Montag Mrz 17, 2008

Es ist offiziell: MySQL gehört zu Sun

Seit der ersten Ankündigung ist diese Beziehung nahezu einstimmig begrüßt worden, und es herrscht reges Interesse an unseren weiteren Plänen. Hier also eine kurze Übersicht:

Ab heute führen wir globale Programme ein, um die Bekanntheit und die Verbreitung von MySQL bei den traditionelleren Unternehmen voranzutreiben. Mit Werbung wie dieser (rechts zu sehen) sprechen wir Unternehmen und unabhängige Software- bzw. Service-Anbieter (ISVs) an, die eine Standardisierung auf Open Source-Architekturen anstreben. Wie in der Anzeige zu sehen ist, führen wir globale Enterprise Support-Programme für MySQL ein und bieten den größten Unternehmen der Welt somit eine neue Option für missionskritische Bereitstellung. Wir setzen alles daran, neue Kunden zu gewinnen und die Verbreitung von MySQL voranzutreiben.

Die Botschaft ist klar: Wir bieten unseren größten Kunden die Innovation und Leistung, die bereits bei den wichtigsten Web-Unternehmen der Welt zum Einsatz kommen, indem wir ihnen den Einsatz von MySQL in globalen, unternehmenskritischen Bereichen ermöglichen.

Die mehr als 10.000 Mitarbeiter der Engineering Community von Sun – zu denen nun auch das MySQL-Team als ein wesentlicher Teil gehört – haben bereits eine Vielzahl von Brücken geschlagen, von Diagnostik und technischer Integration bis hin zu Performance-Engineering, der Optimierung von Hardware und Software sowie dem Aufstellen neuer Weltrekorde in unseren großen Benchmark-Umgebungen. In einer Vielzahl laufender Projekte wird der Wert von MySQL in den verschiedensten Umgebungen gesteigert. Durch unsere Arbeit läuft MySQL problemlos unter Linux, Windows und Solaris sowie auf Systemen von Dell, IBM, HP, Intel, AMD, Sun, Fujitsu (also allen Anbietern). Da freut sich der Delfin ...

Auch unsere Teams im Market Development werden aufgestockt, um ISVs, die sich auf MySQL verlassen (oder gerne verlassen würden) im gesamten erforderlichen Umfang Support für Engineering, Marketing und Vertrieb zu leisten. Abgesehen von der Funktionalität ist für ISVs der Zugang zu Märkten und Kunden von entscheidender Bedeutung. Die Go-to-Market-Partnerschaft mit ISVs ist seit jeher eine der Stärken von Sun. In den nächsten Monaten werden wir daher in Zusammenarbeit mit ISVs und Partnern in aller Welt eine ganze Reihe neue Geschäfte abschließen.

Auch die große MySQL-Benutzerkonferenz steht bevor, zu der ich alle einlade, die an der Zukunft von MySQL interessiert sind (Partner, ISVs, Kunden, Entwickler). Weitere Informationen finden Sie hier.

Selbst in Anbetracht des überwältigend positiven Feedbacks weltweit gibt es hier und da noch Skeptiker, deren Zweifel ich an dieser Stelle nun ein für alle Mal ausräumen möchte.

Manche Leute glauben immer noch nicht, dass hinter Open Source ein Geschäftsmodell steht, und halten 1 Milliarde US-Dollar daher für einen völlig überzogenen Preis für MySQL. In Extremfällen erachten diese Skeptiker Linux, OpenSolaris oder Unternehmen wie SugarCRM als Spielzeug für Techno-Bastler.

In der IT-Welt wird diese Auffassung nicht geteilt.

Unternehmen, die ihre Produkte frei verteilen, anstatt den Zugang durch die Preisgestaltung oder durch proprietäre Lizenzen zu begrenzen, geben der Verbreitung den Vorrang vor umgehendem Ertrag. Ein gutes Beispiel dafür ist der kürzliche Versuch von Microsoft, durch einige kostenlose Produkte/Gratis-Angebote für Universitäten das Interesse an Entwicklungstools zu wecken.

Open Source beruht auf einem klaren Geschäftsmodell, das Marten Mickos, CEO von MySQL, sehr treffend zusammenfasst: Das Marktspektrum reicht von Menschen mit mehr Zeit als Geld in den Benutzer- und Entwickler-Communitys für freie Software bis zu Menschen mit mehr Geld als Zeit, zumeist in etablierten Unternehmen, die kommerziellen Support kaufen. Wer langfristigen Erfolg anstrebt, muss beide Seiten des Spektrums mit einem einzigen Produkt für sich gewinnen. Das Eingrenzen von Produkten oder das Herumtricksen mit Lizenzklauseln funktionieren dabei nicht - Freiheit hingegen schon.

