warum sollen wir uns mit Lizenzvereinbarungen herumschlagen, wenn MySQL alles bietet, was wir brauchen? Wir freuen uns sehr, dass Sun MySQL gekauft hat.“

Abgesehen von dem einen oder anderen betretenen Schweigen haben wir nun eine sehr produktive Beziehung mit diesem Kunden und stellen weltweit kommerziellen Support für die – wie sich herausstellte – beliebteste Datenbank der Entwicklungsabteilung des Kunden zur Verfügung. Die Entwickler des Unternehmens entdecken ständig neue Anwendungsgebiete für MySQL sowie neue Möglichkeiten, auf dem Weg in die Zukunft Zeit und Geld zu sparen.

Und dass ein CIO nicht weiß, wie allgegenwärtig und wertvoll freie Software für sein Unternehmen geworden ist, ist gar nicht so unüblich. Im Gegenteil: Es handelt sich um ein weit verbreitetes Phänomen. Diese Kluft wollen wir langsam aber sicher überbrücken.

Geschäftschancen finden sich überall.

Dasselbe gilt für freie und offene Software.

Und vielleicht geht beides sogar Hand in Hand.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Donnerstag Apr 10, 2008

Jawohl, ich bin einem Aprilscherz auf den Leim gegangen ...

Falls Sie mit eigenen Augen das Aprilscherzvideo sehen möchten, das derzeit bei Sun die Runde macht, haben Sie nun die Gelegenheit dazu:

Vor einigen Tagen teilte meine normalerweise vertrauenswürdige Assistentin mir mit, dass ich zum Mittagessen mit meinem normalerweise vertrauenswürdigen Freund Ted verabredet wäre. Ich begab mich also zu einem normalerweise vertrauenswürdigen Restaurant und ließ mich von der normalerweise vertrauenswürdigen Chefin zu meinem Tisch geleiten. Dass ich dabei an einer ganzen Reihe von Videokameras vorbeikam, fiel mir dummerweise nicht auf. Ted teilte mir mit, dass er über Dan, einen bislang völlig vertrauenswürdigen Kollegen, mit einem Experten in Kontakt treten konnte, den ich unbedingt kennen lernen sollte.

Ted informierte mich darüber, dass dieser aus Los Angeles einfliegende Experte nach einem Unfall Probleme mit dem Sprechen hätte. Besonders interessant ist die fünfte Minute. Da sehe ich zum ersten Mal in meinem Leben, wie jemand aus einer Serviette ein Huhn faltet.

Das Video zeigt jedoch bei weitem nicht alle Vorfälle am Tisch. Die (vor diesen Ereignissen sehr vertrauenswürdigen) Redakteure dieses Films nahmen die gebotene Rücksicht auf ein weltweites Publikum, das nicht an sintflutartiges Sabbern gewohnt ist. Können Sie sich vorstellen, in welch unangenehmer Lage ich mich befand? Eine Kollegin bei Sun sah sich mit mir das ungekürzte Video an, bevor es veröffentlicht wurde. Sie sagte: „Deine Mutter hat dich wirklich gut erzogen – du starrst überhaupt nicht hin.“

Wesentlich manierlicher ging es zu, als ein Schwarm aufblasbarer Quietschedelfine bei Sun einfiel und von rechts nach links vorbeischwamm ... anscheinend hatten sie einen Gesprächstermin bei einem Vertreter ihrer Art, der nun bei uns den Datenbankbereich leitet.

Bill Macgowan hat seinen Job bei Sun übrigens noch.

Er ist zwar Schuld daran, dass ich der wahre poisson d'avril bin (denn Delfine sind bekanntlich keine Fische), und ich werde ihm nie wieder ohne unterschwelliges Misstrauen begegnen ... aber er hat seinen Job noch.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Sonntag Apr 06, 2008

Rücken Sie's raus.

Wie Sie wissen, verfolgt Sun eine nicht immer unumstrittene Strategie im Hinblick auf Open-Source-Software und Mikroprozessoren. Zu diesem Thema finden Sie unzählige Seiten in der Fachpresse und in Chatrooms, und neben dem regen Dialog zum Thema gibt es durchaus auch einige völlig abwegige Theorien.

Vielen von Ihnen war von Anfang an klar, dass diese Debatten kein Nebenprodukt der Strategie waren, sondern vielmehr die Strategie selbst sind: Solange Sie über Sun diskutieren, sprechen Sie nicht über die Konkurrenz. Und dann kaufen Sie ein Rechenzentrum.

Inzwischen haben wir unseren guten Ruf als treibende Kraft für Open Source etabliert, und ich fürchte, die Diskussionen sind vom Tisch. Es herrscht einfach zu viel Vertrauen in das System und zu viel Klarheit über unsere Strategie. Das macht es immer schwieriger, für Wirbel zu sorgen – schließlich können wir nicht ständig eine Milliarde Dollar ausgeben oder unser Tickersymbol ändern, nur um in die Schlagzeilen zu kommen. Sie verstehen, was ich meine ...

Aus diesem Grund enthülle ich heute das zweite Kapitel unserer Strategie.

Wir wollen alles zurückhaben. Sie haben doch nicht etwa geglaubt, dass Sie es behalten dürfen, oder?

Wir ersuchen ausdrücklich um die umgehende Rückgabe sämtlicher freier Software, die ursprünglich durch Sun Microsystems vertrieben wurde – ob für Software oder Mikroprozessoren – darunter auch Quelldateien, Binärdateien, abgeleitete Produkte, Erweiterungen, Anwendungen, Patente, Patentanträge, Copyrights, Ideen, Gedanken und abgeleitete Gedanken sowie sämtliche Spiegelungen.

Darüber hinaus (und hier wird es interessant; die Datenschützer werden sich aufregen!) verlangen wir auch die Rückgabe sämtlicher unter Verwendung dieses geistigen Eigentums verarbeiteten, gespeicherten oder erstellten Dateien einschließlich aller Daten in Dateisystemen, Datenbanken oder Open-Source-Produktivitätsanwendungen. Und einschließlich der Hausaufgaben, die Ihr Kind soeben mit OpenOffice getippt hat.

Für diese Rückgabe räumen wir Ihnen eine Frist von dreißig Tagen ein.

Wir danken Ihnen für Ihre Kooperation.

______________________________

Es ist schon fast schmerzhaft, dass ich es ausdrücklich sagen muss, aber bevor mich jemand verklagt: Ja, NATÜRLICH ist das ein Aprilscherz, siehe auch die einschlägigen Paragraphen des United States Securities Act 1933.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Freitag Apr 04, 2008

Hab ich meinen Job noch?

Das hier ist Bill Macgowan.

Bill ist der Chief Human Resources Officer von Sun.

Gemeinsam mit mir trägt er die Verantwortung für die Förderung und Weiterbildung talentierter Mitarbeiter bei Sun.

Er ist intelligent, beredt und besitzt normalerweise ein gutes Urteilsvermögen.

Normalerweise.

Heute hat er sich allerdings einen Scherz erlaubt. Mit mir. Und zwar einen Aprilscherz.

Dank Bills vorausschauender Planung wird es daher pünktlich zum 1. April ein entsprechendes Video geben – zur Erheiterung aller Sun-Mitarbeiter. Und wenn ich nicht davor kneife, meine Gutgläubigkeit öffentlich zur Schau zu stellen, wird das Video hier, in diesem Blog, vor einem globalen Publikum gezeigt.

Wie bei allen guten Streichen à la Silicon Valley sind auch in diesem Fall ein Risikokapitalgeber, ein sabbernder Besucher, eine Serviette und ein paar Lammkoteletts mit von der Partie.

Da meine Eltern mich zu einem äußerst höflichen Menschen erzogen haben, habe ich mir nichts anmerken lassen. Und den Herrn auch nicht angestarrt. Ich habe mich einfach aufs Geschäftliche konzentriert.

Weil ich keinen blassen Schimmer hatte, dass es sich um einen Streich handelte.

Bis die Kameramänner auf der Bildfläche erschienen. Erst da ging mir auf, dass etwas nicht stimmte. Man hatte mich reingelegt.

Als ich vom Mittagessen zurückkam, passte Bill mich im Flur ab. Mit dem Corpus Delicti in der Hand fragte er mich: „Und, hab ich meinen Job noch?“

Jetzt habe ich bis Dienstag Zeit, mir eine originelle Antwort einfallen zu lassen.

Sie erinnern sich vielleicht, dass ich mich hervorragend mit dem CFO von Sun verstehe und dass der Rechtsberater von Sun ebenfalls ein Blog schreibt. Gemeinsam werden wir wohl in der Lage sein, mit einer schlagfertigen Antwort aufzuwarten.

Oder? :)

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Mittwoch Apr 02, 2008

OpenSolaris, Sicherheit und die NSA (National Security Agency)

Letzte Woche haben wir eine äußerst wichtige Meldung bekanntgegeben: unsere Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA, die weltweit zweifellos zu den Einrichtungen mit den höchsten Sicherheitsansprüchen gehört. Die NSA ist der OpenSolaris-Community beigetreten, um gemeinsam mit Sun und anderen Community-Mitgliedern die Zukunft hochsicherer Betriebssysteme zu gestalten.

