Donnerstag Okt 30, 2008

Das Geschäft von Sun: Ergebnisse im ersten Quartal

Heute haben wir unsere Umsatzdaten aus dem ersten Quartal bekanntgegeben und auf unsere Vorankündigung von letzter Woche weitere Einzelheiten folgen lassen.

Bei der Berichterstattung über das Geschäft von Sun bieten wir nun weitaus größere Transparenz, indem wir die Bilanzdaten unserer bedeutendsten Produktkategorien (und erstmals auch der Kernbereiche des Software-Geschäfts) aufschlüsseln. Sie können sich unser Konferenzgespräch zu den Umsatzdaten anhören, indem Sie hier klicken, oder auch den nachstehenden Überblick über den Quartals- und Geschäftsverlauf lesen.

Als Gesamtunternehmen erzielte Sun im Jahresvergleich 7 % weniger Einnahmen im ersten Quartal. Dem starken Wachstum unserer neuen Produkte stand ein Rückgang bei unseren traditionellen High-End-Produkten gegenüber. Dieser überraschend starke Rückgang spiegelt die dramatische Verlangsamung der Wirtschaft in den USA und in Europa sowie die Auswirkungen der Kreditkrise auf unsere Kunden wider. Nahezu alle Regionen und Branchen sind betroffen, doch am stärksten zeigen sich die Auswirkungen bei den Finanzdienstleistern.

Sun ist bei High-End-Systemen weitaus stärker vertreten als die Mitbewerber. Ein Rückgang in diesem Geschäftsbereich zieht daher sofortige Auswirkungen nach sich, selbst wenn (wie es häufig der Fall war) unsere neueren Geschäftsbereiche ein beachtliches Wachstum verzeichnen konnten. Auf dem Markt für Bandspeicher wird beispielsweise niemand 30 Prozent Jahreswachstum erzielen, doch unsere ZFS-basierten Open Storage-Produkte verzeichnen ein jährliches Wachstum von mehr als 100 Prozent. Diese kleineren neuen Geschäftsbereiche auf der Grundlage von Open Source und Innovation werden die traditionelleren Geschäftsbereiche in unserer Bilanz allerdings nicht so schnell ablösen.

Um Investoren und Analysten ein noch größeres Maß an Transparenz bieten zu können, haben wir einen neuen Managementbericht in unsere Quartalsbilanz aufgenommen. Hier sind unsere Ergebnisse erstmals nach Einzelposten aufgeschlüsselt, sodass zu erkennen ist, wie wir unsere langfristige Strategie umsetzen. Sie können diese Aufschlüsselung hier abrufen.

Nachfolgend eine Auswahl der Fragen, die mir bereits gestellt wurden:

Was ist in diesem Quartal gut gelaufen?

Ein Glanzpunkt sind unsere Solaris-basierten Chip-Multithreading-Systeme (CMT), die im Jahresvergleich erneut um stolze 80 Prozent zugelegt haben. Diese Systeme sind mit Solaris/OpenSolaris und unserem hervorragenden ISV-Portfolio kompatibel und zeichnen sich durch ihre hohe Energieeffizienz und erstklassige Virtualisierungsfunktionen aus. Diese guten Eigenschaften verkörpert auch unser neuestes CMT-System T5440.

Die Open Storage-Systeme konnten mit einem Zuwachs von mehr als 150 Prozent im Jahresvergleich ebenfalls ein hervorragendes Quartalsergebnis vorlegen. Diese Systeme sind vielen von Ihnen als „Thumper“ vertraut und beruhen auf unserem ZFS-Dateisystem, einer grundlegenden Open Source-Technologie für das Storage-Geschäft von Sun. Für den 10. November planen wir eine Einführungsveranstaltung, auf der Sie mehr über Open Storage erfahren. Wer technisch veranlagt ist und sich bereits vorab eingehender informieren möchte, kann hier klicken.

Auch der Großteil unserer Software-Geschäfte ist weiter gewachsen, darunter MySQL, Java und Solaris sowie Management- und Virtualisierungsprodukte. Wir wussten es ja bereits: Open Source ist ein hervorragendes Vertriebsmodell und liefert die Grundlage für ein hervorragendes Umsatzmodell.

