Sonntag Sep 14, 2008

Wein, Virtualisierung und xVM

Ich erinnere mich an ein Gespräch, das ich vor einigen Jahren mit ein paar Kunden geführt habe. Wir unterhielten uns über Wein und Virtualisierung. (Eine nahezu perfekte Kombination, wenn Sie mich fragen.) Das Thema Wein kam deshalb auf, weil wir uns auf einer von Sun organisierten Veranstaltung in Napa Valley aufhielten, mitten im kalifornischen Weinbaugebiet. Und wir sprachen über Virtualisierung, weil die Anwesenden Experten für Rechenzentren waren und über zukünftige Entwicklungen diskutierten.

Sie alle verfügten über teure High-End-Rechenzentren und setzten sich mit gutem Recht zur Wehr, als man Ihnen vorwarf, Ihre Server zu „verhätscheln“. Schließlich trugen sie die Verantwortung für einige der kostspieligsten Systeme der Welt, die sich durch eine bemerkenswert hohe Zuverlässigkeit auszeichneten.

Sie hatten alle Bedenken hinsichtlich des aufkommenden Trends, Anwendungen in „virtualisierten“ Grids einer vernetzen Infrastruktur auszuführen (der Begriff „Cloud Computing“ war damals noch nicht angesagt, sonst hätte ihn einer der Teilnehmer mit Sicherheit benutzt).

Heutzutage ist Virtualisierung ein einfaches Konzept mit einem trendigen Namen, der von Insidern mit „v12n“abgekürzt wird (mein Name wäre dann übrigens „j14z“). Im Grunde geht es darum, Rechner in mehrere kleine virtuelle Maschinen aufzuteilen, von denen jede mit einem eigenen Betriebssystem und Anwendungspaket ausgestattet werden kann.

Mit anderen Worten, eine virtuelle Maschine übernimmt nicht nur die Aufgabe, mehrere Betriebssysteme auszuführen (mithilfe eines Hypervisors, siehe weiter unten), sondern die Betriebssysteme können sich auch je nach Arbeitslast oder Zeitplan dynamisch ändern. Die traditionelle Vorgehensweise, dass Computer A unter dem Betriebssystem B läuft und Anwendung C ausführt, wird nun durch einen dynamischeren Ansatz verdrängt, bei dem Computer für dringende Aufgaben zu Verfügung stehen, und zwar unabhängig vom Betriebssystem oder der zugrunde liegenden Architektur. Bei hohem Betriebsaufkommen in einem Online-Shop werden zum Beispiel einfach mehr virtuelle Maschinen zur Transaktionsverarbeitung bereitgestellt, während sie nach Abebben des Kaufrausches wieder anderen Aufgaben/Betriebssystemen zugeführt werden. Auch Kapazitäten sind nicht mehr starr, sondern dynamisch.

Meine Gesprächspartner beschäftigten sich nicht hauptsächlich mit dem Thema Desktop-Virtualisierung, obwohl es in ihren Systemumgebungen unterschiedliche Desktop-Betriebssysteme gab. Nicht gleich fünf verschiedene wie bei mir (was wohl eher die Ausnahme darstellt), aber doch mehrere Windows-Generationen. Der Grund dafür ist, dass sie nicht über den Quellcode älterer Anwendungen verfügten und daher an alten Betriebssystemen (und damit auch alter Hardware) festhalten mussten. Mithilfe von Desktop-Virtualisierung können Benutzer jedoch mehrere Betriebssysteme parallel auf einem einzigen Rechner ausführen, wodurch Softwareaktualisierungen nicht mehr zwangsläufig an Hardware-Upgrades gebunden sind. (Sehr zur Freude von CIOs und Entwicklern.)

Doch zurück zum Rechenzentrum. Durch Virtualisierung lässt sich die Infrastruktur stark konsolidieren. Da Anwendungen nicht mehr an Hardware gebunden sind, können Administratoren Kapazitäten und neue Systemelemente sinnvoller planen und erwerben. Doch so spannend das für alle Beteiligten auch klingen mag, was macht man, wenn dabei etwas schief geht? Das Handtuch werfen? Die Einsparungen auf den Kopf hauen und seine Karriere an den Nagel hängen? Warum diese ganze Aufregung?

Lassen Sie mich kurz zusammenfassen: Unsere Kunden befürchteten, durch Virtualisierung die Kontrolle über ihre Rechner zu verlieren. Eine mühsam erarbeitete Kontrolle, die die Zuverlässigkeit ihrer Systeme gewährleistet. Es ist prinzipiell möglich, einen virtualisierten Mainframe oder E25K zu „verhätscheln“ (und damit meine ich, einem einzelnen Rechner besondere Aufmerksamkeit zu schenken), doch im Falle einer Cloud gestaltet sich das nicht mehr ganz so einfach. Zudem lässt sich bei einer Cloud nicht so leicht herausfinden, warum sie langsam, fehleranfällig oder unzuverlässig ist. Fragen, die sich im Falle eines einzigen, großen Rechners weitaus einfacher beantworten ließen.

Als der Wein seine Wirkung zeigte, lehnten sich einige zurück and fingen an, von ihrer Vorstellung einer idealen Cloud-Umgebung zu sprechen (und wir machten uns eifrig Notizen). Zusammengefasst lauten ihre Wünsche wie folgt:

Umfassende Möglichkeiten zur Fehlerdiagnose: Alte Hasen wissen, dass im Rechenzentrum nicht immer alles so klappt wie geplant. Es ist also sicherer, davon auszugehen, dass man nach Problemen, Engpässen oder Verbesserungsmöglichkeiten suchen muss, anstatt zu hoffen, dass einfach alles reibungslos funktioniert. Alle Anwesenden legten zudem höchsten Wert auf absolute Sicherheit, schließlich stehen ihre Jobs auf dem Spiel, wenn einmal etwas schief laufen sollte.

An zweiter Stelle stand der Wunsch nach extremer Skalierbarkeit. Alle waren der Ansicht, dass der Trend in Richtung horizontal skalierter Grids (viele kleine Systeme, ein so genanntes „Scale-Out“) durch das Konzept weniger großer Systeme („Scale-Up“) verdrängt werden würde – wie es meistens der Fall ist. Das wird bereits heute schon im Zuge der Mehrkern-Prozessoren deutlich, mit denen sich 16-, 32-, 64- oder sogar 128-Bit-Systeme auf einem einzigen Geräte erstellen lassen, die über Hochleistungs-Netzwerktechnologie miteinander verbunden werden.

Skalierbarkeit sorgt jedoch für einen hohen Verwaltungsaufwand. Es mag einen Riesenspaß machen, 16.000 virtualisierte Rechner zu besitzen (fast wie 16.000 Welpen), aber nur, solange man sich nicht um sie kümmern muss. Das größte Problem (und der größte Kostenfaktor) in einem umfangreichen Rechenzentrum ist nicht die eingesetzte Technologie, sondern die vielen Einzellösungen und das Personal, das für die Verwaltung des Ganzen nötig ist. Die Möglichkeit einer unkomplizierten Verwaltung musste daher von uns an oberste Stelle gesetzt werden, wobei wir gleichzeitig die extreme Skalierbarkeit (innerhalb von Netzwerken) nicht außer Acht lassen durften.

Gewünscht wurde zudem ein vielseitiger Ansatz, der unabhängig von Hardware und Betriebssystem ist. Also eine Lösung, die sich mit beliebiger Hardware einsetzen lässt, nicht nur mit Servern und Speichersystemen von Sun, sondern auch mit Geräten von Dell, IBM und HP. Und sie bestanden auf eine Lösung, die nicht nur mit Solaris, sondern auch mit Microsoft Windows und Linux kompatibel ist. Die im Idealfall nicht nur von Sun, sondern auch von Microsoft, Intel und AMD empfohlen und unterstützt wird.

Und zu guter Letzt wünschten sie sich Open Source. Nachdem sie in den vergangenen Jahren immer mehr Richtung Open Source Software tendierten und deren Zuverlässigkeit zu schätzen gelernt hatten, war niemand mehr dazu bereit, proprietäre Software in die grundlegendsten Schichten seines künftigen Rechenzentrums einzuführen. Einige wollten aus Sicherheitsgründen Einblick in den Code haben, andere wollten in der Lage sein, ihn für besondere Arbeitslasten oder Anforderungen individuell anzupassen.

Aufgrund dieses Feedbacks lag für einen Teilnehmer die Antwort auf der Hand: „Warum nehmt ihr nicht einfach Solaris?“ Alle setzten Solaris in geschäftskritischen Umgebungen ein, alle schätzen seine Leistung, seine Möglichkeiten zur Fehlerdiagnose (mithilfe von DTrace)und die Fähigkeit der Skalierung für die weltweit größten Systeme. Die Antwort war nahezu perfekt, bis einer der Gesprächsteilnehmer einwandte: „Aber was ist mit Windows-Kunden? Ich glaube nicht, dass sie Solaris einsetzen möchten.“ Die Marke „Solaris“ war nicht mit dem Konzept der Betriebssystemunabhängigkeit vereinbar, und Neutralität stand nach wie vor im Mittelpunkt unserer Überlegungen. Aber wir wussten, dass unser umfangreiches Arsenal an OpenSolaris-Innovationen uns den Anfang erleichtern würde.

Das ist in groben Zügen der Hintergrund für unsere letzte Woche erfolgten Virtualisierungsankündigungen. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Probleme von Entwicklern und Rechenzentrumsbetreibern in heterogenen Umgebungen zu lösen. Wenn Sie unsere xVM-Angebote einmal näher betrachten, werden Sie feststellen, dass wir auf die obigen Anforderungen eingegangen sind. Die Integration von DTrace sorgt für umfangreiche Möglichkeiten zur Fehlerdiagnose. Dank der Skalierbarkeit unseres Kernels lassen sich selbst die größten Systeme der Welt virtualisieren. Unsere Kunden profitieren zudem von einer einfachen und übersichtlichen Benutzeroberfläche namens xVM OpsCenter zur Verwaltung von Clouds (weitere Informationen finden Sie hier), mit dem sich das Management und die Bereitstellung von Ressourcen sowohl in kleinen als auch großen Rechenzentren bewältigen lässt. Alles steht über Open Source (und kostenlose Downloads) zur Verfügung und wird von unseren Branchenpartnern unterstützt. In den Videos zur Markteinführung sehen Sie, dass xVM von Microsoft und Intel unterstützt wird (ja, Sie haben richtig gelesen, Microsoft unterstützt xVM). Des Weiteren haben wir ZFS integriert, um uns einen entscheidenden Vorsprung im Hinblick auf unser nächstes großes Ziel, der Virtualisierung von Speicher, zu verschaffen.

Und warum der Name xVM? Wir wollten verdeutlichen, dass diese Technologie nicht nur auf Solaris (8, 9 und 10) ausgelegt ist, sondern auch der Virtualisierung von Microsoft Windows und Linux (Ubuntu, Red Hat und allen anderen Distributionen) dient. Kunden werden in die Lage versetzt, ihre Betriebssysteme und ihre Hardware-Infrastruktur zu konsolidieren und das Ganze mit xVM Ops Center zu verwalten und zu warten.

Diese Woche veröffentlichen wir eine ganze Reihe von Virtualisierungsangeboten für Desktops und Rechenzentren, darunter Desktop-Virtualisierung (xVM VirtualBox), Rechenzentrums-Virtualisierung (xVM Server), High-End-Management (xVM Ops Center) und Virtual Desktop-Support (xVM VDI und SunRay). Alle Angebote werden von Branchenpartnern empfohlen und unterstützt sowie von einigen der einflussreichsten Kunden weltweit eingesetzt.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Gesprächspartnern bedanken, die an besagter Veranstaltung vor einigen Jahren teilgenommen hatten. Ganz herzlich möchte ich auch den Teams von Sun und unserer Partner-Community gratulieren, die an der Entwicklung von xVM gearbeitet haben.

Bei all den Feierlichkeiten rund um xVM sollten wir unsere nächste Veranstaltung vielleicht in der Champagne abhalten …

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Sonntag Sep 07, 2008

Der Wind hat sich gedreht

Seit meinem letzten Blog sind bereits einige Wochen ins Land gegangen – und nicht weniger als drei Hurricanes übers Land gezogen. Viele meiner Leser haben mich auf meine Abwesenheit aufmerksam gemacht – vielen Dank für den sanften Schubs.