Sun hat sein Engagement in Communities seit jeher als Basis für Innovationen auf dem Markt genutzt, denn die Partner von Sun sind oftmals Unternehmen mit extremen Anforderungen (sei es die weltgrößte Supercomputing-Einrichtung, die weltweit misstrauischsten Sicherheitsprofis [nehmen Sie es nicht persönlich!] oder aber das weltgrößte Archiv). Die bei der Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir für die Entwicklung von Produkten für den Massenmarkt, und von diesen Kunden lernen wir, welche Herausforderungen letztlich auch auf den Rest der Welt zukommen.

In 90 Prozent der Fälle sind die Erfahrungen dieser Kunden ein Indikator für die gesamte Branche.

In der Vergangenheit war eine solche Zusammenarbeit mit jeder Menge juristischem Papierkram verbunden, da Vertraulichkeitsvereinbarungen, Bestimmungen zum Austausch geistigen Eigentums oder umständliche unternehmensspezifische Prozesse im Detail dargelegt wurden. Mit unserem Beitritt zur Open-Source-Community hat sich dies jedoch geändert, denn unsere erfolgreichsten Partnerschaften basieren nun auf dem Prinzip „einfach Mitglied in der Community werden“. Und genau darauf bezog sich unsere Ankündigung: Die National Security Agency ist der OpenSolaris Community beigetreten.

Statt die Details unserer Zusammenarbeit selbst zu beschreiben, habe ich Bill Vass, President der Federal Systems Group von Sun, gebeten, die Arbeit doch selbst zu übernehmen. Ich habe ihm einfach einen Fragebogen geschickt – seine Antworten finden Sie hier:

Was genau haben wir bekanntgegeben, Bill?
Unsere Ankündigung bezog sich auf die offizielle Partnerschaft, die wir mit der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA eingegangen sind. Wir beabsichtigen, die Ergebnisse der NSA-Sicherheitsstudien in das OpenSolaris-Community-Projekt Flexible Mandatory Access Control (FMAC) zu integrieren. Die Pressemitteilung für das Projekt kann hier abgerufen werden.

Was ist Flexible Mandatory Access Control (FMAC)?
Mandatory Access Control (MAC, obligatorische Zugangskontrolle) ist ein Mechanismus, der normalerweise ins Betriebssystem integriert ist und unumgängliche Beschränkungen für System-Zugriffsrechte festlegt. Mithilfe der obligatorischen Zugangskontrolle wird sichergestellt, dass nicht jeder beliebige Benutzer Zugriff auf Ihre Passdatei hat bzw. dass ein Computer nicht inmitten einer missionskritischen Implementierung ausgeschaltet wird. Mandatory Access Control bezieht sich in erster Linie auf die Verwaltung von Zugriffsrechten.

Allerdings gibt es keine Einheitslösung – deswegen spielt die Flexibilität eine große Rolle. Die Sicherheitsziele einer Installation können sehr verschieden sein – abhängig von dem Wert der Informationen und der Systeme und von den Methoden, diese zu schützen. Die dazu notwendige Flexibilitätskomponente basiert auf einem erweiterbaren Sicherheitsmodell und ermöglicht dadurch die Beschreibung von Sicherheitsrichtlinien, die an den tatsächlichen Anforderungen ausgerichtet ist.

Und genau darauf bezieht sich der Name Flexible Mandatory Access Controls – weitere Informationen zu FMAC finden Sie hier. FMAC ist natürlich nicht bloß für Behörden von Interesse. Auch Social Networking Sites, Banken, Verbraucher und Unternehmen ist an einfachen, benutzerfreundlichen Zugriffskontrollen gelegen.

Wer ist an dem Projekt beteiligt?
Sun und die NSA arbeiten in der OpenSolaris Community zusammen, und wir weisen darauf hin, dass weitere Teilnehmer jederzeit willkommen sind. Als Open-Source-Unternehmen profitiert Sun von einem großen Vorteil: der Möglichkeit, im Rahmen einer riesigen Community sozusagen „in aller Öffentlichkeit“ Innovationen zu entwickeln. Insbesondere bei der Entwicklung von Sicherheitstechnologien ist Transparenz absolut unabdingbar – auch für die NSA. Schließlich ist es bei Open-Source-Plattformen nicht möglich, klammheimlich Trojaner einzuschleusen. Open-Source ermöglicht es sicherheitsbewussten Kunden, den Produktanbietern zu vertrauen UND sie gleichzeitig zu überprüfen.

Diese Zusammenarbeit zwischen Sun und der NSA ist ein schlagender Beweis für die Integrität der OpenSolaris Community, die von Behördenkunden, denen an technischen und kommerziellen Fortschritten gelegen ist, besonders geschätzt wird.

Warum hat die NSA sich für Sun entschieden?
Sicherheit und Leistung bilden den Schwerpunkt unserer Beziehungen mit Behörden rund um die Welt. Seit unserer Gründung steht das Thema Sicherheit im Mittelpunkt unserer Arbeit, und wir verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Bereitstellung sicherer Betriebssysteme (Sie erinnern sich vielleicht, dass auch Trusted Solaris vor etwa 10 Jahren aus der Zusammenarbeit mit einer US-amerikanischen Regierungsbehörden entstanden ist).

Unsere Sicherheitstechnologien sind weit verbreitet und finden sich unter anderem in der SIM-Karte Ihres Mobiltelefons sowie in den Identitätsmanagement-Plattformen, die das Herzstück vieler der weltweit größten Webservices bilden. Solaris gilt bereits seit Längerem als das sicherste Open-Source-Betriebssystem, unabhängig davon, ob es für militärische Zwecke oder für Befehls- und Kontrollsysteme eingesetzt wird. Daher lag diese Partnerschaft für uns auf der Hand.

Sie haben erwähnt, dass die Ergebnisse aus NSA-Sicherheitsstudien integriert werden sollen. Wie wird dieses Vorhaben umgesetzt?
Wir untersuchen derzeit, wie die Ergebnisse der NSA-Forschung zur Flux Advanced Security Kernel (Flask)-Architektur und zur Type Enforcement (TE)-Richtlinie mit unserer Solaris Trusted Extensions-Technologie kombiniert werden können. Wir glauben, dass die Kombination dieser Elemente ein großes Potenzial birgt, das wir für die Bereitstellung einer einer kompletten Anwendungsinfrastruktur einsetzen können – von MySQL über Glassfish/Java bis hin zum Benutzer.

Die Flask-Architektur trennt die Anwendung der Sicherheitsrichtlinien von den Sicherheitsrichtlinien selbst. Die Sicherheitsrichtlinien können ohne Veränderung der Sicherheitsdienste modifiziert werden, was die Arbeit der Sicherheitsadministratoren erheblich erleichtert und die Flexibilität und den Nutzen der Systeme vergrößert.

Die Type Enforcement-Richtlinie wiederum ermöglicht eine sehr detaillierte Zugriffsteuerung, die dazu benutzt werden kann, Systeme vor Schadprogrammen zu schützen.

Warum haben wir uns zur Zusammenarbeit mit der NSA entschlossen?
Wir haben von diversen Behördenkunden Anfragen bezüglich einer Flask-/TE-basierten Implementierung in Solaris erhalten. Nun da wir die Integration von Solaris Trusted Extensions erfolgreich über die Bühne gebracht haben, ist es an der Zeit, in die Zukunft zu blicken. Dank Solaris Trusted Extensions verfügen wir bereits über eine hervorragende Multilevel Security (MLS)-Infrastruktur. Allerdings könnten wir durch die Kombination der oben erwähnten Technologien eine gemeinsame erweiterbare Plattform schaffen, die zum Schutz vertraulicher Behörden- und Unternehmensdaten sowie letztlich auch zur Verbesserung der Sicherheit von Verbraucherelektronikgeräten wie Telefonen oder digitalen Festplattenrekordern eingesetzt wird.

An welche Zielgruppe richtet sich FMAC?
Wie bereits erwähnt werden MAC-basierte Systeme in erster Linie von Behörden genutzt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Technologien wie FMAC einem breiteren kommerziellen Markt – von Startup-Unternehmen bis hin zu Großkonzernen – zugänglich zu machen, denn Behörden sind in der Regel ein zuverlässiger Indikator für die auf dem breiteren kommerziellen Markt vorherrschenden Sicherheitsbedenken.

In der Vergangenheit war Hochsicherheit eher für „Insider“ von Interesse, doch mittlerweile kann es sich niemand mehr leisten, darauf zu verzichten: weder die US-Regierung, noch internationale Behörden und schon gar nicht die Benutzer.

Ist FMAC auf die USA beschränkt?
Nein. Es handelt sich um ein OpenSolaris-Projekt, das wir mithilfe der globalen Community weiterentwickeln wollen. Wer sich daran beteiligen möchte, kann einfach unter opensolaris.org ein Benutzerkonto erstellen und mitmachen.

Was empfehlen Sie jemandem, der gern mit Ihrem Team über FMAC in der Open-Source-Community sprechen würde?
Schicken Sie einfach eine E-Mail an bill.vass@sun.com. Wir haben zahlreiche Mitarbeiter in Washington, DC sowie weitere Ansprechpartner auf der ganzen Welt, die Unternehmen die Bedeutung von Sicherheit und Open-Source vermitteln können und die Informationen über den Beitritt zur Community und zur Mitarbeit an Innovationen im Bereich der Sicherheit zur Verfügung stellen. Machen Sie mit!

Vielen Dank, Bill.
Gern geschehen.