Und was lief weniger gut?

Unsere traditionellen Geschäftsbereiche laufen deutlich langsamer, und bei Enterprise-Systemen (das sind unsere größten Mainframe-Systeme) ist im Jahresvergleich ein Rückgang zu verzeichnen. Im Vorjahresquartal erzielten wir bei diesen Systemen noch nahezu 20 Prozent Wachstum. Hier zeigen sich die Auswirkungen der Wirtschaftslage. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Open Source-Innovationen oder die Einführung von Solaris sich nur minimal auf den Absatz dieser Systeme auswirken. Kunden in diesem Geschäftsbereich erweitern vielmehr bestehende Solaris-Anwendungen und verlassen sich auf unsere Qualität, Fehlertoleranz und Fähigkeit, Kapazität im Mainframe-Maßstab zu schaffen. Fujitsu und Sun haben diese Produktreihe kürzlich erweitert. Ungeachtet des Abschwungs bieten wir auch weiterhin beispielloses Engagement für das traditionelle Enterprise-Computing. Die Ausweitung der horizontalen Skalierung läutet keinesfalls das Ende der vertikalen Skalierung ein und schafft letztendlich sogar eine noch größere Nachfrage. IBM hatte schon Recht: Mainframes sind immer attraktiv – umso mehr, wenn sie mit Solaris laufen :).

Ein geringfügiger Rückgang im Bereich Bandspeicher wurde durch Zuwachs bei High-End-Storage-Systemen ausgeglichen. Insgesamt verzeichnete der Bereich Storage somit ein Wachstum, das wir mit der bevorstehenden Einführung von Open Storage-Innovationen noch beschleunigen wollen.

Warum waren die Bruttomargen in diesem Quartal geringer?

Dafür nannte unser CFO Mike Lehman während des Konferenzgesprächs gleich mehrere Gründe: Nachfragerückgang bei den High-End-Spitzensystemen, Preisnachlässe und Komponentenkosten haben einen Großteil der Bruttomargen verschlungen. Hinzu kamen dieses Quartal Produktumstellungskosten, die sich jedoch nicht wiederholen werden. Allein dadurch entfielen bereits rund 2 Prozent der Margen.

Und wie sieht es mit dem Wachstum im Bereich Software aus, wenn diese einfach kostenlos ausgehändigt wird?

Wir stellen unsere Software kostenlos zur Verfügung, um den Markt möglichst umfassend zu erschließen. Darauf aufbauend bieten wir unseren Kunden kostenpflichtige Abonnements und Dienstleistungen sowie optimierte Hardwaresysteme an (wie eben auch Open Storage). Mit unserem Angebot sprechen wir direkt Kunden an, die sich bereits für unsere Produkte entschieden haben. Der Verkaufsvorgang wird dadurch vereinfacht, dass die Interessenten unsere Grundprodukte bereits verwenden. Studenten haben in der Regel mehr Zeit als Geld, doch für unsere zahlenden Kunden wären Ausfallzeiten oder Verwaltungsaufwand weitaus kostspieliger als ein Software-Abonnement (für sie gilt: Zeit ist Geld).

Kunden zahlen daher bereitwillig für den Zugang zu Funktionen der Unternehmensklasse, für missionskritischen Support und für Wartung. Das Software-Geschäft umfasst somit sowohl Lizenzen und Abonnements als auch Services.

Um die Größenordnung und den monetären Wert von Software als Teil des Geschäfts von Sun zu verstehen, ist es notwendig, die Auftragswerte mit unseren Multi-Milliarden-Dollar-Support-Einnahmen zu vergleichen. Dabei darf nicht aus den Augen verloren werden, dass ein Großteil.unserer Software als Abo-Service verkauft wird (vergessen Sie nicht, es handelt sich um Open Source). Inwiefern ein Supportvertrag für Systemservice letztendlich auf die Software zurückzuführen ist, lässt sich kaum beziffern (wir berechnen unseren Kunden das nicht separat). Stellen Sie sich das wie beim Mobilfunkbetreiber vor, der ja auch nicht beziffern kann, welcher Anteil des Umsatzes auf das Betriebssystem entfällt, denn dafür zahlen Kunden beim Vertragsabschluss nicht separat.