Diesen Sommer hat sich einiges getan, und zwar in vielerlei Hinsicht. Die Kundennachfrage ist nach wie vor ungebremst. Das Gute an der – ansonsten ausgesprochen unguten – Wirtschaftskrise, unter der viele Kunden (vor allem die für uns so wichtigen Finanzdienstleister) leiden, ist jedoch: Sie wird zum Auslöser grundlegender Veränderungen. Kunden, die unter zunehmender Budgetknappheit leiden oder die ständigen Preiserhöhungen ihrer Anbieter satthaben, stehen neue Möglichkeiten zur Verfügung. Und noch nie war der Anreiz so groß, neue Wege zu gehen (vor allem, wenn der CEO eine Budgetkürzung um 50 Prozent ankündigt).

Ich führte kürzlich ein ausgesprochen interessantes Gespräch und zwar nicht mit einem Kunden, sondern mit einem Aktienanalysten eines global agierenden Finanzdienstleisters. Berichte von Aktienanalysten beeinflussen die Anlegergemeinde. Ihre – unabhängige – Forschung und Analyse dient unter anderem als Grundlage für Empfehlungen, Aktien zu kaufen, zu behalten oder abzustoßen. (Was den Brötchengebern der Analysten nur Recht ist, schließlich kassieren sie dann ordentliche Courtagen.)

Besagter Analyst hatte sich bisher mit Sun nicht beschäftigt und war dabei, seine erste Bewertung zu erstellen. Er war besonders an unseren Speicherplänen interessiert. Immer mehr von ihm befragte Kunden widmeten sich dem Thema Speicher und sprachen über eine besondere Open Source Software-Technologie: ZFS. Vor seinem Treffen mit mir sprach er mit Kollegen seiner eigenen IT-Abteilung und war schwer beeindruckt, dass einer von ihnen ZFS bereits privat nutzte. Das ist Musik in meinen Ohren! Wenn auch Sie gerne ZFS nutzen möchten, klicken Sie hier oder auf die rechts dargestellte Live-CD.

Sie werden zugegebenermaßen feststellen, dass das Thema Speicher bei Sun immer mehr in den Mittelpunkt rückt. Die Übernahme von MySQL stellte nicht nur eine Erweiterung des Angebots für Entwickler dar, sondern war auch eine Akquisition im Speicherbereich Die Diskussion um Flash-Speicher, ökonomische Archivierungslösungen und das parallele Dateisystem Lustre zeigen auf, wohin die Richtung geht und wo Sun fantastische Chancen für seine Kunden (und damit auch Investoren) sieht. Speicher- und Rechensysteme haben eine parallele Entwicklung durchlaufen. Wir bringen die Trends, die vor einigen Jahren die Serverlandschaft verwandelten (intensive Beteiligung an offenen Entwicklergemeinden sowie Skalierung mithilfe von geclusterten Standardbausteinen gegenüber proprietären Technologien), in das traditionell geschlossene und proprietäre Speichersegment.

Die Vorstellung, dass sich Kunden an offenen Entwicklergemeinden beteiligen, mag einige traditionelle Speicheranalysten abschrecken, die nach wie vor der Meinung sind, dass Speichersysteme zu geschäftskritisch sind, um Open Source Software dafür einzusetzen. Obwohl ich die Erfahrung dieser Analysten zu schätzen weiß, bin ich doch der Ansicht, dass auf dem heutigen Markt kein Schwarz-Weiß-Denken mehr angebracht ist. Fakt ist, dass in unternehmenskritischen Umgebungen nur Software mit Support eingesetzt werden sollte, weswegen wir ZFS mit einem kommerziellen Rund-um-die-Uhr-Support anbieten (sowohl für Hardware von Sun als auch von Dell). Die umfassende Nutzung der Ergebnisse von Open Source-Projekten wird weiterhin für tiefgreifende Veränderungen in Rechenzentren rund um den Globus sorgen. In seiner Prognose, dass 90 Prozent der Unternehmen weltweit in Zukunft auf Open Software setzen, schweigt sich Gartner jedoch darüber aus, in welchen Bereichen diese eingesetzt werden wird. Mein todsicherer Tipp lautet: in sämtlichen Unternehmensbereichen.

Doch zurück zu unserem Aktienanalysten. In geduldigem Ton fragte er mich: „Die Theorie klingt toll, aber wann spiegelt sich das im Umsatz wider?“

„Letztes Jahr“, entgegnete ich. „Und es hat gerade erst angefangen.“

Wie viele von Ihnen bereits wissen, brachten wir unser erstes ZFS-Speichersystem unter dem Namen Thumpers im Jahr 2007 auf den Markt. Ende letzten Jahres lag der Auftragswert von Thumpers bei rund 100 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 80 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr entspricht. Gemessen an der Kapazität lieferten wir im Finanzjahr 2008 rund 90 Petabyte an Thumper-Speicher, unter anderem für einige der anspruchsvollsten Speicher-Umgebungen der Welt (ein Anstieg von rund 200 % im Vergleich zum Vorjahr) Was trägt zu einem weiteren Wachstum bei? Der Einsatz von ZFS ist ein wichtiger Wachstumsfaktor. Auf diesem Diagramm sehen Sie, wo wir weitere Einsatzgebiete, und damit Umsatzmöglichkeiten, sehen. Kunden erkennen, dass sie auf diese Weise Geld, Platz und Strom sparen können. Im Vergleich zu anderen Produkten bietet Thumpers ungefähr die doppelte Kapazität, nimmt nur halb so viel Platz in Anspruch und kostet dabei nur die Hälfte, nämlich 1,20 US-Dollar pro Gigabyte. Diese effiziente Hardware-Ausnutzung erfolgt sowohl mit Windows als auch mit Linux.

Aus unserer Sicht wird das Konzept des „offenen Speichers“, also Systeme, die aus Standardelementen und Open Source Software bestehen, in der Zukunft weit mehr Anhänger finden, als proprietäre Speichersysteme. Dieses Wachstum wollen wir gezielt nutzen und werden aus diesem Grund im Laufe der kommenden Monate zahlreiche Speicherinnovationen auf den Markt bringen, um der wachsenden Kundennachfrage nach besseren/schnelleren/günstigeren/platzsparenderen Systemen nachzukommen. Sie dürfen auf Flash-, ZFS- und DTrace-Lösungen gespannt sein. Auch das gute alte System-Engineering wird eine wichtige Rolle bei unserem gewaltigen Vorstoß in den Speichersektor spielen.

Und falls Sie unsere Ankündigung vergangene Woche verpasst haben sollten: Wir sehen uns durch Branchenanalysen in unserem Vorhaben bestätigt. Laut IDC nutzen Kunden Plattenspeicherlösungen von Sun weit mehr als sämtliche anderen proprietären Lösungen der Konkurrenz. Die Wachstumsrate ist dabei dreimal so hoch wie die des gesamten Marktes. Eine durchaus annehmbare Ausgangsposition.

Wenn Sie gerne mehr erfahren und eine Testversion eines Thumper-Systems ausprobieren möchten, klicken Sie einfach hier und wählen Sie Ihr Land aus. Wir bieten weltweit für die meisten Systeme kostenlose Testversionen an und übernehmen sogar die Lieferkosten. Wenn Ihnen unser System gefällt, kaufen Sie es. Wenn nicht, kümmern wir uns um die Rücksendung. Ihnen entstehen dadurch keinerlei Verpflichtungen. Noch näher kommen wir an kostenlose Hardware-Downloads nicht heran.

Wie ich dem Analysten bereits sagte, braucht man nur einen Blick auf die von uns bereits gelieferten Ergebnisse zu werfen, um eine direkte Verbindung zwischen Open Source-Innovationen und Umsatzwachstum zu erkennen. ZFS wird wohl keinen großen Einfluss auf die Nachfrage nach unseren bisherigen Produkten haben. Die Technologie wird jedoch eine wichtige Rolle hinsichtlich der vor uns liegenden Marktchancen innerhalb dieser Branche spielen. Aber verlassen Sie sich nicht nur auf unsere Meinung hier bei Sun. Verlassen Sie sich lieber auf die Meinung unserer Kunden. Und die spüren deutlich, dass sich der Wind gedreht hat.

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Mittwoch Aug 06, 2008

LinkedIn setzt auf MySQL

Letzte Woche traf ich mich mit einem Kunden, der für den Technologiebereich und den operativen Betrieb eines der weltweit größten Unternehmen zuständig ist. Wir besprachen seine Prioritäten für das kommende Jahr, und auf seiner Liste mit den üblichen Punkten (Konsolidierung, Energiemanagement, Disaster Recovery, Einhaltung gesetzlicher Vorschriften) standen zwei interessante Worte:

„Open Source“

Ich fragte, was das zu bedeuten habe und warum er diesen Begriff notiert hatte. Er erklärte, dass eine Prüfung der Entwicklungstätigkeit innerhalb des Unternehmens ergeben hatte, dass eine enorme Zahl („Hunderte“) von Open-Source-Projekten „hinter den Kulissen“, also ohne das Wissen der Geschäftsleitung, durchgeführt worden war. Diese Projekte zielten auf Probleme ab, deren Lösung mit proprietären Technologien als zu teuer oder zu komplex galt. Sie reichten von der Einhaltung strikter Budgets bis hin zur Automatisierung neuer Prozesse. Anstatt sich gegen diesen Trend aufzulehnen, war das Unternehmen der Ansicht, dass er einen echten Gewinn darstellt und unter die Lupe genommen werden sollte. Und zwar mit Unterstützung durch Sun.

Ich erlebe diese „unsichtbare Macht“ von Open Source bei fast allen Kunden, die ich treffe – überall gibt es Communities, deren Mitglieder sich ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet fühlen und die eigene Produktivität sowie die von Kollegen sehr ernst nehmen. Diese Communities lösen Probleme – innerhalb einzelner Unternehmen, aber auch branchenübergreifend – ohne dass die Einkaufsabteilung eingeschaltet wird (wobei Richtlinien in Bezug auf Datenschutz, geistiges Eigentum und Softwarelizenzen streng eingehalten werden). Sie tragen also zweifellos zur Wertschöpfung bei.

Ist die Nutzung unabhängiger Software denn überhaupt so ungewöhnlich? Ich glaube nicht. Es ist wie mit der Wahl Ihrer bevorzugten Suchmaschine oder Ihres bevorzugten sozialen Netzwerks – ohne eine gesonderte Bestellung bei der Einkaufsabteilung. Wir alle treffen diese Entscheidungen (das gilt auch für CIOs) und sie wirken sich zweifellos auf unsere Produktivität aus. Die meisten fortschrittlichen CIOs bemühen sich darum, diesen Trend zu nutzen, statt ihm entgegenzuwirken, und wägen ab, wie sie Vorgaben und Eingriffe auf ein Minimum reduzieren können. Dazu wählen Sie nur die wichtigsten Richtlinien und Standards aus, um die Effizienz bzw. die Einhaltung von Richtlinien zu gewährleisten.

Die unsichtbare Macht der Open-Source-Verbreitung wirkt sich nachhaltig auf den IT-Sektor aus und verändert die Marktchancen für Sun – im Bereich Software, Server und Speichersysteme. Bereits vor der Übernahme durch Sun hatte sich MySQL in der globalen Open-Source-Community etabliert und im Verborgenen in zahlreichen Unternehmen in aller Welt Einzug gehalten. Meiner Ansicht nach hat die Akquisition weniger die Bedeutung von MySQL für Entwickler als vielmehr für die alteingesessenen Entscheidungsträger im Technologiebereich verändert, indem die Kluft zwischen diesen beiden Gruppen überwunden wurde. Ein weit verbreitetes Produkt stellte eine sichere Wahl für den Einsatz in Unternehmen dar. Durch die Übernahme wurden Türen geöffnet und neue Dialogmöglichkeiten geschaffen: Seit der Ankündigung konnten wir sowohl bei den Verkaufszahlen als auch bei den Downloads einen deutlichen Anstieg verzeichnen. Darüber hinaus stellen viele CIOs, so auch mein bereits erwähnter Gesprächspartner, ihren Teams die Frage „In welchen Bereichen nutzen wir MySQL?“. Die Antworten sind stets sehr interessant.

Wenn wir dann auf die Verkaufszyklen für MySQL Enterprise Abonnements zu sprechen kommen (für Kunden, die missionskritischen Support u. Ä. wünschen), ist die häufigste Frage, die mir von „traditionellen“ Kunden gestellt wird, die nach der Skalierbarkeit von MySQL.

Diese Frage lässt sich am besten beantworten, indem man auf die globalen Unternehmen verweist, die auf MySQL setzen. Und zumindest eines davon wird nämlich von dem Fragesteller selbst häufig benutzt: LinkedIn. Hier erfahren Sie, wie Sun und LinkedIn gemeinsam eines der weltweit größten, hochwertigsten und am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke betreiben – und das auf einer globalen Skala.