ERGÄNZUNG: Wenn Sie gerade im Silicon Valley sind und Interesse haben, John Weeks Ausführungen über Flask/TE und das OpenSolaris-Projekt zu hören, können Sie einfach um 19:30 zu Sun's Santa Clara-Campus kommen. Ich werde auch ein Video des Vortrags veröffentlichen, damit alle Interessenten daran teilhaben können.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Montag Mrz 17, 2008

Es ist offiziell: MySQL gehört zu Sun

Seit der ersten Ankündigung ist diese Beziehung nahezu einstimmig begrüßt worden, und es herrscht reges Interesse an unseren weiteren Plänen. Hier also eine kurze Übersicht:

Ab heute führen wir globale Programme ein, um die Bekanntheit und die Verbreitung von MySQL bei den traditionelleren Unternehmen voranzutreiben. Mit Werbung wie dieser (rechts zu sehen) sprechen wir Unternehmen und unabhängige Software- bzw. Service-Anbieter (ISVs) an, die eine Standardisierung auf Open Source-Architekturen anstreben. Wie in der Anzeige zu sehen ist, führen wir globale Enterprise Support-Programme für MySQL ein und bieten den größten Unternehmen der Welt somit eine neue Option für missionskritische Bereitstellung. Wir setzen alles daran, neue Kunden zu gewinnen und die Verbreitung von MySQL voranzutreiben.

Die Botschaft ist klar: Wir bieten unseren größten Kunden die Innovation und Leistung, die bereits bei den wichtigsten Web-Unternehmen der Welt zum Einsatz kommen, indem wir ihnen den Einsatz von MySQL in globalen, unternehmenskritischen Bereichen ermöglichen.

Die mehr als 10.000 Mitarbeiter der Engineering Community von Sun – zu denen nun auch das MySQL-Team als ein wesentlicher Teil gehört – haben bereits eine Vielzahl von Brücken geschlagen, von Diagnostik und technischer Integration bis hin zu Performance-Engineering, der Optimierung von Hardware und Software sowie dem Aufstellen neuer Weltrekorde in unseren großen Benchmark-Umgebungen. In einer Vielzahl laufender Projekte wird der Wert von MySQL in den verschiedensten Umgebungen gesteigert. Durch unsere Arbeit läuft MySQL problemlos unter Linux, Windows und Solaris sowie auf Systemen von Dell, IBM, HP, Intel, AMD, Sun, Fujitsu (also allen Anbietern). Da freut sich der Delfin ...

Auch unsere Teams im Market Development werden aufgestockt, um ISVs, die sich auf MySQL verlassen (oder gerne verlassen würden) im gesamten erforderlichen Umfang Support für Engineering, Marketing und Vertrieb zu leisten. Abgesehen von der Funktionalität ist für ISVs der Zugang zu Märkten und Kunden von entscheidender Bedeutung. Die Go-to-Market-Partnerschaft mit ISVs ist seit jeher eine der Stärken von Sun. In den nächsten Monaten werden wir daher in Zusammenarbeit mit ISVs und Partnern in aller Welt eine ganze Reihe neue Geschäfte abschließen.

Auch die große MySQL-Benutzerkonferenz steht bevor, zu der ich alle einlade, die an der Zukunft von MySQL interessiert sind (Partner, ISVs, Kunden, Entwickler). Weitere Informationen finden Sie hier.

Selbst in Anbetracht des überwältigend positiven Feedbacks weltweit gibt es hier und da noch Skeptiker, deren Zweifel ich an dieser Stelle nun ein für alle Mal ausräumen möchte.

Manche Leute glauben immer noch nicht, dass hinter Open Source ein Geschäftsmodell steht, und halten 1 Milliarde US-Dollar daher für einen völlig überzogenen Preis für MySQL. In Extremfällen erachten diese Skeptiker Linux, OpenSolaris oder Unternehmen wie SugarCRM als Spielzeug für Techno-Bastler.

In der IT-Welt wird diese Auffassung nicht geteilt.

Unternehmen, die ihre Produkte frei verteilen, anstatt den Zugang durch die Preisgestaltung oder durch proprietäre Lizenzen zu begrenzen, geben der Verbreitung den Vorrang vor umgehendem Ertrag. Ein gutes Beispiel dafür ist der kürzliche Versuch von Microsoft, durch einige kostenlose Produkte/Gratis-Angebote für Universitäten das Interesse an Entwicklungstools zu wecken.

Open Source beruht auf einem klaren Geschäftsmodell, das Marten Mickos, CEO von MySQL, sehr treffend zusammenfasst: Das Marktspektrum reicht von Menschen mit mehr Zeit als Geld in den Benutzer- und Entwickler-Communitys für freie Software bis zu Menschen mit mehr Geld als Zeit, zumeist in etablierten Unternehmen, die kommerziellen Support kaufen. Wer langfristigen Erfolg anstrebt, muss beide Seiten des Spektrums mit einem einzigen Produkt für sich gewinnen. Das Eingrenzen von Produkten oder das Herumtricksen mit Lizenzklauseln funktionieren dabei nicht - Freiheit hingegen schon.

Der Preis, den wir für MySQL gezahlt haben (rund 800 Mio. US-Dollar in bar und 200 Mio. US-Dollar in Aktienoptionen), begründet sich wie folgt: Erstens war bei MySQL der Börsengang vorprogrammiert. Der Emissionspreis hätte unseren Berechnungen zufolge in etwa dem von uns gezahlten Kaufpreis entsprochen. Wir haben also nicht nur einen strategischen, sondern auch einen finanziellen Wert erworben. Natürlich gaben wir dem Vorstand einen finanziellen Anreiz für den Verkauf an Sun. Aber wir wussten, dass wir MySQL als erfolgreiches Software-Unternehmen und die mehr als 17.000 Mitarbeiter des weltweiten Vertriebs-, Wartungs-,Support- und Channel-Unternehmens von Sun zusammenführen konnten, um so eine weitaus größere Kundenbasis für MySQL zu erschließen, was wiederum neue Geschäfte für Sun abwirft. Ein geringer (aber wachsender) Anteil der MySQL-Downloads führt zu Bestellungen, aber 100 % der Downloads setzen den Erwerb von Hardware voraus – oft ein Server und Speichersystem (und ebenso oft ein Laptop). Wir gehen davon aus, dass wir mit für SQL optimierten Produkten einen Anteil dieses Markts gewinnen können, obwohl die Endkunden (noch) nichts für die Software zahlen.

Zu bedenken ist auch, dass Datenbanklizenzen oft einen Großteil des Budgets von Unternehmen verschlingen. Wenn wir diese Kunden auf echte Alternativen aufmerksam machen (z. B. mit einer attraktiven Kaffeetasse auf dem Schreibtisch des Einkaufsvertreters), können wir diese Budgets in neue Investitionen umleiten. Das wiederum führt mehr Kunden zu Sun, denn wer für weniger Geld mehr Leistung bietet, erfreut sich großer Beliebtheit.

Insgesamt haben wir also einen fairen Preis gezahlt (schließlich haben wir kein Nachfragemonopol).

Ein anderes Anliegen der Skeptiker äußerte sich in Form einer Verschwörungstheorie: Sobald ein großes Unternehmen MySQL an sich gebracht hat, wird es völlig skrupellos eine proprietäre Lizenz einführen und das simple Speichern und Abrufen mit horrenden Kosten belegen.

Wer das denkt, weiß wirklich nicht, was Sun so macht.

Ein Grund für den reibungslosen Verlauf der Integration von Sun und MySQL ist die Übereinstimmung unserer Entwicklungs- und Geschäftsmodelle. Beide Unternehmen investieren in hochwertige freie Software und in die Pflege großer Communitys und schöpfen Wert aus Unternehmen, die technischen Support wünschen. Wir gleichen einander wie ein Ei dem anderen.

Und zum Beweis können Sie MySQL hier als kostenlosen Download ausprobieren (klicken Sie einfach auf das Logo). Und wenn Sie schon dabei sind, sollten Sie sich auch gleich bei Glassfish und NetBeans bedienen ... Dies sind gute Zeiten für Webentwickler ...

Die Zeichen stehen gut für freie Software und für die vielen Unternehmen in aller Welt, die für Auswahl, Wert und Innovation auf offene Lösungen setzen.


Wir sehen uns auf der MySQL-Konferenz! Das wird bestimmt eine interessante Veranstaltung.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Donnerstag Mrz 13, 2008

Was ich auf unserer Analystenkonferenz gesagt habe

Letztens haben wir eine Konferenz für führende Finanz- und Branchenanalysten aus aller Welt veranstaltet. Meine Keynote-Ansprache finden Sie hier – sie ist zur leichteren Ansicht in zwei Teile unterteilt. Einer der Analysten merkte an, dass ich letztes Jahr eigentlich genau dasselbe gesagt hätte.

Darauf antwortete ich mit einem klaren „Eben, das war der Sinn der Sache“.

Falls Sie an ausführlicheren Informationen zu unseren finanziellen Ergebnissen (direkt von Mike Lehman, unserem CFO), Ansichten zum Markt (von Don Grantham, unserem Executive VP für Global Sales and Services) oder bestimmten Produkt-Roadmaps (von den Leitern der Geschäftsbereiche Systeme oder Software) interessiert sind, sollten Sie hier klicken ...)

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Dienstag Feb 19, 2008

Zuerst Community, dann Kunden (Forrester über OpenSolaris)

Sie wissen sicherlich bereits, dass wir sehr engagiert am Wiederaufbau der Community und der Dynamik für unsere gesamten Software-Assets bei Sun arbeiten, insbesondere das Solaris-Betriebssystem.