Der Preis, den wir für MySQL gezahlt haben (rund 800 Mio. US-Dollar in bar und 200 Mio. US-Dollar in Aktienoptionen), begründet sich wie folgt: Erstens war bei MySQL der Börsengang vorprogrammiert. Der Emissionspreis hätte unseren Berechnungen zufolge in etwa dem von uns gezahlten Kaufpreis entsprochen. Wir haben also nicht nur einen strategischen, sondern auch einen finanziellen Wert erworben. Natürlich gaben wir dem Vorstand einen finanziellen Anreiz für den Verkauf an Sun. Aber wir wussten, dass wir MySQL als erfolgreiches Software-Unternehmen und die mehr als 17.000 Mitarbeiter des weltweiten Vertriebs-, Wartungs-,Support- und Channel-Unternehmens von Sun zusammenführen konnten, um so eine weitaus größere Kundenbasis für MySQL zu erschließen, was wiederum neue Geschäfte für Sun abwirft. Ein geringer (aber wachsender) Anteil der MySQL-Downloads führt zu Bestellungen, aber 100 % der Downloads setzen den Erwerb von Hardware voraus – oft ein Server und Speichersystem (und ebenso oft ein Laptop). Wir gehen davon aus, dass wir mit für SQL optimierten Produkten einen Anteil dieses Markts gewinnen können, obwohl die Endkunden (noch) nichts für die Software zahlen.

Zu bedenken ist auch, dass Datenbanklizenzen oft einen Großteil des Budgets von Unternehmen verschlingen. Wenn wir diese Kunden auf echte Alternativen aufmerksam machen (z. B. mit einer attraktiven Kaffeetasse auf dem Schreibtisch des Einkaufsvertreters), können wir diese Budgets in neue Investitionen umleiten. Das wiederum führt mehr Kunden zu Sun, denn wer für weniger Geld mehr Leistung bietet, erfreut sich großer Beliebtheit.

Insgesamt haben wir also einen fairen Preis gezahlt (schließlich haben wir kein Nachfragemonopol).

Ein anderes Anliegen der Skeptiker äußerte sich in Form einer Verschwörungstheorie: Sobald ein großes Unternehmen MySQL an sich gebracht hat, wird es völlig skrupellos eine proprietäre Lizenz einführen und das simple Speichern und Abrufen mit horrenden Kosten belegen.

Wer das denkt, weiß wirklich nicht, was Sun so macht.

Ein Grund für den reibungslosen Verlauf der Integration von Sun und MySQL ist die Übereinstimmung unserer Entwicklungs- und Geschäftsmodelle. Beide Unternehmen investieren in hochwertige freie Software und in die Pflege großer Communitys und schöpfen Wert aus Unternehmen, die technischen Support wünschen. Wir gleichen einander wie ein Ei dem anderen.

Und zum Beweis können Sie MySQL hier als kostenlosen Download ausprobieren (klicken Sie einfach auf das Logo). Und wenn Sie schon dabei sind, sollten Sie sich auch gleich bei Glassfish und NetBeans bedienen ... Dies sind gute Zeiten für Webentwickler ...

Die Zeichen stehen gut für freie Software und für die vielen Unternehmen in aller Welt, die für Auswahl, Wert und Innovation auf offene Lösungen setzen.


Wir sehen uns auf der MySQL-Konferenz! Das wird bestimmt eine interessante Veranstaltung.

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Donnerstag Mrz 13, 2008

Was ich auf unserer Analystenkonferenz gesagt habe

Letztens haben wir eine Konferenz für führende Finanz- und Branchenanalysten aus aller Welt veranstaltet. Meine Keynote-Ansprache finden Sie hier – sie ist zur leichteren Ansicht in zwei Teile unterteilt. Einer der Analysten merkte an, dass ich letztes Jahr eigentlich genau dasselbe gesagt hätte.

Darauf antwortete ich mit einem klaren „Eben, das war der Sinn der Sache“.

Falls Sie an ausführlicheren Informationen zu unseren finanziellen Ergebnissen (direkt von Mike Lehman, unserem CFO), Ansichten zum Markt (von Don Grantham, unserem Executive VP für Global Sales and Services) oder bestimmten Produkt-Roadmaps (von den Leitern der Geschäftsbereiche Systeme oder Software) interessiert sind, sollten Sie hier klicken ...)

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