Wenn LinkedIn weiter in diesem Tempo wächst, wird die Plattform bald die Dienste für mehr Konten verwalten als die meisten Banken der Welt und dabei herausragenden Mehrwert schöpfen. (Und falls Sie sich noch nicht registriert haben, sollten Sie das jetzt nachholen!)

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Mittwoch Jul 09, 2008

Solaris an der Wall Street – immer schneller

Vor einiger Zeit saß ich mit dem CEO eines internationalen Finanzdienstleisters beim Abendessen. Eine seiner ersten Amtshandlungen als CEO war die Stornierung eines großen Outsourcing-Vertrags. Ich fragte ihn nach seinen Beweggründen, und seine Antwort ist mir gut in Erinnerung. „Das Bankgeschäft beruht auf Technologie. Voll und ganz. Ohne ein unternehmenseigenes Technologieteam habe ich keine Erfolgschancen.“

Ungeachtet seiner Ansichten über das Outsourcing habe ich Ähnliches von vielen (aber nicht allen) Führungskräften im Finanzdienstleistungssektor gehört. Das Bankwesen (wie auch Telekommunikation, Medien und Einzelhandel) hat sich zu einem Technologiegeschäft entwickelt, in dem Leistung und Differenzierung von enormer Bedeutung sind. Gerade wenn die Börse brodelt.

Vor diesem Hintergrund kommt die Pressemitteilung, die wir gemeinsam mit Intel herausgegeben haben, genau richtig, denn darin geht es um den Geschwindigkeitsrekord von einer Million Nachrichten pro Sekunde, der mit dem Reuters Market Data System auf Solaris 10 für Intel Silicon aufgestellt wurde (Einzelheiten finden Sie in der Pressemitteilung). In diesem Zusammenhang möchte ich unseren Kollegen bei Intel und Thomson Reuters meinen Dank aussprechen. Leistung bedeutet Marktvorteile, Energie-Einsparungen, Rechenzentrumskonsolidierung oder auch gleich alle drei. Und die Kunden haben die Wahl.

Zu meinem letzten Post über die Auswirkungen von Flash-Speicher und ZFS auf die Welt der Rechenzentren gibt es nun eine weitaus aussagekräftigere technische Perspektive von Adam Leventhal. Lesen Sie Communications of the ACM: Flash Storage Memory – es lohnt sich.

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Dienstag Jun 10, 2008

Alles andere als eine Eintagsfliege

Es gibt eigentlich bloß zwei Arten von Speichergeräten: solche, die schon mal ausgefallen sind, und solche, die kurz vor einem Ausfall stehen. Diese Ansicht herrscht in den meisten Rechenzentren vor, wobei die traditionell mechanischen Geräte auch gerne abwertend als „spinning rust“ (rotierender Rost) bezeichnet werden. Alle Laufwerke versagen irgendwann – wobei der Ausfall bei billigen Laufwerken normalerweise eher früher als später auftritt.

Wenn eine Festplatte im Durchschnitt nach etwa fünf Jahren ausfällt, reicht es, gelegentlich Backups für Laptops zu erstellen. Ein durchschnittliches Unternehmen verfügt jedoch über 100 oder 1.000, wenn nicht sogar 10.000 oder 100.000 Einzellaufwerke. Da sind Ausfälle an der Tagesordnung bzw. ereignen sich zum Teil stündlich – dies ist nun mal das größte Manko mechanischer Geräte.

Und jeder Ausfall ist mit einem potenziellen Datenverlust verbunden. Es bringt also nichts, Standardfestplatten zu verwenden, um Ihrem Chef 500.000 US-Dollar einzusparen, wenn er letztendlich eine Geldstrafe von 50.000.000 US-Dollar zahlen muss, weil er gegen Datenspeicherungsgesetze verstoßen hat. Börsengeschäfte, medizinische Bilder oder auch Filme – einige Daten müssen einfach perfekt sein. Nicht eine Dezimalstelle oder ein Pixel darf fehlen.

Genau deswegen hat Sun bereits vor Jahren eine Speicherplattform namens ZFS entwickelt. ZFS basiert auf der wichtigen Annahme, dass ein zuverlässiges System aus unzuverlässigen Einzelteilen bestehen muss. Durch die Nutzung von Überkapazitäten bei Rechenzyklen ist ZFS in der Lage, permanent Integritätsprüfungen durchzuführen, sodass jegliche fehlerhafte Daten gleich festgestellt werden. Dank ZFS können Kunden die preisgünstigsten Festplatten und einfachsten Systeme einsetzen und trotzdem von bestmöglicher Datenintegrität sowie von massiven Kosteneinsparungen und geringerer Systemkomplexität profitieren.

Mittlerweile gibt es jedoch eine neue Möglichkeit, die viele von Ihnen bereits aus den Speicherkarten von Mobiltelefonen, iPods oder Digitalkameras kennen: den sogenannten Flash-Speicher. Ähnlich wie DRAM (die Speicherchips in Ihrem Computer) kann Flash-Speicher Daten schnell lesen und schreiben. Preislich gesehen ist Flash zwischen DRAM und herkömmlichen Festplattenlaufwerken anzusiedeln. Im Gegensatz zu den beiden Alternativen benötigt Flash-Speicher jedoch keinen Strom, um sich Daten zu „merken“. Angesichts der weltweit drastisch steigenden Stromkosten kostet Sie die Anschaffung von Speicher unter Umständen genauso viel wie der Betrieb von 10.000 Laufwerken mit einer Geschwindigkeit von Tausenden von Umdrehungen pro Minute. Im Hinblick auf kapazitätsstarke Hardware hat sich Strom zu einem ausschlaggebenden Faktor entwickelt, und wir können davon ausgehen, dass Flash-Speicher die Branche aufwirbeln wird.

Bislang gab es zwei Hindernisse, was den Einsatz von Flash-Speicher in Unternehmen betrifft.

Das erste Hindernis sind die Kosten. Flash-Speicher ist pro Gigabyte teurer als ein vergleichbares Festplattenlaufwerk. Doch mit jedem Anstieg der Stromkosten (und jeder Senkung des Preises von Flash-Speicher) verringern sich die mit Flash-Speicher verbundenen relativen Kosten pro verfügbares Gigabyte. Und bedenken Sie auch, dass Festplattenlaufwerke nur zur Verfügung stehen, wenn sie eingeschaltet sind. Ein Gigabyte einer mechanischen Festplatte kostet Sie unter Umständen weniger als ein Gigabyte Flash-Speicher, wobei Flash-Speicher Daten deutlich schneller lesen und schreiben kann. Die Kosten pro verarbeitetes Gigabyte sind dadurch außerordentlich gering.

Es ist jedoch nicht wünschenswert, Flash als weitere Speicherschicht im Rechenzentrum einzuführen, denn dies bringt neue Kosten und Verwaltungsaufgaben mit sich. Um eine grundlegende Veränderung der Branche zu erzielen, müsste der Flash-Speicher sowohl für Benutzer als auch für Bediener transparent sein, und zwar ohne Umstellungs- oder Betriebskosten. Und genau dieses Ziel verfolgen wir mit ZFS. ZFS integriert Flash-Speicher auf transparente Weise in die Speicherhierarchie eines aktiven Systems und nutzt dabei zunächst den Mikroprozessor-Cache für verarbeitungsintensive Aufgaben, danach DRAM, dann Flash-Speicher und schließlich die Festplatte (und ganz am Ende Bandspeicher). Mithilfe von ZFS wird ein hybrider Speicher-Pool geschaffen, der die gleichzeitige Verwendung von Flash-Speicher, DRAM und Standard-Festplatten ermöglicht. Dieser Pool wird von ZFS automatisch dazu verwendet, die bestmögliche Preis-, Leistungs- und Energieeffizienz zu erzielen. Einfach ausgedrückt: Unsere Speicher- und Serversysteme arbeiten deutlich schneller – ohne dass ein Upgrade des Mikroprozessors erforderlich wäre. Auf diese Weise ist das Hinzufügen von Flash-Speicher vergleichbar mit dem von DRAM. Ist der Speicher erst mal integriert, fallen keine neuen Verwaltungsaufgaben an, dafür ergeben sich jedoch bislang unbekannte Fähigkeiten.

Aus diesem Grund sind wir so begeistert von Flash-Speicher. Die Kosten pro verfügbares, verarbeitetes Gigabyte (also die Gesamtbetriebskosten für Speicher) sinken deutlich, wenn Flash im Spiel ist, insbesondere bei daten- oder leistungsintensiven Anwendungen (z. B. MySQL, Postgres, Oracle oder SQL Server). In Kombination mit dem richtigen Systemdesign bietet Flash die Möglichkeit erheblicher Kosten- und Leistungsvorteile. Mit der Einführung von Suns xVM-Hypervisor können wir diese Leistungsvorteile auf jedem beliebigen Host-Betriebssystem ermöglichen (beim Einsatz auf xVM können die Vorteile von ZFS und Flash auch unter Windows genutzt werden).

Das zweite Hindernis lässt sich nicht ganz so leicht bewältigen: Flash-Speicher kann zwar unendlich viele Male gelesen werden, aber mehrere Hunderttausend Schreibvorgänge hinterlassen Abnutzungserscheinungen. Die meisten Menschen erreichen normalerweise keine 500.000 Schreibvorgänge bei ihrer Digitalkamera. In einem Unternehmen ist dies jedoch keine Seltenheit. Die Lösung?

Auch in diesem Fall schafft ZFS Abhilfe.

ZFS behandelt Flash-Speicher wie jedes andere Speichermedium – bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass alle Speichergeräte früher oder später ausfallen – und verwaltet die Datenintegrität unabhängig davon, ob der Ausfall auf einen schlechten Festplattenmotor, Schreibabnutzung oder eine Bohrmaschine zurückzuführen ist. Zudem sorgen immer ausgereiftere „Wear Leveling“-Algorithmen für ein gleichmäßigeres Abtragen des Speichers. So wird zum einen die Lebensdauer von Flash-Speicher verlängert, zum anderen werden Hotspot-bezogene Ausfälle durch ausgewogenere Schreibvorgänge vermieden. Kurzum: Bei Verwendung von ZFS ist die Abnutzung kein Problem mehr (weder bei Festplatten noch bei Flash-Speicher – letztendlich gibt es bei beiden Beschränkungen durch Abnutzungserscheinungen).

Das ist die Prämisse, die bei allen Sun-Systemen in Bezug auf Open Storage zum Tragen kommt. Wir integrieren ZFS, Flash-Speicher und einige außergewöhnliche Hardware-/Prozessor-Innovationen, um eine bessere Leistung, geringeren Stromverbrauch, Allzweckspeicher und Server-Appliances zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise kann jede Software, die auf unseren SPARC- oder x86-Systemen läuft, schneller ausgeführt werden (insbesondere MySQL-Benutzer werden eine deutliche Verbesserung feststellen). Und zwar zu einem Bruchteil der Kosten herstellerspezifischen NAS-Speichers. Unsere ersten Flash-Systeme werden voraussichtlich gegen Ende dieses Kalenderjahres auf den Markt gebracht.

Wie Sie sich vermutlich denken können, werden ZFS und die gesamte zugrundeliegende Software kostenlos und ohne kommerziellen Support zur Verfügung gestellt. OpenSolaris, ZFS, MySQL und Postgres sind bereits erhältlich (klicken Sie auf das Bild links, um eine kostenlose LiveCD zu erhalten oder sehen Sie sich die ZFS-Version von Apple für Mac OSX an). Die Softwareeinnahmen ergeben sich durch jene Unternehmen, die bei missionskritischen Implementierungen den technischen Support von Sun in Anspruch nehmen möchten. Was die Hardware anbelangt, können Partner und Kunden dank der Try and Buy-Programme von Sun eine kostenlose Testversion eines unserer Systeme bestellen und das betreffende System 60 Tage lang ausprobieren. Wenn Sie zufrieden sind, können Sie das Produkt kaufen. Anderenfalls tragen wir die Kosten für die Rücksendung.

Um das Ganze noch mal auf den Punkt zu bringen: Wir halten Flash-Speicher für alles andere als eine Eintagsfliege. Angesichts der steigenden Stromkosten und sinkenden Flash-Preise wird die Kombination aus Flash, ZFS und echter Systeminnovation unserer Meinung nach einen noch größeren Einfluss auf die Rentabilität von Rechenzentren haben als Virtualisierung.