Warum liegt der Schwerpunkt auf Solaris? Für einen Systemanbieter wie uns wirkt das Betriebssystem wie eine Lupe, durch die der Markt unsere Innovationen im Bereich Mikroelektronik, Software, Systeme und Service betrachtet. Wenn die Lupe eingetrübt ist, gibt es kein klares Bild. Wie nur bei wenigen anderen Produkten ergibt sich unser gesamter Markt aus dem Umfang der Community von Know-how, Anwendungen und Entwicklern, die wir um Solaris (und dessen jüngerem Zwilling OpenSolaris) herum aufbauen können – und erst danach aus der Anzal neuer Kunden, die wir gewinnen können.

Die gezielte Arbeit am Wiederaufbau dieser Entwickler-Community begann im Januar 2005, als wir erstmals Solaris Quellcode unter einer Lizenz für freie Software zur Verfügung gestellt haben. Die Investition in Innovation (und das ist schließlich der Grund für das Interesse am Quellcode) hatte bereits lange zuvor begonnen; Projekte wie ZFS und DTrace laufen inzwischen seit sieben (jawohl, sieben) Jahren. Andere Optimierungen sind neueren Ursprungs, z. B. unsere Unterstützung der Postgres Community (die heute eine fantastische neue 8.3-Version für OpenSolaris herausgebracht hat), die Entwicklung von Glassfish (ebenfalls mit einer langen Vorgeschichte) oder auch die Aufnahme von CIFS (durch die Solaris zum erstklassigen Dateiserver für Microsoft Windows-Computer wird).

Im Gegensatz zur Benutzer-Community lässt sich die Entwickler-Community für Solaris am besten an OpenSolaris messen. Wie die Software der Linux-Community ist auch OpenSolaris stets die aktuellste Version der Solaris-Innovationen. Deren Benutzer tolerieren Änderungen des grundlegenden Betriebssystems nicht nur, sondern begrüßen sie ausdrücklich, weil sie auch wirklich das letzte Quäntchen an Leistung, Merkmalen und Funktionen aus ihm herausholen wollen.

Es hat mich daher sehr gefreut, einen Bericht von Forrester über die großen Fortschritte in Europa zu lesen – sowohl für Open Source insgesamt als auch für Solaris und OpenSolaris. Sie können den Bericht hier lesen.

Führungskräfte bei europäischen Finanzdienstleistern stellen Solaris in diesem Bericht als eines der drei wichtigsten Betriebssysteme für ihre Unternehmen heraus – und als einziges modernes/Open Source-Betriebssystem (die anderen beiden sind proprietär). Das sind gute Aussichten für unsere Wachstumskapazität und lässt darauf schließen, dass unsere Investitionen in den langen Innovationszyklus sich schon bald bezahlt machen – nicht nur im Hinblick auf die Funktionen und die Leistung, sondern auch auf die Community. (Bei OpenSolaris lagen die Werte letztes Jahr sicher noch unterhalb des messbaren Bereichs)

Doch was ist das Beste an diesem Bericht?

Er beruht auf Daten, die fast ein Jahr alt sind. Wenn sich aus zwei Punkten ein Trend ausmachen lässt ...

Ich danke allen beteiligten Teams – bei Sun und in der Community. Ihre Arbeit leistet nachweislich einen wichtigen Beitrag.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Donnerstag Feb 14, 2008

Freie Virtualisierung und unsere Ergebnisse für das 2. Quartal

Lesen Sie bitte die glasklare Safe-Harbor-Erklärung unten auf dieser Seite ...

Letzten Donnerstag gaben wir offiziell unsere Umsatzzahlen bekannt, die wir in der Vorwoche bereits im Rahmen der Ankündigung unserer geplanten Übernahme von MySQL erwähnt hatten.

Die Ergebnisse für das zweite Quartal sehen wie folgt aus: Wir haben den Ertrag im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt und erzielten 260 Mio. US-Dollar Nettoeinkommen auf 3,6 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 336 Mio. US-Dollar Betriebseinnahmen. Im selben Quartal kauften wir eigene Aktien im Wert von 750 Mio. US-Dollar zurück und bestätigten unser Jahresziel für ein Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Bereich und mindestens 8 % Betriebsertrag im vierten Quartal (Akquisitionskosten ausgeschlossen).

Pessimisten werden bereits bemerkt haben, dass beim Gesamtumsatz lediglich ein geringer Zuwachs zu verzeichnen ist (nur knapp über 1 % gegenüber dem Vorjahr). Das liegt zum Teil an Änderungen der Verbuchung von Geschäften mit unseren Vertriebspartnern und Wiederverkäufern – wir verzeichnen nun erst den Verkauf an einen Endbenutzer als Umsatz und nicht bereits die Lieferung an einen Geschäftspartner, der an Endbenutzer verkauft. (Dieses Verfahren gibt besseren Aufschluss über unsere Geschäfte.)

Durch diese Änderungen fällt die Zahl für das Umsatzwachstum ein paar Prozentpunkte niedriger aus. Auch die Differenz zwischen unserem Bestellungswachstum von mehr als 7 % (Bestellungen sind Aufträge, die innerhalb der nächsten sechs Monate geliefert werden) und unserem Umsatz (den innerhalb des Quartals gelieferten Aufträgen) ist auf diese Änderungen zurückzuführen. Als positive Nebenwirkung beschert uns das jedoch ein sehr gesundes Verhältnis von Bestellungen zu abgerechneten Aufträgen. Und das ist genau der Wert, den Investoren ihren Prognosen über die weitere Entwicklung zugrundelegen. Unsere gesamten passivischen Rechnungsabgrenzungsposten (Produkte und Services) stiegen ebenfalls deutlich an, im Vergleich zum Vorjahr um 24 % auf 2,7 Mrd. US-Dollar. Das ist eine solide Zuwachsrate.

Was waren die Höhepunkte des Quartals aus strategischer Sicht?

An erster Stelle steht das Interesse an Sun xVM. xVM ist unsere freie Plattform für Open Source-Virtualisierung, die wir neben unserer Managementplattform xVM Ops Center auf der Oracle Open World vorgestellt haben. xVM virtualisiert Windows, Linux oder Solaris auf Hardware von Dell, HP, IBM oder Sun. Das stößt in aller Welt auf reges Interesse, besonders bei Kunden, die es vermeiden möchten ihre großen Open Source-Rechenzentren auf Basis proprietärer Virtualisierungstechnologien einzurichten („Warum sollten wir einen Schritt zurück machen?“ wurde ich beispielsweise gefragt). Das Interesse an unseren Virtualisierungslösungen (von xVM bis zu Solaris-Containern) erstreckt sich auf alle Branchen und fast alle Kunden und steht so ziemlich an erster Stelle der Tagesordnung.

Nummer Zwei ist die Unterzeichnung eines Solaris OEM-Abkommens mit Dell. Dell empfiehlt und unterstützt Solaris somit für alle Server- und Blade-Plattformen. Dieses Abkommen ist für uns von enormer Bedeutung, denn die Unterstützung des volumenstärksten Anbieters von PC- und Standardhardware-Infrastruktur spielt eine große Rolle für unsere Kunden. Michael kam mit aufs Podium und lud mich netterweise zu Dells „Regeneration“ ein (und wer kann dazu schon Nein sagen, besonders wenn es dazu ein Gratis-T-Shirt gibt?). Dell tritt an die Seite der Solaris OEM-Partner IBM und Intel. Ich würde gerne auch Hewlett Packard auf der Liste der Partner sehen, bei denen unsere Kunden Unterstützung für Solaris erhalten können.

In den aufstrebenden Märkten erzielten wir ein zweistelliges Wachstum – dazu zählen Indien, China, Lateinamerika sowie Märkte in Osteuropa und im Nahen Osten. Das Geschäft mit unserer UltraSPARC T2 Niagara-Plattform blüht: Aufträge im Wert von rund 285 Mio US-Dollar wurden ausgeliefert, das sind 100 % mehr als im Vorjahr. 100 % Wachstum! Worauf ist dieses Tempo zurückzuführen? Öko-Effizienz, Rohleistung, integrierte (also freie) Virtualisierung und Verschlüsselungs (Crypto)-Support: Es gibt jeden Tag neue Chancen. SPARC und Solaris 10 haben sich als offene Plattformen durchgesetzt und bereiten den Weg für neue Gespräche und Chancen (bei bestehenden wie bei neuen Kunden – wenn Sie ein Niagara 2-System – offizielle Bezeichnung T5120 oder T5220 – kostenlos ausprobieren möchten, klicken Sie hier).

Beim Geschäft mit den x64-Systemen waren im Quartal keine großen Zuwächse zu verzeichnen. Das ist natürlich bedauerlich. Wir haben jedoch gerade erst unsere neuen Intel-Angebote eingeführt und erweitern unser Angebot an Blade-Systemen. Ich gehe daher zuversichtlich in die nächste Jahreshälfte, denn unser Angebot wächst und entwickelt sich ständig weiter.

Auch bei den High-End-Spitzensystemen, die wir in Zusammenarbeit mit Fujitsu herstellen, konnten wir ein Wachstum verzeichnen. Diese Systeme erzielen Leistungen, die unsere internen Schätzungen nicht nur erfüllen, sondern oft noch übertreffen, und wir sind hochzufrieden mit den strategischen Fortschritten der Partnerschaft von Sun und Fujitsu. Wo wir gerade bei den Partnerbeziehungen sind: Bei unseren Hitachi-Speichersystemen sowie unserem eigenen Bandspeichergeschäft verzeichneten wir ebenfalls einen Zuwachs. Wie erwartet steigt das Interesse an Bandspeicher als Archivierungsplattform bei Web-Unternehmen, die sehr große Datenmengen (z. B. von Benutzern erstellte Fotos und Filme) langfristig aufbewahren müssen. „Große Datenmengen“ bedeutet in diesem Fall zwei- bis dreistellige Petabytezahlen. Neben dem Wachstum in Enterprise-Geschäft konnten wir auch bei unseren Services gute Zuwächse verzeichnen.