Es ist wirklich eine große Sache!


UPDATE: Möglicherweise ist Ihnen bereits aufgefallen, dass wir der Liste von Unternehmen, die Solaris (und somit ZFS) unterstützen, neben unseren OEM-Partnern Intel, IBM und Dell heute Morgen auch noch offiziell Fujitsu-Siemens hinzugefügt haben. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten!

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Montag Jun 02, 2008

Wachstum in den P7-Ländern (nicht nur in der G7)

Die einzigen Standards, auf die es ankommt, sind De-facto-Standards.

Dies ist zugegebenermaßen eine Binsenweisheit in der Welt der Technologie. Ganz gleich, wie viel Mühe sich Standardisierungsorganisationen und Justizbehörden geben, letztendlich zählt nur, ob ein Standard oder eine Norm vom Markt angenommen wird. Standards lassen sich nicht von oben verordnen, sondern ergeben sich aus der Marktdurchdringung.

Vor kurzem diskutierte ich in einem Expertengremium darüber, wie der Einzug moderner Technik die Entwicklung der Wachstumsmärkte beeinflusst (insbesondere Brasilien, Russland, Indien, China und Afrika, oft unter dem Kürzel BRICA zusammengefasst).

Einer der Teilnehmer verwies auf eine interessante Neuausrichtung traditioneller Medienunternehmen, die sich zunehmend in aufstrebenden Ländern engagieren. Attraktiv ist dabei nicht das Wachstum des Bruttosozialprodukts, sondern die Bevölkerungsstruktur dieser Länder. Keine andere Altersgruppe gibt so viel Geld für Medien (Musik, Kinofilme und sonstige Unterhaltung) aus wie Teenager und junge Erwachsene zwischen 20 und 30. Und es sind genau die BRICA-Länder, in denen die meisten Angehörigen dieser Zielgruppe leben – nicht etwa die USA, Großbritannien oder Deutschland. Wo lebt fast die Hälfte der Weltbevölkerung? Die Studie, die das Marktforschungsinstitut Ovum für die New York Times durchführte (siehe rechts), gibt hier wichtige Aufschlüsse. Die Zahlen lassen ein enormes Wachstumspotenzial für Medien aller Art erahnen. Zudem lassen sich weltweit mehr Nutzer das Internet auf dem Handydisplay anzeigen als auf dem PC-Monitor.

Die neuen Kaufkraftverhältnisse gelten nicht nur für die klassischen Medien. Auch die Softwarebranche ist eine Medienbranche: Im Grunde genommen sind die beiden bereits verschmolzen. (Eine digitale Datei ist eine digitale Datei, ganz gleich, ob von einer Programmierplattform wie OpenSolaris oder MySQL die Rede ist, von einem neuen Video des chinesischen Musikers Jay Chou oder den Highlights eines Sportereignisses). Die Infrastruktur zur Verbreitung und Bearbeitung dieser Inhalte (Server, Software für Netzwerke, Speicher usw.) orientiert sich verstärkt an den Bedürfnissen der Verbraucher. Kein Wunder, denn der Business-to-Consumer-Bereich (B2C) wächst weitaus stärker als der Business-to-Business-Bereich (B2B). Die Frage ist nun, wo sich das größte Marktpotenzial für Network Computing auftut. Naturgemäß in Nähe der großen Marktzentren, also in der Nähe der Verbraucher (von denen mehr als die Hälfte in städtischen Gebieten mit guter Netzabdeckung leben). Im Rahmen der B2B-Idee konzentrierte sich die IT-Branche noch auf die großen Wirtschaftszentren (die G7-Staaten). Jetzt vollzieht sich eine grundlegende Trendwende, und das B2C-Konzept lockt Unternehmen direkt zu den Kunden und in die Bevölkerungszentren. Angelehnt an den englischen Begriff population (Bevölkerung) könnte man also von den P7 sprechen.

Vor diesem Hintergrund habe ich einige Änderungen an der Positionierung von Sun vorgenommen. Unsere Führungskraft und unsere Ressourcen konzentrieren sich nun auf zwei neue Bereiche.

Wie die meisten bei Sun wissen, habe ich Lin Lee in mein Team aufgenommen. Er ist in Zukunft verantwortlich für die Beziehungen zu Regierungen und NGOs. Von Shanghai aus wird er unsere Vision nachhaltiger Netzwerkinfrastrukturen propagieren – eine Vision mit Open-Source-Lösungen und Dokumentformaten für effiziente Rechenzentren, die in den aufstrebenden Märkten bereits großes Interesse weckt. In diesem Zusammenhang wird es Lins Hauptaufgabe sein, Studenten, Universitäten und Regierungsbehörden die Entwicklung eigener Lösungen zu erleichtern.

Für Global Sales and Services ist in Zukunft Peter Ryan verantwortlich. In seinen Zuständigkeitsbereich fällt die neue Vertriebsregion Emerging Markets mit Denis Heraud an der Spitze. Die Emerging-Markets-Region mit ihren schnell wachsenden Ländern (darunter auch BRICA) erhält den gleichen Stellenwert wie Nordamerika, Europa und Asien. Allein im letzten Quartal sind unsere Umsätze in den BRICA-Ländern zweistellig gewachsen. Wir möchten auf diesen Trend aufbauen, und deshalb haben wir das Unternehmen neu ausgerichtet, Ressourcen umgeschichtet und Führungspositionen neu besetzt.

Peter Ryan (der mir letztes Wochenende erzählte, dass er am Anfang seiner Laufbahn mit Mainframe-Systemen gearbeitet hat!) übernimmt für Don Grantham. (Don wechselt zu HP, weil die Kollegen sich noch ein paar Solaris-Lizenzen sichern möchten, bevor der EDS-Deal über die Bühne geht ...)

Die aufstrebenden Märkte wissen inzwischen um ihr Marktgewicht. Wer sich mit etablierten IT-Standards beschäftigt, kann das bestätigen, denn in diesen Ländern ist die Aufgeschlossenheit gegenüber Free- und Open-Source-Software und die Bereitstellungsquote mit am höchsten. Dass in diesen Ländern das Interesse an nachhaltiger Technologie besonders groß ist, überrascht nicht: 100 Millionen neue PC-Anwender, von denen jeder 200 Watt Leistung benötigt, bringen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt – Fortschritt, der allerdings mit ca. 20 Gigawatt aus Kohlekraftwerken befeuert werden muss. Vor diesem Hintergrund wird klar, warum unsere SunRay Desktop-Rechner mit einem Verbrauch von gerade einmal 4 Watt in den Entwicklungsländern (und der „entwickelten“ Welt) so gefragt sind.

Wir machen keinen Hehl daraus: Wir konzentrieren uns verstärkt auf aufstrebende Wirtschaftsräume, weil dort freie Software und unsere Umsätze am stärksten wachsen. Wo werden die meisten OpenOffice-Pakete installiert? Dort, wo sich ein Preisunterschied von 300 Dollar pro PC über Kauf oder Nichtkauf entscheidet.

Kein Wunder, dass sich diese Länder so vehement für offene Standards einsetzen. Allein schon wegen der Bevölkerungszahlen haben ihre Entscheidungen enorme Tragweite.

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Sonntag Mai 18, 2008

Transparenz und Entscheidungen

Vor nicht allzu langer Zeit saß ich dem CEO eines Medienunternehmens gegenüber. Er war ausgesprochen stolz auf den gesellschaftlichen Beitrag seines Unternehmens, dessen globales Team besonnener, preisgekrönter Journalisten Neuigkeiten in alle Welt vermittelt.

Er wollte von mir wissen, warum ich stolz sei, für Sun zu arbeiten. In meiner Antwort erwähnte ich unter anderem die Rolle, die Sun dabei spielt, dass auch seine Geschichte erzählt wird. Schließlich sind Journalisten dank unserer Technologien überhaupt erst in der Lage, ihre Artikel zu verbreiten. Insbesondere im Hinblick auf die Publikation von Artikeln über das Internet spielt Sun eine entscheidende Rolle. Und ich bin immer wieder aufs Neue stolz darauf, dass Sun einen wichtigen Beitrag dazu leistet, die Welt offener und transparenter zu gestalten.

Das Internet ist jedoch nicht nur ein Forum für professionelle Journalisten. Auch die übrigen Bewohner dieser Welt sorgen mit ihren Digitalkameras, Mobiltelefonen, Blogs und Emails für beispiellose Transparenz. Heutzutage werden uns die traumatischen Ereignisse und Katastrophen, die in aller Welt geschehen, unmittelbar vor Augen geführt. Schließlich ist Sonnenlicht nicht bloß ein natürliches Desinfektionsmittel, sondern kann darüber hinaus als effizientes Sicherheitsnetz fungieren - und Probleme lassen sich nun mal nur dann beheben, wenn man weiß, dass es welche gibt. Sobald ein Problem bekannt ist, können selbst kleine Beiträge einen sichtbaren Unterschied machen, vor allem wenn sich über ein Medium wie das Internet eine Art Dominoeffekt einstellt.

In den letzten Tagen musste die Welt die verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in China mitansehen. In der San Francisco Bay Area, wo sich die Hauptniederlassung von Sun befindet, hat dieses Beben uns in Schrecken versetzt, nicht nur, weil wir Kollegen, Freunde und Verwandte in China haben, sondern weil wir bereits am eigenen Leib die Auswirkungen von Erdbeben gespürt haben. Der Zyklon in Burma hat bei all jenen, die die Hurrikane in New Orleans miterlebt haben, ähnliche Gefühle geweckt.

Die Welt wird zunehmend transparenter. Und jeder einzelne Beitrag hilft - sei es 1 Dollar oder 1 Million Dollar. Je mehr Menschen mitmachen, desto besser.

Deswegen habe ich persönlich Geld an Hilfsorganisationen gespendet, bei denen ich mich darauf verlassen kann, dass sie notleidenden Menschen helfen.

Und ich würde mich freuen, wenn auch Sie sich die Zeit nähmen und einen Beitrag leisten würden.

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Dienstag Mai 13, 2008

JavaFX als Plattform für RIA

Letzten Freitag ging das Entwicklerforum JavaOne zu Ende. Zu Gast waren Besucher aus aller Welt und allen möglichen Branchen: von Unterhaltungselektronik und Computerspielen über Unternehmens-IT, Weltraumforschung, Fabrikautomatisierung und die Automobilindustrie bis hin zu Hochschulen – denn ähnlich wie das Netzwerk hat Java fast jedem etwas zu bieten.

Die wichtigsten Ankündigungen drehten sich dieses Jahr um die Rolle, die Java im Hinblick auf die Zukunft von RIAs (Rich Internet Application; Reichhaltige Internet-Anwendung) spielt. Was genau ist eine RIA? Die Antwort hängt ganz von der Sichtweise ab. Für mich ist eine RIA eine netzwerkfähige, typischerweise nicht browserbasierte Anwendung, die auch dann weitergenutzt werden kann, wenn keine Verbindung mehr zum Netzwerk besteht.

Ich würde sogar behaupten, dass Java schon immer eine RIA-Plattform gewesen ist, und zwar als noch gar kein Interesse an einer solchen Plattform bestand. Die frühen Java-Applets boten Interaktivität, verbunden mit erhöhter Entwicklungskomplexität und auf Kosten der Antwortzeiten. Damals reichte ein Browser; seit einiger Zeit wird statt Applets eher Javascript verwendet.

Browser-basierte Anwendungen stoßen jedoch mittlerweile an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und ihrer Leistungsfähigkeit, und die Inhalteanbieter sind stets auf der Suche nach neuen, noch besseren Interaktionsformen (z. B. mit HD-Video oder erweiterter Interaktivität). Entwickler wünschen sich ebenfalls neue Tools, denn obwohl der Browser sich als äußerst praktisches Programmiermodell erwiesen hat, zeigt er doch Schwächen hinsichtlich der Implementierung von RIAs oder unvernetzten Anwendungen.

Auch die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen hat – wenn auch eher auf subtile Weise – Einfluss auf die zunehmende Beliebtheit von RIAs. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen, die RIAs entwickeln, unabhängig von Browsern und Suchmaschinen arbeiten wollen, da sie deren Standardeinstellungen und die Dominanz der Betreiberkonzerne als unerwünschte Konkurrenz empfinden. Deswegen ist die Nachfrage nach lokal installierten Anwendungen, die eine reichhaltige, direkte und dauerhafte Interaktion mit dem Kunden ermöglichen, gestiegen. Schließlich möchte niemand Lizenzgebühren zahlen, um seine Kunden zu erreichen.

Als wir uns mit der Neudefinition der Java-Plattform befassten, hatten wir die Anforderungen verschiedenster Gruppen vor Augen. Und zwar nicht nur die von Programmierern, sondern auch die von Sport-Franchises, die direkteren Kontakt zu ihren Fans wünschen, von Medienfirmen, die Browser-Standardeinstellungen umgehen möchten, sowie von Künstlern, Unternehmen und Geräteherstellern – alle wollen auf individuelle Weise über das Netzwerk mit Benutzern interagieren. Dabei sind die Anforderungen, die diese Gruppen an eine RIA-Plattform stellen, praktisch identisch. Sie wollen eine Technologie, die Folgendes bietet:

  • Alle Internet-Benutzer werden erreicht, unabhängig davon, ob sie Desktops, Mobilgeräte oder neuartige Geräte verwenden.
  • Die Technologie soll kurze Antwortzeiten bieten und die Möglichkeit bieten, kreative Entwickler am Entwicklungsprozess teilhaben zu lassen.
  • Sie muss auf dem vorhandenen Know-how aufbauen und sich in die bestehende Unternehmensstruktur integrieren lassen.
  • Die Technologie muss kostenlos sein und auf Open Source basieren.
  • Sie muss Inhalteanbietern das Urheberrecht ihrer Daten garantieren und Ihnen die Kontrolle an die Hand geben.

Auf der JavaOne sind wir letzte Woche auf all diese Punkte eingegangen:

1. RIA-Entwickler möchten alle Verbraucher weltweit und unabhängig vom verwendeten Gerät erreichen.

Warum? Damit Verbraucher direkten Zugang zum Markt haben, ganz gleich, welche Art von Gerät sie verwenden – ob Desktop, Mobiltelefon, Navigationssystem, digitales Buch o. Ä. So ist der Markt über alle möglichen Geräte zugänglich, nicht bloß über einen PC.

Wobei ich dazu sagen muss, dass die Beliebtheit von Java im PC-Bereich allein in den letzten Jahren rapide angestiegen ist. In Runtime-Downloads gemessen werden jeden Monat 40 bis 50 Millionen neue Java-Runtimes heruntergeladen und mehr als eine Milliarde pro Jahr wird aktualisiert. Die Zahl der Java-Plattformen übersteigt sogar die von Microsoft Windows: Die Java Runtime Environment (JRE) von Sun ist mittlerweile auf fast allen Windows-Geräten vorinstalliert (von HP, Dell, Lenovo, etc.), läuft aber auch auf Desktops unter Apple Macintosh, Ubuntu, Fedora, SuSe, Solaris und OpenSolaris. Zudem ist JRE auf Milliarden (jawohl Milliarden!) von Drahtlos- und Mobilgeräten installiert, darunter Armaturenbretter und Navigationsgeräte sowie Kindle, dem elektronischen Buch von Amazon (wussten Sie, dass Kindle eine Java-Plattform ist?).

Kurz gesagt: Die Java-Plattform erreicht mehr Menschen als jede andere Softwaretechnologie.

2. RIA-Entwickler verlangen nach Leistung, Funktionalität und Einfachheit.

Warum? Weil Inhalteanbieter und Anwendungsentwickler die Verbraucher miteinbeziehen möchten und sich zudem eine größere Beteiligung von Künstlern und anderen kreativen Köpfen an den Workflows wünschen.

Einfachheit gehörte nicht immer zu den Stärken von Java. Deswegen haben unsere Teams das Applet-Modell von Grund auf neu geschrieben und sich insbesondere auf die Geschwindigkeit der neuen Endanwender-Java Runtime-Umgebung (die Betaversion kann hier heruntergeladen werden) konzentriert. Das Ergebnis: hohe Ladegeschwindigkeit für Webseiten, überragende Leistungsfähigkeit bei komplexen Interaktionsformen und einfacher Zugang für Anwender. Des Weiteren haben wir Java mithilfe einer Skriptsprache vereinfacht. JavaFX ermöglicht es kreativen Köpfen, gemeinsam mit Programmierern ein mitreißendes Erlebnis für den Benutzer zu schaffen. Dabei können Tools (von Interaktionsdesign bis Pixelbearbeitung) eingesetzt werden, die sonst nur Designern und digitalen Künstlern vorbehalten sind.

Besonders freue ich mich darüber, dass es uns gelungen ist, das Problem der Desktop-Installation zu beheben. JavaFX-Applets lassen sich jetzt ganz einfach per Drag-&-Drop von einer Webseite isolieren (klicken Sie auf das Bild oben, um eine Demo hierzu zu sehen). Entwickler sind nun in der Lage, den Browser bei der simplen Installation von Anwendungen auf dem Desktop zu umgehen. Sobald das Applet per Drag-&-Drop auf den Desktop gezogen wurde, besteht eine direkte Beziehung zwischen den Inhalteanbietern und ihren Kunden.

Möglicherweise wissen Sie bereits, dass wir Java auf jeder Plattform, auf der es ausgeführt wird, um hochwertige Audio- und Video-Codecs erweitern. Auf diese Weise profitieren RIA-Entwickler von zeitbasierten Medien (klicken Sie hier, um eine Demo zu Hochleistungsvideo zu sehen).

3. Unternehmen möchten bei der Umstellung auf RIA ihre Java-Kenntnisse nutzen und die bestehende Infrastruktur weiterverwenden.

In fast jedem Unternehmen gibt es Programmierer mit Java-Kenntnissen, denn Java ist immer noch die weltweit führende Internet-Programmiersprache und in der globalen Business-Infrastruktur weit verbreitet. Im Zuge der Umstellung auf RIA-Plattformen können die vorhandenen Kenntnisse und Systeme weiter genutzt werden, sodass die Java-Community auf der bestehenden Grundlage aufbauen kann, statt sie zu ersetzen.

Dies ermöglicht es den Geschäfts- und Entwicklungsteams auch, sich auf die Interaktion mit Kunden zu konzentrieren, statt die IT-Abteilung mit dem Wunsch nach neuen Infrastrukturkomponenten zu verärgern (JavaFX-Entwickler arbeiten einfach mit der vorhandenen Infrastruktur und benötigen keine neuen Systeme für RIA-Anwendungen).

4. RIA-Entwickler wünschen sich kostenlose, offene Plattformen.

Warum kostenlos? Weil Entwickler ihre Anwendungen weder mit Lizenzgebühren belasten noch Technologien nutzen wollen, bei denen vorab feststeht, wo neue Kunden herkommen. Man baut keine Entwicklergemeinden im Bereich von Closed Source auf, sondern Benutzergemeinschaften – in unserem Fall gewährleitet die Auswahl und das Interesse der Entwickler die breitestmögliche Durchdringung des RIA-Marktes. Wie alle anderen Softwareplattformen von Sun wird auch JavaFX kostenlos als Open Source-Produkt zur Verfügung stehen und unter der GPL (v2)-Lizenz veröffentlicht werden.

Falls Sie bislang dachten, dass freie, offene Software eher in das Metier von Entwicklern mit Ziegenbärtchen und Tätowierung fällt ... möchte ich Sie darauf hinweisen, dass in Entwicklungsländern mittlerweile auch immer mehr Behörden und Hochschulen auf diese Art von Software umsteigen. Warum? Weil es darum geht, vor Ort Möglichkeiten zu erschaffen – es gibt keinen Grund, sich in Abhängigkeit von proprietärer Software zu begeben, wenn man es vermeiden kann.

Zu guter Letzt sollte noch erwähnt werden, dass in Web 2.0-Umgebungen nicht die Anwendungen, sondern die Daten der Schwerpunkt sind. Und diese Daten gehören IHNEN.

Falls Sie die sozialen Medien ebenso genau beobachtet haben wie wir, wissen Sie, dass die richtigen Tools und eine sorgfältige Planung beim Aufbau eines Online-Geschäfts eine entscheidende Rolle spielen. Wenn Ihnen klar ist, wie Benutzer Ihr Produkt einsetzen – ob es sich dabei um eine Fantasy Cricket-Liga oder eine Bankwebsite für Privatkunden handelt –, können Sie Geschäftsmodelle mit größerem Innovationspotenzial ausarbeiten, hochwertigere Services bereitstellen und die Werbung besser auf die Zielgruppe ausrichten. Die richtigen Daten ermöglichen fundierte Entscheidungen und schaffen Mehrwert (und resultieren letztendlich in höheren CPA (cost per action; Kosten pro Aktion).

Die meisten RIAs verschwinden jedoch nach ihrer Entwicklung und Implementierung im RIA-Nirwana. Entwickler, die versuchen, ihre Anwendungen außerhalb von Browser-Umgebungen zu entwerfen, verlieren entweder auf die eine oder andere Weise den Zugang zu Informationen über die Aktionen ihrer Benutzer oder sind auf einen Technologieanbieter angewiesen, der sich in ihren Datenstrom einschaltet. Einige dieser Technologieanbieter konkurrieren sogar mit den Inhalteanbietern.

Im Rahmen eines Projekts mit dem Namen Project Insight werden wir die Java-Plattform so instrumentieren, dass Entwickler den Datenstrom nutzen können, der durch ihren RIA-Inhalt generiert wird. So können sich JavaFX-Entwickler voll und ganz auf ihre eigenen Geschäftsmodelle konzentrieren, statt sich mit der Verbesserung der Modelle anderer zu beschäftigen.

_______________________

Welche Vorteile entstehen Sun durch den Erfolg von JavaFX?

Sun profitiert insofern, als Entwickler sich nicht für die Plattform eines anderen Anbieters (dies wird auch als „positive Option“ bezeichnet) und die zugehörige proprietäre Infrastruktur entscheiden (bedenken Sie dabei, dass RIAs mit Rich Internet Backends [RIBs?] verbunden sind). Da in der RIA-Welt ohnehin alle Anwendungsoptionen kostenlos sind, handelt es sich hier nicht um einen Wettbewerb, der über den Preis gewonnen wird.

Meiner Meinung nach wird die Plattform als Sieger hervorgehen, die Entwicklern die größten Freiheiten gibt. Schließlich wollen Entwickler Märkte, Geschäftschancen und Benutzerlebnisse ihren eigenen Vorstellungen entsprechend gestalten und nicht an die von Anbietern gebunden sein. Entwicklern Freiheiten geben – genau das ist unsere Stärke und die Grundlage unseres Handelns.

Entwickler erfahren unter JavaFX.com mehr zum Thema. Und werfen Sie auch einen Blick auf NetBeans, das ebenso wie Java für bahnbrechende Entwicklungen in der freien Welt sorgt ...

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Montag Mai 12, 2008

OpenSolaris, Amazon, MySQL und Glassfish ... Ein frischer Wind

Diese Woche haben wir anlässlich unserer alljährlich stattfindenden Entwicklerforen CommunityOne und JavaOne einige wichtige Mitteilungen bekannt gegeben. Auf zwei davon möchte ich an dieser Stelle genauer eingehen.

Zunächst einmal haben wir die erste kommerzielle Veröffentlichung von OpenSolaris angekündigt – für Hochleistungs-Entwickler und Entwicklungsteams (nicht für Otto Normalverbraucher ...). OpenSolaris ist speziell für Entwickler konzipiert, die nicht an herstellerspezifische Softwaremodelle gebunden sein wollen, sondern Innovation und Automatisierung im Bereich Betriebssysteme als unabdingbare Voraussetzung für die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen erachten.

Solaris 10, der ältere Bruder von OpenSolaris, richtete sich an IT-Abteilungen, die Carrier-Grade-Zuverlässigkeit den Vorzug vor schneller Innovation geben. OpenSolaris hingegen ist für Entwickler in Bereichen wie Hochleistungs-Computing und Social Networking gedacht, für die ein Repository voller Community-Innovationen (mit ZFS-basiertem automatischem Rollback), das ständig aktualisiert wird, wichtiger ist als die Einhaltung der Schnittstellendefinitionen. Unter OpenSolaris.com können Sie ein kostenloses Exemplar herunterladen. Oder klicken Sie auf das OpenSolaris-Logo, um eine bootfähige CD zugeschickt zu bekommen (ebenfalls kostenlos). Wenn Ihnen das noch nicht einfach genug ist, ... sollten Sie Amazon besuchen!