Wie sehe ich die Wirtschaftslage? Als ehemaliger Student der Wirtschaftswissenschaft will ich meine Fachkenntnisse gerne mit Ihnen teilen: Wir wissen es nicht. Und was sagen die Kunden? Sie setzen verstärkt auf Technologien, die Effizienz, Automatisierung und Wachstum herbeiführen. Und dabei spielen wir eine tragende Rolle, weitaus mehr als noch vor einem Jahr.

Kürzlich versammelten wir um die 150 unserer Geschäftspartner aus ganz Europa, Nord- und Südamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Was hörten wir von diesen Partnern? Das ist natürlich vertraulich, aber es hat schon seinen guten Grund, dass wir die Sektgläser heben. Das Anstoßen auf den Erfolg wird uns hoffentlich zur Gewohnheit werden.

Falls Sie einer der Partner sind, die an dieser Veranstaltung teilgenommen haben: Vielen Dank für die Zusammenarbeit. Wir engagieren uns für die Schaffung gemeinsamer Chancen und wissen den Wert unserer Beziehungen zu schätzen. Die Welt ist voller Chancen, auf deren gemeinsame Erschließung wir uns schon freuen.

____________________________________________

Safe-Harbor-Erklärung
Jonathans Blog enthält Prognosen zu künftigen Ergebnissen und Geschäftsleistungen von Sun, darunter auch Aussagen zu den Erwartungen bei Sun für das Umsatzwachstum im Finanzjahr 2008 und zum Betriebsertrag im vierten Quartal 2008, zur Strategie und zu Geschäftschancen sowie zu Erwartungen im Hinblick auf das Geschäft mit x64-Systemen. Diese Prognosen unterliegen Risiken und Unwägbarkeiten; die tatsächlichen Ergebnisse könnten daher maßgeblich von den in den Prognosen genannten Erwartungen abweichen. Faktoren, die wesentliche Abweichungen der tatsächlichen von den in diesen Prognosen erwarteten Ergebnisse verursachen könnten, sind unter anderem die mit der Entwicklung, der Konzeption, der Herstellung und dem Vertrieb neuer Produkte verbundenen Risiken; das Ausbleiben des erwarteten Erfolgs bei technologischen Fortschritten; Preisdruck; mangelnde Akzeptanz neuer Produkte durch Kunden; die Möglichkeit von Fehlern oder Mängeln in neuen Produkten; Wettbewerb; nachteilige Handelsbedingungen; Verlust wichtiger Mitarbeiter; die Einstellung oder Verzögerung von Projekten; unsere Abhängigkeit von nicht ersetzbaren Anbietern; Risiken im Zusammenhang mit unserer Fähigkeit zum Einkauf ausreichender Mengen an Komponenten zur Erfüllung der Nachfrage; Inventarrisiken sowie Verzögerungen bei der Produktentwicklung, der Kundenakzeptanz und der Implementierung neuer Produkte und Technologien. Lesen Sie bitte auch die regelmäßigen berichte, die Sun der US-amerikanischen Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission vorlegt, darunter der Jahresbericht auf Formular 10-K für das Finanzjahr bis zum 30. Juni 2007 und die Quartalsberichte auf Formular 10-Q für das Quartal bis zum 30. September 2007. Sun haftet nicht für diese Prognosen und deren Aktualisierung. Falls Sie wirklich bis zum Ende gelesen haben, brauchen Sie dringend ein Hobby.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Donnerstag Jan 31, 2008

Ein Wirbel

Ein Wirbel. Anders lassen sich die Ereignisse der vergangenen dreißig Tage nicht beschreiben. Wir haben das zweite Quartal unseres Geschäftsjahres abgeschlossen und die Übernahme von MySQL auf die Beine gestellt Wie fing das alles an?

„Daraus wird nichts. Ich versuche das schon seit Jahren.“ Das war meine Antwort an Rich Green (EVP für Software bei Sun), als er vor sechs Monaten meinte: „Ich würde ja zu gerne MySQL erwerben. Das ist ein tolles Unternehmen.“ Und warum reagierte ich so skeptisch?

Seit fast fünf Jahren treffe ich mich regelmäßig mit Mårten Mickos, dem CEO von MySQL, zum gemeinsamen Abendessen. Wir sprechen über die Branche, die Trends und die Geschäftsmodelle. Wenn wir dann beim Nachtisch angelangt sind, sage ich jedes Mal: „Wir liegen doch voll auf einer Linie, Mårten – möchtest du nicht mit Sun gemeinsame Sache machen?“

Und Mårten dankt mir für das Kompliment, gießt ein wenig Milch in seinen Kaffee, rührt um und beginnt von Finnland zu erzählen.

„Ich finde, es ist trotzdem einen Versuch wert“, sagte Rich. Und so trafen Mårten, Rich und ich Anfang Dezember zu einem weiteren gemeinsamen Abendessen zusammen. Auch diesmal hatten wir die gewohnte angeregte Unterhaltung, tauschten Aktuelles aus Markt und Branche aus, freuten uns darüber, wie einig wir uns waren, und als es dann Zeit für den Nachtisch war, machte ich meinen üblichen Antrag. Und ...

... Lächeln, Rühren, schon sprechen wir wieder über Finnland.

Wir verlassen also das Restaurant, planen ein weiteres gemeinsames Abendessen in sechs Monaten, und ich werfe Rich meinen „Was-hab-ich-dir-gesagt?“-Blick zu.

Doch am nächsten Morgen rief Mårten an und sagte: „Wir haben hier ein bisschen nachgedacht. Seid ihr immer noch an einer Übernahme interessiert?“ Äääh – ja. Oh ja. Schon seit vier Jahren.

Und so fing es an.

Beharrlichkeit zahlt sich aus, und Rich kann sich nun zu den Leuten zählen, die mir ein „Was-hab-ich-dir-gesagt?“ mit gleicher Münze heimgezahlt haben. (Übrigens: Wenn ich mich irre, gebe ich das gerne zu – ich möchte schließlich immer noch dazulernen.)

Abgesehen von der Frage „Wie kam dieses Geschäft zustande?“ habe ich in den letzten Tagen eine ganze Menge anderer Fragen gehört, die ich an dieser Stelle beantworten möchte.

Und zwar der Reihe nach.

Eine Milliarde US-Dollar für ein Unternehmen, das seine Produkte verschenkt?

Auch Facebook ist ein kostenloses Produkt. Dort verdient man Geld mit Werbeeinnahmen. Wir verdienen unser Geld mit Service, Support und Infrastruktur. MySQL ist ein großes und schnell wachsendes Unternehmen. Investitionen in die Zukunft sind mehr wert als der Preis der Vergangenheit (darum ist letzterer oft so gering).

Was wird aus dem Engagement für PostgreSQL?

Das wächst. Am Tag vor der Bekanntgabe der Akquisition und weniger als eine Stunde nach der Unterzeichnung der Dokumente habe ich Josh Berkus, Leiter der Arbeit an Postgres bei Sun, angerufen. Ich wollte es ganz klar machen: Diese Transaktion erhöht unsere Investition in Open Source und in Open Source-Datenbanken. Sie erhöht somit auch unser Engagement für Postgres und für die gesamte Datenbanksparte. Das gilt ebenso für unsere Arbeit an Apache Derby und an JavaDB.

Wie Josh in seinem Blog so treffend schreibt: Sun will der führende Anbieter von Rechenzentren sein. Nicht nur von MySQL-Rechenzentren. Eben.

Welches Unternehmen kauft Sun als Nächstes?

Gute Frage. Die Antwort folgt, wenn das Geschäft steht. :)

Im Ernst: Ich kann den Leuten nur zustimmen, die die Übernahme von MySQL durch Sun als Beweis für den Wert von Open Source-Geschäftsmodellen verstehen – und ich hoffe, dass die Risikokapitalgeber nun verstärkt in echte Open Source-Innovation investieren. Es gibt hier echten Wert zu holen. Fragen Sie nur einmal die Investoren bei MySQL.

Was wird aus der Beziehung zu Oracle?

Oracle ist ein bedeutender Solaris ISV und wir haben gemeinsame Kunden in aller Welt, die sich auf den Service und Support verlassen, den Sun and Oracle in den missionskritischen Umgebungen internationaler Banken, Einzelhändler, Telekommunikationsunternehmen, Behörden usw. leisten. An diesem Engagement ändert dieses Geschäft nicht das Geringste – und das gilt ebenso für unsere Bereitschaft und Fähigkeit zur Unterstützung von DB2 oder dem SQL Server von Microsoft (der auf unseren Systemen übrigens ganz hervorragend läuft). Kunden wünschen Wahlfreiheit, und die wollen wir auch weiterhin bieten.

Vergessen wir nicht: Im Mittelpunkt unserer Serviceorganisation stehen unsere Kunden und nicht unsere Produkte.

Wird die Integration so komplex wie bei StorageTek?