Unsere zweite Ankündigung bezog sich nämlich auf unsere neue Partnerschaft mit Amazon, in deren Rahmen wir OpenSolaris sowie auch MySQL und Glassfish mit kommerziellem Support über die Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) zur Verfügung stellen. Meiner Meinung nach haben wir es hier mit einer grundlegenden Veränderung der Branche zu tun. Die beliebteste Datenbank der Welt ist nun als Cloud-Webservice mit kommerziellem Support verfügbar. Dasselbe gilt für den Java Container mit dem schnellsten Wachstum und das neu definierte, zukunftsweisende OpenSolaris.

Die traditionelle Softwarebranche hat mehrere bahnbrechende Veränderungen durchlaufen: Erst trat Open Source auf den Plan, dann wurde Software als Service angeboten und nun wird auch Infrastruktur als Service bereitgestellt.

Es weht also wirklich ein frischer Wind.

(Und noch mal zur Erinnerung: Falls Sie OpenSolaris kostenlos auf einer bootfähigen CD zugeschickt bekommen möchten, klicken Sie einfach oben auf das OpenSolaris-Logo.)

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Unser 3. Quartal

Am Donnerstag letzter Woche gaben wir die Ergebnisse für das 3. Quartal (Q3) bekannt, und leider entsprechen sie weder meinen Vorstellungen noch denen von irgendjemand anderem.

Wie Sie in der Presserklärung nachlesen können, erzielten wir im 3. Quartal Einnahmen in Höhe von 3,267 Milliarden US-Dollar, was etwa dem Niveau vom Vorjahr entspricht. Dieser Wert stellt laut der GAAP-Bilanz einen Verlust von 0,04 USD pro Aktie dar (das entspricht dem Aufwand für die in diesem Quartal abgewickelte Übernahme von MySQL) – er bedeutet jedoch ebenfalls Bareinnahmen in Höhe von 320 Millionen Dollar.

Die Enttäuschung des Quartals waren die Einnahmen in den USA, die im Jahresvergleich um fast 10 % zurückgingen – das ist ein großer Rückschritt für das Land, in dem wir im Schnitt 40 % unserer Gesamteinnahmen erzielen. Glanzpunkte waren die Entwicklung in Indien mit einem Anstieg um 30 % im Vergleich zum Vorjahr sowie unsere Chip-Multithreading-Systeme Niagara, für die der Auftragswert um 110 % zunahm.

Wir konnten in 12 von 16 Ländern, in denen wir tätig sind, ein Wachstum verzeichnen, aber das schwache Ergebnis in der größten Wirtschaftsnation der Welt (und des Portfolios von Sun) lässt sich nur schwer ausgleichen. Auf der Unternehmensebene konnten wir daher keine Steigerungen erzielen.

Wir sehen jedoch trotz der schwachen Wirtschaft in den USA positive Entwicklungen und Chancen auf globaler Ebene. Natürlich werden wir aufgrund der Quartalsergebnisse einige Änderungen vornehmen. Unsere Vision und unsere strategische Ausrichtung bleiben jedoch unverändert: die Netzwerk-Infrastruktur wird erweitert, Entwickler werden weiterhin an der Architektur dieser Infrastruktur feilen und die Nachfrage bestimmen, und wir werden auch in Zukunft eine marktbestimmende Position anstreben.

Im Anschluss an diese einleitenden Worte möchte ich einige Fragen beantworten:

Wie sieht die Situation in den USA aus?
Gegen Ende des Quartals mussten wir einen relativ starken Rückgang der Nachfrage seitens kleinerer Kunden und nach größeren Systemen (z. B. Enterprise-Server und große Bandbibliotheken) feststellen. Sie erinnern sich sicher, dass wir zum Ende des zweiten Quartals über eine positive Auftragslage und jede Menge Schwung verfügten und das Feedback unserer Kunden bestätigte, dass wir eindeutig auf der richtigen Spur waren. Nicht nur wir wunderten uns daher Anfang März über die Stagnation bei den Vertragsabschlüssen.

Weshalb ging der Absatz großer Systeme zurück?
Es mag paradox klingen, aber Aufträge für größere Systeme sowie umfangreichere Aufträge gehen oftmals schneller zurück als kleinere Aufträge. Der Kauf von Systemen und Speicherkapazitäten für eine umfassende Erweiterung wird in der Regel langfristig geplant und auch die Implementierung erfolgt über einen längeren Zeitraum (die Systeme werden nicht sofort am Liefertag in Betrieb genommen). Eine Verzögerung um einige Wochen – aufgrund von Bedenken wegen der Hypothekenkrise in den USA oder weil der Finanzleiter einen Investitionsstopp verordnet hat – ist daher nicht ungewöhnlich.

Bedenken Sie auch, dass wir über ein umfangreiches Produktportfolio verfügen, das von einfachen Blades und Schulungsservices (mit einem raschen Wachstum) hin zu hochwertigen Enterprise-Systemen und Infrastruktur-Software (mit langsamerem Wachstum) reicht. Nicht jedes System bzw. jedes Produkt ist für jede Arbeitslast geeignet – daher bieten wir einen breiten Produkt- und Serviceumfang.

Wie wird Sun auf die aktuelle Entwicklung reagieren?
Wir werden unser Geschäft weiter diversifizieren und zwar sowohl auf geografischer Ebene als auch über die Erschließung benachbarter Marktsegmente, z. B. durch die Einführung unserer Open Storage-Initiativen in der vergangenen Woche und die Übernahmen von MySQL und Vaau.

Darüber hinaus haben wir eine Umstrukturierung angekündigt, mit der gezielte Einsparungen bei den Betriebsausgaben erreicht werden, was u. a. den Abbau von bis zu 2.500 Stellen zur Folge haben wird.

Wir unternehmen entschiedene und durchdachte Maßnahmen, um Wachstumschancen zu erschließen und unsere Kostenstruktur in Einklang mit unserem Geschäftsmodell zu bringen. Wie bereits in der Vergangenheit müssen wir dabei entscheiden, wo wir investieren und aus welchen Bereichen wir uns zurückziehen.

Die Entwicklung eines Unternehmens erfordert immer wieder Entscheidungen.

In welchen Bereichen wurden im vergangenen Quartal Zuwächse erzielt?
In 12 der 16 Länder und Regionen, in denen wir tätig sind – darunter Indien (30 %), Brasilien (20 %), China, Russland, der Nahe Osten und Kanada, um nur einige zu nennen. Weltweit werden Technologielösungen weiterhin als Motor für Wachstum, Automatisierung und Effizienzsteigerungen angesehen. Sogar unser Geschäft an der Wall Street verbesserte sich im vergangenen Quartal.

Auf der Produktebene macht sich unser Engagement im Bereich energiesparender Systeme bezahlt: der Auftragswert von Niagara-Systems nahm im Jahresvergleich um 110 % zu, während unsere neuesten Blade-Systeme (AMD, Intel und SPARC) sogar ein noch höheres Wachstum erzielten. Das Team von MySQL lieferte ein hervorragendes Quartalsergebnis und die Einnahmen aus den Serviceleistungen stiegen um 3 % (wovon natürlich ein großer Teil softwarebezogen ist). Der Auftragswert bei den Plattenspeicherlösungen nahm um 6 % zu.

Auch bei den passivischen Rechnungsabgrenzungsposten wurde ein erfreulicher Anstieg um 25 % erreicht. Diese Einnahmen umfassen meist hochwertigere Systeme und komplexe Konfigurationen und bieten daher eine überdurchschnittliche Gewinnspanne. Die versetzten Einnahmen aus Dienstleistungen gingen zurück, was im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen ERP-Systems steht, auf die ich an anderer Stelle einging (wir rechnen mit einem Ausgleich der Verluste im 4. Quartal).

Wo lief es weniger gut?
Der Bereich Enterprise-Systeme, der im ersten und zweiten Quartal mit einem Anstieg um 20 % bzw. 8 % hervorragend abschnitt, zeigte sich im vergangenen Quartal schwächer, was jedoch nicht auf die stärkere Konkurrenz zurückzuführen ist. Unsere APL-Systeme waren außerordentlich erfolgreich und wir konnten unsere Partnerschaft mit Fujitsu stärken. Der Absatz von Bandbibliotheken nahm ab, der Verkauf von Bandmedien lief jedoch gut.

In Anbetracht dieser beiden Posten lässt sich feststellen, dass die Verkäufe von einfacheren Produkten mit höherem Absatzvolumen den Rückgang bei den hochwertigen Systemen mit geringem Absatzvolumen noch nicht ausgleichen konnten.

Weshalb hören Sie nicht einfach damit auf, Ihre Software zu verschenken?

Weil wir den Schwerpunkt auf die Verbreitung unter Entwicklern setzen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel:

In der vergangenen Woche erhielt ein bekanntes Medienunternehmen eine bedeutende Investitionssumme. Bislang waren wir noch nicht auf das Unternehmen aufmerksam geworden. Da im Rahmen der Investition eine umfassende Infrastrukturerweiterung erwähnt wurde, schickte ich dem Leiter unseres Global Sales-Teams eine Mitteilung und fragte an, ob wir bereits Kontakt aufgenommen hätten.

Er verneinte, holte dies jedoch umgehend nach, und es stellte sich heraus, dass die gesamte Infrastruktur des Unternehmens auf MySQL basierte.

Bevor wir also auf das Unternehmen zugegangen waren, bevor wir eine Geschäftsbeziehung eingingen und bevor die Erweiterung der Infrastruktur begann, konnte das MySQL-Team bereits einen Gewinn auf der Ebene der Systemarchitektur verzeichnen – und war damit proprietären Anbietern einen Schritt voraus. Welchen Preis hätten wir also im Voraus verlangen sollen? Ganz gleich, wie hoch er gewesen wäre – sie hätten unser Produkt nicht genutzt. Start-up-Unternehmen und Entwickler zahlen nicht für Software. Ich stelle Ihnen eine andere Frage: Was hätten wir dem Unternehmen gezahlt, damit es sich im Vorfeld seines enormen Wachstums für MySQL statt für ein proprietäres Produkt entscheidet?

Das ist die richtige Frage. Wir haben jedoch nichts gezahlt – das MySQL-Team hat es sich verdient, dass seine Software eingesetzt wird.

Kauft das Unternehmen jetzt eine Lizenz? Möglicherweise nicht, aber wir befinden uns in einer sehr guten Ausgangslage, falls es sich dafür entscheidet – und damit dem Beispiel von Unternehmen wie Facebook, Nokia oder der New York Times folgt. Bis dahin kommen wir in den Genuss einer kostenlosen Empfehlung. Heute früh habe ich mich im Rahmen des StartupCamp mit einer Reihe von Start-up-Unternehmen getroffen und mich erkundigt, welches Unternehmen keine freie Software verwendet. Alle Hände blieben unten. Weshalb konzentrieren wir uns auf Start-up-Unternehmen? Weil wir uns auf Entwickler konzentrieren – ganz gleich, ob diese in großen oder kleinen Unternehmen tätig sind.

Gibt Ihnen die Konkurrenz Anlass zur Sorge?
Nein, überhaupt nicht. Wir haben festgestellt, dass die Absätze überall in den USA zurückgehen. Die Konkurrenz ist nicht unser Problem. Es ist nicht so, dass andere die Aufträge erhalten – es wurden einfach weniger Aufträge erteilt. Eine größere Herausforderung stellt die Lage auf dem US-Markt dar. Dazu kommt möglicherweise die Tatsache, dass viele Unternehmen Käufe jetzt relativ spontan von ihrer Kaufkraft abhängig machen (obwohl ich eigentlich nicht der Ansicht bin, dass Server mehr von der Kaufkraft abhängig sind als Speicherlösungen; vielmehr sind beide Produkte konvergent). Avnet, einer unserer größten Vertriebspartner, hat in den USA ähnliche Erfahrungen gemacht.

Weshalb haben Sie keine Voraussagen für das Quartal herausgegeben?
Wir wollten sichergehen, dass wir bei der Bekanntgabe der Ergebnisse bereits endgültige Zahlen sowie einen Plan für die Anpassung der Kostenstruktur vorweisen konnten. Da wir uns mitten in einer ERP-Transition befinden, waren wir noch bis weit in den April mit der Auswertung der Ergebnisse beschäftigt. Darüber hinaus mussten wir zusammen mit dem Vorstand unseren Umstrukturierungsplan für das Finanzjahr 2009 überarbeiten, bevor wir ihn veröffentlichen konnten. Wir haben die Zahlen bekannt gegeben, sobald wir getagt, den Plan überarbeitet und ihn genehmigt hatten.

Wie kommt es, dass Sun Verluste hinnehmen muss, obwohl das Unternehmen noch vor einem Jahr Gewinne geschrieben hat?
Ohne zu tief in die GAAP-Buchhaltung einzusteigen: Wir haben Bareinnahmen in beträchtlicher Höhe im Quartal verzeichnet (weit über 320 Millionen), aber um von diesem Wert zu den konsolidierten GAAP-Einnahmen zu gelangen, muss eine ganze Reihe Bilanzposten berücksichtigt werden, darunter die Übertragungsbilanz, die Abschreibung des Firmenwerts, Steuerverordnungen und die Kostenbuchung für Aktienoptionen. Diese nicht zahlungswirksamen Posten ergeben zusammengenommen Aufwendungen in Höhe von 0,22 US-Dollar.

Wie sieht es mit dem Aktienrückkauf durch Sun aus?
Wir kommentieren Rückkaufpläne nicht, aber wir werden eventuelle Rückkäufe am Ende des Quartals bekanntgeben.

Wann ist mit einer Erholung des US-Markts zu rechnen? Wird sich das Problem auch auf den Rest der Welt ausweiten?
Bei Sun entwickeln wir innovative Netzwerke, wir treffen keine Voraussagen über die Weltwirtschaftslage.

Und ich hoffe, damit erhalten Sie – genau wie wir – einen besseren Überblick. Ich möchte zum Schluss noch auf eine etwas ärgerliche Frage eingehen:

„Wieso verschwendet der CEO von Sun eigentlich seine Zeit mit diesem Blog?“
Ich glaube, dass wir nicht nur im Rahmen des Jahresberichts klare Informationen über unsere Strategie und unsere Betriebsabläufe vermitteln sollten. Und ich bin davon überzeugt, dass unsere Aktionäre, Kunden, Partner und Mitarbeiter von klaren Richtungsangaben profitieren.

In guten Zeiten und in Zeiten der Herausforderung.

________________

Safe-Harbor-Erklärung

Jonathans Blog enthält Prognosen zu künftigen Ergebnissen und Geschäftsleistungen von Sun, darunter auch Aussagen zu unserem Umstrukturierungsplan und zu den erwarteten passivische Rechnungsabgrenzungsposten. Diese Prognosen unterliegen Risiken und Unwägbarkeiten; die tatsächlichen Ergebnisse könnten daher maßgeblich von den in den Prognosen genannten Erwartungen abweichen. Faktoren, die wesentliche Abweichungen der tatsächlichen von den in diesen Prognosen erwarteten Ergebnisse verursachen könnten, sind unter anderem die mit der Entwicklung, der Konzeption, der Herstellung und dem Vertrieb neuer Produkte verbundenen Risiken; das Ausbleiben des erwarteten Erfolgs bei technologischen Fortschritten; Preisdruck; mangelnde Akzeptanz neuer Produkte durch Kunden; die Möglichkeit von Fehlern oder Mängeln in neuen Produkten; Wettbewerb; nachteilige Handelsbedingungen; Verlust wichtiger Mitarbeiter; die Einstellung oder Verzögerung von Projekten; unsere Abhängigkeit von nicht ersetzbaren Anbietern; Risiken im Zusammenhang mit unserer Fähigkeit zum Einkauf ausreichender Mengen an Komponenten zur Erfüllung der Nachfrage; Inventarrisiken sowie Verzögerungen bei der Produktentwicklung, der Kundenakzeptanz und der Implementierung neuer Produkte und Technologien. Lesen Sie bitte auch die regelmäßigen Berichte, die Sun der US-amerikanischen Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission vorlegt, darunter der Jahresbericht auf Formular 10-K für das Finanzjahr bis zum 30. Juni 2007 und die Quartalsberichte auf Formular 10-Q für die Quartale bis zum 30. September 2007 und zum 31. Dezember 2007. Sun haftet nicht für diese Prognosen und deren Aktualisierung.

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Freitag Apr 18, 2008

Entscheidungsfreiheit

Heute ist der Eröffnungstag der MySQL User Conference – und aus diesem Anlass möchte ich Ihnen eine Interaktion mit einem Kunden schildern, der ich vor Kurzem beiwohnte und bei der es um die Übernahme von MySQL ging.

Vor einigen Wochen besuchte ich den Chief Information Officer (CIO) einer großen kommerziellen Organisation. Ebenfalls anwesend waren der Chief Technology Officer (CTO), der Chief Information Security Officer (CISO) und eine Reihe weiterer Vertreter aus den zahlreichen Entwicklungsbereichen dieses Unternehmens.

Das Team von Sun hatte den Tag damit verbracht, einen Überblick über die bisherigen gemeinsam erzielten Erfolge zu geben, und präsentierte zum Abschluss eine Produkt-Roadmap. Ich hatte den Eindruck, dass der Tag sehr positiv verlaufen war. Als ich ankam, ging ich daher davon aus, dass ich mich bloß für die gute Zusammenarbeit bedanken und dafür sorgen müsste, dass alle wissen, wie sie mich im Bedarfsfall erreichen.

Zum Zeitpunkt des Treffens hatten wir gerade die Übernahme von MySQL abgeschlossen, was mich dazu veranlasste, gegen Ende des Treffens zu fragen: „Hätten Sie Interesse an einem kurzen Update zu MySQL, dem neuesten Mitglied unserer Familie?“

Der CIO beantwortete meine Frage mit einem klaren: „Wir benutzen nicht MySQL, sondern [Name aus rechtlichen Gründen verschwiegen].“ Der CISO ergänzte noch: „Wir können unsere Entwickler nicht einfach Software aus dem Internet herunterladen lassen, schließlich müssen wir Auflagen und Sicherheitsrichtlinien einhalten.“ Der CTO lächelte. Dem hatte scheinbar niemand etwas hinzuzufügen. Ich entschloss mich daher, es dabei zu belassen. Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Dann meldete sich jedoch ein (äußerst diplomatischer) selbstbewusster Vertriebsmitarbeiter von Sun zu Wort: „Also ... ich habe mich mit einem Bekannten bei MySQL kurzgeschlossen und ihn das mal überprüfen lassen – Ihre Firma hat MySQL im letzten Jahr über 1.300 Mal heruntergeladen.“

Daraufhin herrschte erst einmal betretenes Schweigen, bis einer der Mitarbeiter des internen Entwicklungsteams bemerkte: „Eigentlich benutzen wir alle MySQL. Warum sollen wir uns mit Lizenzvereinbarungen herumschlagen, wenn MySQL alles bietet, was wir brauchen? Wir freuen uns sehr, dass Sun MySQL gekauft hat.“

Abgesehen von dem einen oder anderen betretenen Schweigen haben wir nun eine sehr produktive Beziehung mit diesem Kunden und stellen weltweit kommerziellen Support für die – wie sich herausstellte – beliebteste Datenbank der Entwicklungsabteilung des Kunden zur Verfügung. Die Entwickler des Unternehmens entdecken ständig neue Anwendungsgebiete für MySQL sowie neue Möglichkeiten, auf dem Weg in die Zukunft Zeit und Geld zu sparen.

Und dass ein CIO nicht weiß, wie allgegenwärtig und wertvoll freie Software für sein Unternehmen geworden ist, ist gar nicht so unüblich. Im Gegenteil: Es handelt sich um ein weit verbreitetes Phänomen. Diese Kluft wollen wir langsam aber sicher überbrücken.

Geschäftschancen finden sich überall.

Dasselbe gilt für freie und offene Software.

Und vielleicht geht beides sogar Hand in Hand.

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Donnerstag Apr 10, 2008

Jawohl, ich bin einem Aprilscherz auf den Leim gegangen ...

Falls Sie mit eigenen Augen das Aprilscherzvideo sehen möchten, das derzeit bei Sun die Runde macht, haben Sie nun die Gelegenheit dazu:

Vor einigen Tagen teilte meine normalerweise vertrauenswürdige Assistentin mir mit, dass ich zum Mittagessen mit meinem normalerweise vertrauenswürdigen Freund Ted verabredet wäre. Ich begab mich also zu einem normalerweise vertrauenswürdigen Restaurant und ließ mich von der normalerweise vertrauenswürdigen Chefin zu meinem Tisch geleiten. Dass ich dabei an einer ganzen Reihe von Videokameras vorbeikam, fiel mir dummerweise nicht auf. Ted teilte mir mit, dass er über Dan, einen bislang völlig vertrauenswürdigen Kollegen, mit einem Experten in Kontakt treten konnte, den ich unbedingt kennen lernen sollte.

Ted informierte mich darüber, dass dieser aus Los Angeles einfliegende Experte nach einem Unfall Probleme mit dem Sprechen hätte. Besonders interessant ist die fünfte Minute. Da sehe ich zum ersten Mal in meinem Leben, wie jemand aus einer Serviette ein Huhn faltet.

Das Video zeigt jedoch bei weitem nicht alle Vorfälle am Tisch. Die (vor diesen Ereignissen sehr vertrauenswürdigen) Redakteure dieses Films nahmen die gebotene Rücksicht auf ein weltweites Publikum, das nicht an sintflutartiges Sabbern gewohnt ist. Können Sie sich vorstellen, in welch unangenehmer Lage ich mich befand? Eine Kollegin bei Sun sah sich mit mir das ungekürzte Video an, bevor es veröffentlicht wurde. Sie sagte: „Deine Mutter hat dich wirklich gut erzogen – du starrst überhaupt nicht hin.“

Wesentlich manierlicher ging es zu, als ein Schwarm aufblasbarer Quietschedelfine bei Sun einfiel und von rechts nach links vorbeischwamm ... anscheinend hatten sie einen Gesprächstermin bei einem Vertreter ihrer Art, der nun bei uns den Datenbankbereich leitet.

Bill Macgowan hat seinen Job bei Sun übrigens noch.

Er ist zwar Schuld daran, dass ich der wahre poisson d'avril bin (denn Delfine sind bekanntlich keine Fische), und ich werde ihm nie wieder ohne unterschwelliges Misstrauen begegnen ... aber er hat seinen Job noch.

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Sonntag Apr 06, 2008

Rücken Sie's raus.

Wie Sie wissen, verfolgt Sun eine nicht immer unumstrittene Strategie im Hinblick auf Open-Source-Software und Mikroprozessoren. Zu diesem Thema finden Sie unzählige Seiten in der Fachpresse und in Chatrooms, und neben dem regen Dialog zum Thema gibt es durchaus auch einige völlig abwegige Theorien.

Vielen von Ihnen war von Anfang an klar, dass diese Debatten kein Nebenprodukt der Strategie waren, sondern vielmehr die Strategie selbst sind: Solange Sie über Sun diskutieren, sprechen Sie nicht über die Konkurrenz. Und dann kaufen Sie ein Rechenzentrum.

Inzwischen haben wir unseren guten Ruf als treibende Kraft für Open Source etabliert, und ich fürchte, die Diskussionen sind vom Tisch. Es herrscht einfach zu viel Vertrauen in das System und zu viel Klarheit über unsere Strategie. Das macht es immer schwieriger, für Wirbel zu sorgen – schließlich können wir nicht ständig eine Milliarde Dollar ausgeben oder unser Tickersymbol ändern, nur um in die Schlagzeilen zu kommen. Sie verstehen, was ich meine ...

Aus diesem Grund enthülle ich heute das zweite Kapitel unserer Strategie.

Wir wollen alles zurückhaben. Sie haben doch nicht etwa geglaubt, dass Sie es behalten dürfen, oder?

Wir ersuchen ausdrücklich um die umgehende Rückgabe sämtlicher freier Software, die ursprünglich durch Sun Microsystems vertrieben wurde – ob für Software oder Mikroprozessoren – darunter auch Quelldateien, Binärdateien, abgeleitete Produkte, Erweiterungen, Anwendungen, Patente, Patentanträge, Copyrights, Ideen, Gedanken und abgeleitete Gedanken sowie sämtliche Spiegelungen.

Darüber hinaus (und hier wird es interessant; die Datenschützer werden sich aufregen!) verlangen wir auch die Rückgabe sämtlicher unter Verwendung dieses geistigen Eigentums verarbeiteten, gespeicherten oder erstellten Dateien einschließlich aller Daten in Dateisystemen, Datenbanken oder Open-Source-Produktivitätsanwendungen. Und einschließlich der Hausaufgaben, die Ihr Kind soeben mit OpenOffice getippt hat.

Für diese Rückgabe räumen wir Ihnen eine Frist von dreißig Tagen ein.

Wir danken Ihnen für Ihre Kooperation.

______________________________

Es ist schon fast schmerzhaft, dass ich es ausdrücklich sagen muss, aber bevor mich jemand verklagt: Ja, NATÜRLICH ist das ein Aprilscherz, siehe auch die einschlägigen Paragraphen des United States Securities Act 1933.