StorageTek hatte 7.000 Mitarbeiter, komplizierte Lieferketten und Logistikabläufe, Immobilien, Werke, redundante Systeme (die gibt es bei jedem größeren Unternehmen) sowie eine Vielzahl von technischen Modellen und Verfahren ein, die im Lauf der 35 Jahre Unternehmensgeschichte entstanden waren. Entsprechend kompliziert gestaltete sich die Integration.

MySQL hat 400 Mitarbeiter, keine Bürogebäude (die Mitarbeiter haben Heimbüros), keine Lieferkette, keine Werke oder Immobilien, dafür aber fast genau dieselben technischen Modelle und Verfahren wie wir.

Entsprechend einfach wird sich die Integration gestalten.

Nach Abschluss der Transaktion wird Mårten Mickos weiterhin MySQL leiten, in unsere Software-Organisation eingegliedert werden und der Executive Management Group (das ist die Geschäftsleitung bei Sun) angehören.

Aus strategischer Sicht bietet sich eine Vielzahl technischer Synergien, von MySQL auf ZFS und Lustre zur besseren Integration mit Glassfish, OpenSolaris, NetBeans und unserer Grid Engine.

Wird Sun die Plattform-Prioritäten von MySQL ändern?

Ganz bestimmt nicht.

Warum nicht?

Weil das L bei LAMP für Linux steht und nicht für „lächerlich“. Die Prioritäten für das Plattformangebot bei MySQL werden nicht durch Sun gesetzt, sondern durch die Kunden. Wie bei Glassfish ist die führende Download-Plattform noch immer Windows – und auch diese Entwickler haben unsere volle Unterstützung.

Ändern Sie die Lizenzauswahl von MySQL (die GPL)?

Nein. Wie bei Java und Glassfish (und NetBeans und OpenOffice) zu sehen ist, sind wir Befürworter der GPL.

Bringt das Geschäft Kosteneinsparungen mit sich?

Nein.

Bringt das Geschäft Synergieeffekte bei den Einnahmen mit sich?

Jede Menge.

Und worin bestehen diese Synergieeffekte?

Schwieriger wäre die Frage „Wo gibt es keine Synergieeffekte?“ Überall, wo MySQL eingesetzt wird, ob der Benutzer nun für Software-Support zahlt oder nicht, wird ein Server erworben, ein Speichergerät, Netzwerkinfrastruktur und schließlich auch Support-Services für wertvolle offene Plattformen. Und soweit ich weiß, bieten wir in so ziemlich allen diesen Kategorien Produkte an.

Die größte Hemmschwelle für das Wachstum von MySQL bestand nicht im Funktionsumfang der Technologie, die perfekt auf die besonderen Anforderungen der Online- und Web-Welt abgestimmt ist. Vielmehr bestand sie in dem Wunsch traditioneller Unternehmen nach einem Enterprise Support-Anbieter, der in der Liste der Fortune 500-Unternehmen geführt wird („Jemand aus dem Magic-Quadrant-Report von Gartner"). Gut also, dass wir das hervorragende Serviceteam bei MySQL nun um ein ausgezeichnetes, weltweites Netzwerk an Service-Profis ergänzen und somit missionskritischen globalen Support für die größten Unternehmen der Welt bereitstellen können.

Was haben Sie mit MySQL vor?

Das ist eine Frage für MySQL, sowohl im Vorfeld der Akquisition (schließlich sind wir derzeit noch zwei separate Unternehmen) als auch danach. Wir machen MySQL keine Vorschriften, sondern wir möchten zuhören – den Führungskräften, der Community und den Kunden.

In den persönlichen Gesprächen, die ich in den letzten Tagen mit etwa 10 Kunden geführt habe, fiel immer wieder ein Kommentar: „Herzlichen Glückwunsch! Das ist eine rundum positive Entwicklung für alle Beteiligten!“

So sehe ich das auch.

______________________________

Hier finden Sie ein kurzes Interview mit Rich, Mårten, Greg und mir am Sonntag vor der Unterzeichnung (gefilmt vom namhaften Regisseur Anil Gadre)... achten Sie mal auf die Glücksbringer, die nach etwa 3 1/2 Minuten auftauchen ...

(und entschuldigen Sie bitte die ganzen Wiederholungen ...)

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Mittwoch Jan 02, 2008

Bollywood lässt grüßen

Ich komme gerade von einer ganzen Reihe von Treffen mit Kunden zurück, bei denen ich mit Technologen aus den Branchen Telekommunikation, Medien und Unterhaltung gesprochen habe (ein Ziel eint all diese Branchen: der Verbrauchermarkt). Mit mir reisten Greg und eine ganze Reihe von Sun-Mitarbeitern, darunter Jeff Bonwick und Bill Moore, die gemeinsam mit Matt Ahrens das ZFS-Dateisystem entwickelt haben.

In allen drei Branchen sind dringend Innovationen erforderlich – die bisherige Neuerungsrate wird den steigenden Anforderungen und Geschäftschancen nicht mehr gerecht. (Mit anderen Worten: Die Budgets für Technologie wachsen.)

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen; diesmal habe ich zwei Geschichten mitgebracht.

Zum einen erläuterte mir der CTO eines führenden Filmstudios den Nutzen der Tiefenlagerung für die langfristige Archivierung.

Sein Unternehmen holte kürzlich ein mehr als fünfzig Jahre altes Werk auf farbgetrenntem 35-mm-Film aus dem Salzstock. Das ist nicht ganz so erstaunlich, wie es zunächst klingen mag, denn erstens überdauert das Filmmaterial problemlos die diversen Standards der Branche (darüber habe ich bereits geschrieben), und zweitens ist ein Salzstock eine weitaus stabilere Umgebung als ein Rechenzentrum. Sie holten diese Farbtrennungen aus dem Archiv, um daraus die DVD-Ausgabe neu zu remastern.

Durch dieses Verfahren konnte die Auflösung den Möglichkeiten moderner Wiedergabegeräte (z. B. Laptop oder HD-TV) entsprechend erhöht werden. Das Fernseh- oder Kinopublikum aus den 1950ern kam nicht in den Genuss dieser hohen Qualität. Der Film ist somit im Lauf der Zeit noch besser geworden, und die heutigen Zuschauer genießen mehr Detailreichtum als die ursprünglichen Zuschauer (was nebenbei den Schluss nahelegt, dass Daten immer mit einer höheren Auflösung gespeichert werden sollten, als auf dem Display angezeigt werden kann).

Die digital remasterte Version auf DVD stieg bis auf Platz acht der Amazon-Bestsellerliste.

Die Produktionskosten? Nahezu Null. Es wurde also ein Reingewinn von nahezu 100 % erzielt.

Und das Filmarchiv des Studios umfasst weitere 30.000 Titel.

Das ist eine Goldgrube im Salzstock (auch wenn nicht zu erwarten ist, dass diese Filme alle so spannend sind, ist das ein interessantes Rechenmodell).

Die zweite Geschichte befasst sich mit den inzwischen sehr hoch auflösenden Digitalkameras. Am besten und begehrenswertesten sind derzeit die 4K-Modelle mit 4.096 x 3.112 Pixeln (!) pro Bild. Diese Kameras nehmen jede Sekunde Hunderte Megabyte an Bilddaten auf.

Der Regisseur eines Kinofilms wollte die gesamten Aufnahmen aus den Dreharbeiten zu seinem neuen Werk aufbewahren. Outtakes und ähnliches sollte für künftige Versionen nach dem Motto „Hinter den Kulissen des Making of“ oder „Director's Cut“ aufbewahrt werden. Der digitale Master für einen 4k-Film ist rund 9 Terabyte groß. Das wäre die Version, wie wir sie im Kino sehen.

Das gesamte Archiv einschließlich aller Outtakes und zusätzlicher Aufnahmewinkel (Bits sind billiger als Film, da kann man sich durchaus drei bis vier Kameras pro Szene leisten) umfasst rund (denken Sie sich hier bitte einen Trommelwirbel) ... ein PETABYTE (tausend Terabyte oder rund 500.000 iPods). Das entspricht mehr als 300 km 35-mm-Film.

Eine ganze Menge Daten also. Und die sollen vermutlich bis in alle Ewigkeit aufbewahrt werden (wie medizinische Aufzeichnungen oder Daten aus der Flughafenüberwachung) ... ich verweise auf das erste Beispiel oben. Damit hätten wir eine der (vielen) Anregungen, die uns bei Sun zur Entwicklung des Dateisystems ZFS veranlassten. Bei diesem System haben wir größten Wert auf Skalierbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Qualität des Speichers (auf Mac OS X, BSD, Solaris und Linux) gelegt.

In dieser hervorragenden Übersicht zu ZFS von Jeff und Bill erfahren Sie, warum ZFS für die Branchen Medien und Unterhaltung so wichtig ist – und sicher auch für alle anderen, denen an Datensicherung mit hoher Qualität, hoher Kapazität und hoher Produktivität gelegen ist.

Jeff erzählte mir (in den Worten eines Storage Executive), dass es in der Branche nur zwei Arten von Festplattenlaufwerken gibt:

Solche, die ausgefallen sind, und solche, die kurz vorm Ausfall stehen. Nun wissen Sie, was den Anstoß zur Entwicklung von ZFS gab und worauf das Interesse an dem System beruht.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Freitag Okt 26, 2007

Der Wert des Designs

Letztens stellten wir auf dem Intel Developer Forum gemeinsam mit unseren Freunden bei Intel die zweite Generation unserer System-Plattformen vor. Einige unserer Mitarbeiter ließen mir netterweise Handy-Aufnahmen von der Veranstaltung zukommen.