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Freitag Apr 04, 2008

Hab ich meinen Job noch?

Das hier ist Bill Macgowan.

Bill ist der Chief Human Resources Officer von Sun.

Gemeinsam mit mir trägt er die Verantwortung für die Förderung und Weiterbildung talentierter Mitarbeiter bei Sun.

Er ist intelligent, beredt und besitzt normalerweise ein gutes Urteilsvermögen.

Normalerweise.

Heute hat er sich allerdings einen Scherz erlaubt. Mit mir. Und zwar einen Aprilscherz.

Dank Bills vorausschauender Planung wird es daher pünktlich zum 1. April ein entsprechendes Video geben – zur Erheiterung aller Sun-Mitarbeiter. Und wenn ich nicht davor kneife, meine Gutgläubigkeit öffentlich zur Schau zu stellen, wird das Video hier, in diesem Blog, vor einem globalen Publikum gezeigt.

Wie bei allen guten Streichen à la Silicon Valley sind auch in diesem Fall ein Risikokapitalgeber, ein sabbernder Besucher, eine Serviette und ein paar Lammkoteletts mit von der Partie.

Da meine Eltern mich zu einem äußerst höflichen Menschen erzogen haben, habe ich mir nichts anmerken lassen. Und den Herrn auch nicht angestarrt. Ich habe mich einfach aufs Geschäftliche konzentriert.

Weil ich keinen blassen Schimmer hatte, dass es sich um einen Streich handelte.

Bis die Kameramänner auf der Bildfläche erschienen. Erst da ging mir auf, dass etwas nicht stimmte. Man hatte mich reingelegt.

Als ich vom Mittagessen zurückkam, passte Bill mich im Flur ab. Mit dem Corpus Delicti in der Hand fragte er mich: „Und, hab ich meinen Job noch?“

Jetzt habe ich bis Dienstag Zeit, mir eine originelle Antwort einfallen zu lassen.

Sie erinnern sich vielleicht, dass ich mich hervorragend mit dem CFO von Sun verstehe und dass der Rechtsberater von Sun ebenfalls ein Blog schreibt. Gemeinsam werden wir wohl in der Lage sein, mit einer schlagfertigen Antwort aufzuwarten.

Oder? :)

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Mittwoch Apr 02, 2008

OpenSolaris, Sicherheit und die NSA (National Security Agency)

Letzte Woche haben wir eine äußerst wichtige Meldung bekanntgegeben: unsere Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA, die weltweit zweifellos zu den Einrichtungen mit den höchsten Sicherheitsansprüchen gehört. Die NSA ist der OpenSolaris-Community beigetreten, um gemeinsam mit Sun und anderen Community-Mitgliedern die Zukunft hochsicherer Betriebssysteme zu gestalten.

Sun hat sein Engagement in Communities seit jeher als Basis für Innovationen auf dem Markt genutzt, denn die Partner von Sun sind oftmals Unternehmen mit extremen Anforderungen (sei es die weltgrößte Supercomputing-Einrichtung, die weltweit misstrauischsten Sicherheitsprofis [nehmen Sie es nicht persönlich!] oder aber das weltgrößte Archiv). Die bei der Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir für die Entwicklung von Produkten für den Massenmarkt, und von diesen Kunden lernen wir, welche Herausforderungen letztlich auch auf den Rest der Welt zukommen.

In 90 Prozent der Fälle sind die Erfahrungen dieser Kunden ein Indikator für die gesamte Branche.

In der Vergangenheit war eine solche Zusammenarbeit mit jeder Menge juristischem Papierkram verbunden, da Vertraulichkeitsvereinbarungen, Bestimmungen zum Austausch geistigen Eigentums oder umständliche unternehmensspezifische Prozesse im Detail dargelegt wurden. Mit unserem Beitritt zur Open-Source-Community hat sich dies jedoch geändert, denn unsere erfolgreichsten Partnerschaften basieren nun auf dem Prinzip „einfach Mitglied in der Community werden“. Und genau darauf bezog sich unsere Ankündigung: Die National Security Agency ist der OpenSolaris Community beigetreten.

Statt die Details unserer Zusammenarbeit selbst zu beschreiben, habe ich Bill Vass, President der Federal Systems Group von Sun, gebeten, die Arbeit doch selbst zu übernehmen. Ich habe ihm einfach einen Fragebogen geschickt – seine Antworten finden Sie hier:

Was genau haben wir bekanntgegeben, Bill?
Unsere Ankündigung bezog sich auf die offizielle Partnerschaft, die wir mit der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA eingegangen sind. Wir beabsichtigen, die Ergebnisse der NSA-Sicherheitsstudien in das OpenSolaris-Community-Projekt Flexible Mandatory Access Control (FMAC) zu integrieren. Die Pressemitteilung für das Projekt kann hier abgerufen werden.

Was ist Flexible Mandatory Access Control (FMAC)?
Mandatory Access Control (MAC, obligatorische Zugangskontrolle) ist ein Mechanismus, der normalerweise ins Betriebssystem integriert ist und unumgängliche Beschränkungen für System-Zugriffsrechte festlegt. Mithilfe der obligatorischen Zugangskontrolle wird sichergestellt, dass nicht jeder beliebige Benutzer Zugriff auf Ihre Passdatei hat bzw. dass ein Computer nicht inmitten einer missionskritischen Implementierung ausgeschaltet wird. Mandatory Access Control bezieht sich in erster Linie auf die Verwaltung von Zugriffsrechten.

Allerdings gibt es keine Einheitslösung – deswegen spielt die Flexibilität eine große Rolle. Die Sicherheitsziele einer Installation können sehr verschieden sein – abhängig von dem Wert der Informationen und der Systeme und von den Methoden, diese zu schützen. Die dazu notwendige Flexibilitätskomponente basiert auf einem erweiterbaren Sicherheitsmodell und ermöglicht dadurch die Beschreibung von Sicherheitsrichtlinien, die an den tatsächlichen Anforderungen ausgerichtet ist.

Und genau darauf bezieht sich der Name Flexible Mandatory Access Controls – weitere Informationen zu FMAC finden Sie hier. FMAC ist natürlich nicht bloß für Behörden von Interesse. Auch Social Networking Sites, Banken, Verbraucher und Unternehmen ist an einfachen, benutzerfreundlichen Zugriffskontrollen gelegen.

Wer ist an dem Projekt beteiligt?
Sun und die NSA arbeiten in der OpenSolaris Community zusammen, und wir weisen darauf hin, dass weitere Teilnehmer jederzeit willkommen sind. Als Open-Source-Unternehmen profitiert Sun von einem großen Vorteil: der Möglichkeit, im Rahmen einer riesigen Community sozusagen „in aller Öffentlichkeit“ Innovationen zu entwickeln. Insbesondere bei der Entwicklung von Sicherheitstechnologien ist Transparenz absolut unabdingbar – auch für die NSA. Schließlich ist es bei Open-Source-Plattformen nicht möglich, klammheimlich Trojaner einzuschleusen. Open-Source ermöglicht es sicherheitsbewussten Kunden, den Produktanbietern zu vertrauen UND sie gleichzeitig zu überprüfen.

Diese Zusammenarbeit zwischen Sun und der NSA ist ein schlagender Beweis für die Integrität der OpenSolaris Community, die von Behördenkunden, denen an technischen und kommerziellen Fortschritten gelegen ist, besonders geschätzt wird.

Warum hat die NSA sich für Sun entschieden?
Sicherheit und Leistung bilden den Schwerpunkt unserer Beziehungen mit Behörden rund um die Welt. Seit unserer Gründung steht das Thema Sicherheit im Mittelpunkt unserer Arbeit, und wir verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Bereitstellung sicherer Betriebssysteme (Sie erinnern sich vielleicht, dass auch Trusted Solaris vor etwa 10 Jahren aus der Zusammenarbeit mit einer US-amerikanischen Regierungsbehörden entstanden ist).

Unsere Sicherheitstechnologien sind weit verbreitet und finden sich unter anderem in der SIM-Karte Ihres Mobiltelefons sowie in den Identitätsmanagement-Plattformen, die das Herzstück vieler der weltweit größten Webservices bilden. Solaris gilt bereits seit Längerem als das sicherste Open-Source-Betriebssystem, unabhängig davon, ob es für militärische Zwecke oder für Befehls- und Kontrollsysteme eingesetzt wird. Daher lag diese Partnerschaft für uns auf der Hand.

Sie haben erwähnt, dass die Ergebnisse aus NSA-Sicherheitsstudien integriert werden sollen. Wie wird dieses Vorhaben umgesetzt?
Wir untersuchen derzeit, wie die Ergebnisse der NSA-Forschung zur Flux Advanced Security Kernel (Flask)-Architektur und zur Type Enforcement (TE)-Richtlinie mit unserer Solaris Trusted Extensions-Technologie kombiniert werden können. Wir glauben, dass die Kombination dieser Elemente ein großes Potenzial birgt, das wir für die Bereitstellung einer einer kompletten Anwendungsinfrastruktur einsetzen können – von MySQL über Glassfish/Java bis hin zum Benutzer.

Die Flask-Architektur trennt die Anwendung der Sicherheitsrichtlinien von den Sicherheitsrichtlinien selbst. Die Sicherheitsrichtlinien können ohne Veränderung der Sicherheitsdienste modifiziert werden, was die Arbeit der Sicherheitsadministratoren erheblich erleichtert und die Flexibilität und den Nutzen der Systeme vergrößert.

Die Type Enforcement-Richtlinie wiederum ermöglicht eine sehr detaillierte Zugriffsteuerung, die dazu benutzt werden kann, Systeme vor Schadprogrammen zu schützen.

Warum haben wir uns zur Zusammenarbeit mit der NSA entschlossen?
Wir haben von diversen Behördenkunden Anfragen bezüglich einer Flask-/TE-basierten Implementierung in Solaris erhalten. Nun da wir die Integration von Solaris Trusted Extensions erfolgreich über die Bühne gebracht haben, ist es an der Zeit, in die Zukunft zu blicken. Dank Solaris Trusted Extensions verfügen wir bereits über eine hervorragende Multilevel Security (MLS)-Infrastruktur. Allerdings könnten wir durch die Kombination der oben erwähnten Technologien eine gemeinsame erweiterbare Plattform schaffen, die zum Schutz vertraulicher Behörden- und Unternehmensdaten sowie letztlich auch zur Verbesserung der Sicherheit von Verbraucherelektronikgeräten wie Telefonen oder digitalen Festplattenrekordern eingesetzt wird.

An welche Zielgruppe richtet sich FMAC?
Wie bereits erwähnt werden MAC-basierte Systeme in erster Linie von Behörden genutzt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Technologien wie FMAC einem breiteren kommerziellen Markt – von Startup-Unternehmen bis hin zu Großkonzernen – zugänglich zu machen, denn Behörden sind in der Regel ein zuverlässiger Indikator für die auf dem breiteren kommerziellen Markt vorherrschenden Sicherheitsbedenken.

In der Vergangenheit war Hochsicherheit eher für „Insider“ von Interesse, doch mittlerweile kann es sich niemand mehr leisten, darauf zu verzichten: weder die US-Regierung, noch internationale Behörden und schon gar nicht die Benutzer.

Ist FMAC auf die USA beschränkt?
Nein. Es handelt sich um ein OpenSolaris-Projekt, das wir mithilfe der globalen Community weiterentwickeln wollen. Wer sich daran beteiligen möchte, kann einfach unter opensolaris.org ein Benutzerkonto erstellen und mitmachen.

Was empfehlen Sie jemandem, der gern mit Ihrem Team über FMAC in der Open-Source-Community sprechen würde?
Schicken Sie einfach eine E-Mail an bill.vass@sun.com. Wir haben zahlreiche Mitarbeiter in Washington, DC sowie weitere Ansprechpartner auf der ganzen Welt, die Unternehmen die Bedeutung von Sicherheit und Open-Source vermitteln können und die Informationen über den Beitritt zur Community und zur Mitarbeit an Innovationen im Bereich der Sicherheit zur Verfügung stellen. Machen Sie mit!

Vielen Dank, Bill.
Gern geschehen.

ERGÄNZUNG: Wenn Sie gerade im Silicon Valley sind und Interesse haben, John Weeks Ausführungen über Flask/TE und das OpenSolaris-Projekt zu hören, können Sie einfach um 19:30 zu Sun's Santa Clara-Campus kommen. Ich werde auch ein Video des Vortrags veröffentlichen, damit alle Interessenten daran teilhaben können.

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