Einige Tage später hielt ich einen Vortrag auf einer Abendveranstaltung für rund 30 CIOs. Einer von ihnen hatte Material über das IDF gesehen. Dieser Kunde (derzeit kein Geschäftspartner von Sun) fragte mich: „Warum sollten wir gerade mit Ihnen sprechen? Was ist denn an Sun so besonders – für mich ist es eins wie das andere.“

Dies ist eine unserer größten Chancen und eine unserer größten Herausforderungen. Und zwar nicht so, wie Sie vielleicht denken. Der Großteil der Welt tätigt keine Geschäfte mit Sun, und das ist ausgesprochen positiv. Aber darin liegt auch eine Herausforderung für uns: Wie erreichen wir Kunden, zu denen wir (im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern) keine Beziehungen als PC-Anbieter unterhalten? Auf internationaler Ebene ist diese Herausforderung nicht leicht zu meistern (und erfordert sicherlich weitaus mehr als nur ein paar Werbespots im Fernsehen).

Dieses Bild verwendete ich für meinen Vortrag. Können Sie den Unterschied zwischen unserem System (Codename Tucani, oder schlicht x4450) und den anderen sehen? (Die Antwort: Unser System ist halb so groß – Power und Leistung lassen sich leider nicht einfach per Bild wiedergeben.) Wenn Platz in Ihrem Unternehmen oder Rechenzentrum knapp ist und wen Sie Server mit hoher Leistungsdichte und hohem Datendurchsatz brauchen, sind Sie bei uns richtig – und das für Windows, VMware, Linux und Solaris.


Der erste Schritt um mehr Kunden zu erreichen: Besseres Design und Mundpropaganda. Das Internet erreicht schließlich weitaus mehr Menschen als ein einzelner Fernseher.

(Für technisch versierte Leser: Die Abbildung zeigt unser erstes vier-Socket-Caneland-System, mit 32 Dimms, 6 PCI-Express-Slots, integriertem RAID, bis zu 8 Hot-Swap-Festplatten, redundanter Stromversorgung und Kühlung, vollständiger Remote-Systemverwaltung ... alles in kompakten zwei Höheneinheiten). Hier und hier können Sie mehr lesen. Eine Ausführung mit 2 Sockets auf einer Höheneinheit ist ebenfalls erhältlich ...)

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Dienstag Okt 16, 2007

Ist das Ihr Ernst? (Sun in Partnerschaft mit Microsoft)

Letzte Woche unterzeichneten wir ein Abkommen mit Microsoft. Atmen Sie erstmal tief durch.

Schön, dass jetzt alle aufmerksam zuhören. Weniger schön ist jedoch die Menge an Fragen, die auf uns einstürmen und die ich an dieser Stelle beantworten möchten.

Die Ankündigung hatte den folgenden Inhalt: Microsoft unterstützt Project Virginia, Suns bevorstehende Hypervisor-Plattform. Das bedeutet, dass wir nun neben Linux und Solaris auch Windows konsolidieren und verwalten können. Zweitens wird Sun die Windows-Virtualisierung unterstützen. Im Gegenzug bietet Windows diese Unterstützung für Solaris. Und schließlich verpflichtet sich Sun, Windows für Kunden und Partner anzubieten und zu unterstützen, die direkt von Sun (als OEM) kaufen möchten.

Manch einer vermutet hinter dieser Ankündigung (wie schon hinter der Änderung unseres Börsentickersymbols) einen grundlegenden, strategischen Richtungswechsel und ist überzeugt, dass ich jegliche Hoffnung auf einen Platz in der Ruhmeshalle der Free Software Foundation verspielt habe. Ersteres ist natürlich nicht der Fall (Letzteres vielleicht schon), und das möchte ich nun näher erklären.

Zunächst einmal: Noch vor zwei Jahren war Sun auf dem Gebiet der x64-Server nicht vertreten. Kunden, die Solaris auf nicht Sun Hardware nutzen wollten konnten dies nicht und Kunden, die x64-Systeme von Sun kaufen wollten, standen vor verschlossenen Türen. Auch unsere Partner konnten diese Lösungen nicht anbieten, und in den Branchenlisten wurden wir unter „UNIX“ oder „proprietär“ geführt (beides völlig abwegige Zuordnungen).

Wir wussten, dass Solaris und der Geschäftsbereich Systeme über ihre Grenzen hinaus wachsen sollten, damit Kunden komplette Systeme von uns kaufen können, selbst wenn sie nicht Solaris betreiben – und damit sie Solaris kaufen können, selbst wenn sie das Betriebssystem nicht auf einem Sun-System ausführen wollten. (Stellen Sie sich die beiden Geschäftsbereiche wie die Schnittmenge im Mengendiagramm vor. Der beste Weg zur Vergrößerung der Schnittmenge ist nicht das Zusammenzwingen der Geschäftsbereiche, sondern deren Wachstum.) Vom ersten Tag an hörten wir immer wieder die Frage „Ist das Ihr Ernst?“, und genau diese Frage war die größte Hemmschwelle für den Verkauf.

Aus diesem Grund gingen wir die x64-Beziehung zu AMD ein und optimierten unsere Software und Systeme für Spitzenleistungen auf der Opteron-Plattform. Dabei ging es uns weniger um die Eroberung der Welt als um die Kunden und Märkte, bei denen unsere Technik und unser Design am besten zur Geltung kommen: missionskritische, skalierbare Systeme. Wir ließen die Finger von Tower-Servern und sahen von einer Spezialisierung auf einzelne Zahnarztpraxen und den Schuster an der Ecke ab. Stattdessen konzentrierten wir uns auf Systeme wie diese und auf Kunden wie diese. Und wir machten Geschäfte. Große Geschäfte. Nicht nur mit Solaris und Linux, sondern auch mit Exchange, SQL Server und Microsofts IPTV-Stack.

Im Laufe der Zeit nahmen wir auch das Angebot von Intel in unsere Arbeit auf und optimierten Solaris erneut für unsere Intel-Plattformen und die anderer Anbieter. Wir erschlossen neue Leistungsreserven und somit neue Märkte für uns und für die Community. Die Frage, ob wir es ernst meinten, war hinlänglich beantwortet. Es war uns ernst. Es war sogar unser voller Ernst, und das weiß nun jeder.

In einer Welt der verschwindenden Unterschiede differenzierten wir uns durch unsere Architektur. Unter Leitung des Teams von Andy Bechtolsheim und John Fowler bieten wir nachweislich bessere Leistung, Dichte und Effizienz sowie besseres integriertes Management und vereinfachte Wartung. Unser derzeitiges Angebot umfasst vollständig integrierte SPARC- und x64-Systeme und Lieferketten. Das bedeutet: Wenn Sie ein Blade-System (wie hier abgebildet) bei uns kaufen, können Sie SPARC-, AMD- und Intel-Blades mischen und alle einheitlich verwalten, unter Linux, Solaris und Windows – unter Project Virginia sowie unter VMWare. Wir können 100 % des Markts beliefern (darum arbeiten wir so konzentriert; bei einem so großen Markt verliert man nur zu leicht den Überblick). Wie gesagt: Der Schwerpunkt bei unseren Produkten liegt auf der Design-Innovation.

Das Ergebnis? Sowohl bei Betriebssystemen als auch bei den x64-Servern arbeiten wir uns nach vorne – Jahr für Jahr, Stück für Stück, Dollar für Dollar, RU für RU. Inzwischen sind wir der fünftgrößte x64-Anbieter auf dem Markt mit einem Marktanteil von einer Milliarde US-Dollar im Jahr (siehe unser letzter Quartalsbericht). Das ist ein ganzes Stück weiter als das „Nirgendwo“ vor zwei Jahren. Ähnlich positiv ist die Entwicklung bei Solaris (aufmerksame Analysten verfolgen Solaris inzwischen sogar unabhängig von unserer Hardware) – und das bereits vor der Einführung von Virginia.

Trotz des Jahresumsatzes in Milliardenhöhe, den wir mit unseren x64-Systemen erzielen, erhalten wir noch immer Einwände. Und welcher ist der häufigste? „Ihre Mitbewerber sagen, dass Sie Windows nicht ernst nehmen.“ Das ist natürlich Unfug. SQL Server läuft ganz hervorragend auf Produkten wie unserem x4500. Wir stellen sogar die Grundlage für eine der größten Windows-Implementierungen in den USA bei AT&T (für Microsoft IPTV). Ein großer Anteil unseres Geschäfts entfällt auf Windows, sowohl bei der Hardware als auch bei der Software (die Mehrzahl der Java-Entwickler verwendet Windows, und Windows war schon immer Teil unseres Software-Schwerpunkts).

Doch nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, uns dem gesamten Markt zu öffnen und die letzten Einwände auszuräumen. Aus diesem Grund planen wir gemeinsam mit Microsoft eine neue Beziehung mit zwei Schwerpunkten.

Erstens wird Microsoft Windows für Suns Project Virginia zertifizieren. Kunden und Partner können somit ihre Windows-Installationen problemlos im Rahmen des Angebots von Sun konsolidieren und virtualisieren. Das ist für uns wichtig, weil Sun somit über Linux und Solaris hinaus die Windows-Domäne erschließt. Und es beruht auf Gegenseitigkeit. Wir werden Solaris über Windows-Virtualisierung unterstützen. Das erweitert die Wahlmöglichkeiten für Kunden, und wir bei Sun verpflichten uns, alles (wirklich alles!) innerhalb der Free Software-Community zu tun (zur Not auch ohne mein Denkmal in der Ruhmeshalle). Daran ändert dieses Abkommen nichts.

Zweitens wird Sun die Windows-Plattform als OEM unterstützen. In die von uns vertriebenen Windows-Pakete integrieren wir die Java Runtime-Umgebung, unsere Tools und unsere Java Enterprise System-Middleware (und die OpenOffice-Suite). Kunden und Partner können somit direkt bei Sun kaufen. Von beiden Gruppen höre ich ausgesprochen positives Feedback auf die Unterzeichnung des Abkommen, durch das die Konsolidierung der Geschäfte unter Sun erleichtert wird. Genau das war der Sinn der Sache. Unsere Mitbewerber müssen nun die Folie aus ihrer Präsentation entfernen, auf der steht „Kaufen Sie lieber bei uns, denn Sun nimmt es mit der Windows-Kompatibilität nicht so ernst“.

Ist dieses Abkommen gut für Sun? Auf jeden Fall – es eröffnet uns neue Möglichkeiten, zieht einen Schlussstrich unter die Vergangenheit und ermöglicht die volle Konzentration auf Sun Virtualisierung, Solaris und Sun Systeme als eigenständige Bereiche. Bedeutet das eine neue Strategie für Sun? Nein. Wir können durchaus mehrere Aktivitäten auf einmal durchführen. Durch Ausführen, Virtualisierung und Unterstützung von Windows öffnen wir Türen.

Meinen wir es also ernst? Mit der Windows-Virtualisierung? Mit der Positionierung als guter OEM-Partner für Microsoft-Kunden? Mit dem Ausführen von Solaris auf Hardware aller Größenordnungen? Mit der Positionierung als plattformübergreifendes Software-Unternehmen? Als treibende Kraft bei der Entwicklung von Rechenzentren? Als weltweit größtes Unternehmen, das sich an der Entwicklung freier Software beteiligt?

Aber ja doch.

Sonst noch Fragen?

(Falls Sie wissen möchten, warum wir dieses Thema nicht im Rahmen unserer Veranstaltung für Analysten vor einigen Wochen angesprochen haben: Das Abkommen war noch nicht unterzeichnet, und vorzeitige Öffentlichkeitsarbeit ist dem Aufbau einer Beziehung selten förderlich. In diesem Fall ganz sicher nicht.)

(Update: Aktuelles zu Glassfish...)

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Freitag Sep 28, 2007

Der unaufhaltsame Aufstieg von OpenOffice.org

Mit der gestrigen Ankündigung von Sun und IBM erlebt die Technologiewelt einen weiteren Wandel: IBM wird Mitglied der OpenOffice.org-Community. Mit einer (eher unwahrscheinlichen) Ausnahme gibt es kein glaubhafteres Partnerunternehmen für OpenOffice.org als IBM. Dies ist eine großartige Leistung - herzlichen Glückwunsch an beide Teams.

Selbst wenn ich das schon öfter erklärt habe: Worauf gründet sich das (beiderseitige) Interesse? Erwarten wir von der wachsenden Zahl von OpenOffice-Benutzern wirklich Auswirkungen auf die Rechenzentren der Welt (mit denen unsere beiden Unternehmen ihr Geld verdienen)? Klar doch.

Die Entscheidungen der Anwender für bestimmte Technologien haben längst einen enormen Einfluss auf die Geschäftsabläufe. Ein Beispiel: 70 % der US-amerikanischen Wirtschaft beruht auf Verbraucherausgaben (das ist einer der höchsten Prozentsätze der Welt). Und Verbraucher tätigen ihre Ausgaben zunehmend über das Internet. Dabei verwenden sie die Geräte, die Software und die Services, für die sie sich entschieden haben. Glaube ich, dass sie über OpenOffice ein Rechenzentrum erwerben? Nein.

Die schiere Anzahl von Verbrauchern im Internet (hier und in den anderen Bevölkerungszentren der Welt) bedeutet, dass ihre Entscheidungen sich direkt auf die Standards auswirken, von Video on demand bis zu Anwendungen und Standards für Dokumente. Der Impuls geht nicht mehr allein von der Technologiebranche aus, sondern immer mehr von den Verbrauchern. Das gilt in Industrienationen wie in Entwicklungsländern.

Unsere These ist ganz simpel. Freie Software, wie kostenlose Suchfunktionen oder Video-Anwendungen, spricht den größten Teil der Weltbevölkerung an. Frei ist immer am günstigsten (und eine sehr bedeutende Philosophie zum Urheberrecht). So war es zum Beispiel mit den kürzlich erzielten Erfolgen mit dem weltweiten Aufstieg des ISO-Standards Open Document Format – zum attraktiven Preis (0 US-Dollar) bietet er uns nicht nur Freiheit von lästigen und komplexen Lizenz-, Patent- und Technologieverpflichtungen, sondern auch eine Vielzahl allgegenwärtiger kompatibler Produkte (darunter OpenOffice und Google Apps).

Worauf beruht die Durchsetzung von OpenOffice? Die Befürwortung durch Sun? Die Beteiligung von IBM? Die Unterstützung durch Google? Die Beliebtheit von Ubuntu? Die enorme Bedeutung der weltweiten Community steht jedenfalls außer Frage.

Aber lassen Sie mich das einmal anders ausdrücken. Kürzlich sprach ich mit der CEO eines sehr erfolgreichen Internet-Software-Unternehmens. Sie erklärte, dass es für sie von großer Bedeutung sei, das wesentliche Download-Produkt ihres Unternehmens kleiner als 5 Megabyte zu halten. Ich fragte sie, warum die Zahl der OpenOffice-Downloads trotz des zehnfachen Umfangs selbst an Orten mit schwacher Netzwerk-Infrastruktur beständig weiter wächst. Ihre Antwort?

„Mit meinem Download spart der Kunde nicht 400 US-Dollar.“ Und genau darum geht es.

Also holen Sie sich hier OpenOffice und erzählen Sie all Ihren Freunden davon – wer mit Microsoft Office kompatible Produktivitäts-Software zu Hause, bei der Arbeit oder an der Uni braucht, kann sie haben.

Völlig (kosten)frei.

Im besten Sinne des Wortes.

Share this post  del.icio.us | digg.com | slashdot.org | technorati.com | reddit | facebook | stumbleupon

Donnerstag Sep 27, 2007

Vielen Dank, Network Appliance

Heute hielten wir in New York eine Veranstaltung für Investoren und Analysten ab. Der Tag verlief insgesamt sehr gut. Wir erhielten Unterstützung und Ermutigung für die von uns eingeschlagene Richtung (und Anerkennung für die bereits erzielten Fortschritte – neue Produkte und so weiter).

In einem meiner ersten Gespräche mit Investoren nach der Veranstaltung überraschte mich ein Großaktionär jedoch mit der Frage: „"Weshalb hat NetApp ZFS den Kampf angesagt?“ Wie bitte? Ich war völlig baff – und so erfuhr ich erstmals, dass Network Appliance einen Prozess gegen Sun angestrengt hatte.

Mein erster Gedanke: NetApp sollte diesen Blog-Eintrag sorgfältig lesen, in dem die Sinnlosigkeit von Gerichtsverfahren als Mittel von Unternehmen, die proprietäre Software herstellen, zur Unterdrückung des Open-Source-Wettbewerbs aufgezeigt wird.

Inzwischen habe ich einige der Erklärungen des CEOs gelesen und möchte die folgenden Informationen nachreichen:

Erstens ist Sun nicht zur Lizenzierung von Sun-Patenten an NetApp herangetreten und hat auch keine Beschwerden gegen NetApp oder Forderungen erhoben.

NetApp unterbreitete StorageTek über einen Mittelsmann (klingt sonderbar, nicht wahr?) ein Kaufgesuch für STK-Patente. Nach der Akquise durch Sun wollten wir STK-Patente nicht verkaufen, waren jedoch bereit, sie zu lizenzieren. Anstatt jedoch über die Lizenzierung zu sprechen, entschied sich NetApp, uns zu verklagen und die Lizenzen für ungültig erklären zu lassen. Lassen Sie es mich ganz deutlich machen: Wir haben eine Klage weder eingereicht noch angedroht, und wir wissen von niemand anderem in der ZFS-Community, der das getan hätte.

Wir konzentrieren all unsere Kräfte auf Innovation und Kundenwerbung, nicht auf Rechtsstreitigkeiten.

Zweitens, die Frage der Patente: Wir setzen unser Patentportfolio zum Schutz der Communitys und der Kunden ein. Als Beispiel möchte ich unsere Einigung mit Kodak im Anschluss an deren Angriff auf die Java-Community anführen. (Das Verfahren wurde in Rochester, New York, geführt, der Heimatstadt von Kodak. Warum Net App ein Gericht im Osten von Texas bemühen möchte, ist hingegen nicht so leicht nachvollziehbar.)

Zu guter Letzt der vielleicht wichtigste Punkt (die Erklärung finden Sie ebenfalls hier): Ich danke unseren Freunden bei NetApp für ihre Anstrengungen, durch die nun gewährleistet ist, dass alle ihre bestehenden Kunden über die hervorragende Wirtschaftlichkeit von ZFS als Dateisystem und Plattform für die Speichervirtualisierung im Bilde sind. Ich möchte sie einladen, (weitere Informationen abzurufen) und das Speichergerät SunFire X4500 hier