Verdienen Sie etwa Geld an Java?

Aber sicher doch. Java zählt zu den gewinnstärksten Technologieprodukten von Sun – Tendenz steigend. Java ist eine der meistverbreiteten Software-Anwendungen im Internet. Wir vertreiben täglich mehr als eine Million Java-Runtimes an PC-Benutzer aller Betriebssysteme und Länder. Damit erreichen wir eine sehr breit gefächerte Community von Benutzern und vor allem auch Entwicklern. Zu diesem Vertriebsaufkommen und dessen Wert nicht nur für uns gibt es demnächst interessante Neuigkeiten.

Was ist der Schwerpunkt für Sun?

Wir haben zwei strategische Grundpfeiler: erstens die Entwicklung der weltweit größten und am schnellsten wachsenden Entwickler-Communitys und die Bereitstellung der Produkte, Services und Technologien, auf die sie mit ihren Produkten und Services aufbauen können. Zu diesem Zweck haben wir Marken wie MySQL, Java und OpenSolaris, deren Verbreitung wir ganz gezielt messen und aggressiv vorantreiben.

Zweitens stellen wir unseren Anwendern branchenübergreifend überzeugende kommerzielle Angebote bereit, und zwar als kommerzielle Abonnements, Services und optimierte Systemprodukte. Mit anderen Worten: Wir verkaufen Systeme, Software und Services für Rechenzentren.

Mit unseren aktuellen Produkten und Services richten wir uns an die Kunden von heute, mit unseren Investitionen in kostenlos vertriebene Software an die Kunden von morgen.

Unser betrieblicher Schwerpunkt ist die Umsetzung – in der Praxis, in den Laboren und im Interesse unserer Aktionäre. In der Krise blühen zwar nicht die Börsen, dafür aber die Innovation. Sun ist optimal positioniert, um die Plattformen für die nächste Generation von Clouds bereitzustellen.

Und was sagen Ihre Kunden dazu?

Das hängt stark von Branche und Standort ab. Unsere Kunden an der Wall Street sehen sich Angriffen von allen Seiten ausgesetzt, die Betreiber von Social Networking-Unternehmen für Berufstätige hingegen dem Ansturm von Neukunden.

Es scheint drei Grundthemen zu geben.

Erstens herrscht große Sorge über die Weltwirtschaft. Negative Schlagzeilen führen dazu, dass Verbraucher mit Ausgaben zögern – und wenn niemand kauft, werden die Schlagzeilen nicht besser. Dieser Teufelskreis lässt sich nicht so einfach durchbrechen.

Zweitens bestätigt sich die Bedeutung der Technologie. Von der Pharmaforschung über die Betriebsleitung bis hin zur Modellierung von Lieferketten und Automatisierung von Betriebsabläufen: Technologie wird immer wichtiger. Daran ändern auch die derzeitigen Budget-Engpässe nichts.

Drittens herrscht echter Bedarf an Umstellungen. Neulich erzählte mir eine Führungskraft, dass ihr gesamter verfügbarer Etat für die Preiserhöhungen eines einzelnen proprietären Anbieters draufgegangen sei. Kein Wunder, dass sie sich nach einer Alternative umsieht. Mit MySQL können wir ihr helfen. Not macht erfinderisch, doch unser Angebot ist durchaus keine Notlösung.

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Dieses Quartal war für Sun und für unsere Kunden nicht einfach. Dennoch können wir uns über Fortschritte auf neuen Märkten und mit neuen Technologien freuen. Die entsprechenden Investitionen werden wir in Zukunft intensiver verfolgen, und die Einführung der neuen Technologien wird durch das Interesse der Kunden an neuen Lösungen begünstigt.

Am 10. November stellen wir Neues aus dem Bereich Storage vor. Das Platzen der Dotcom-Blase zog eine Flut an Innovationen in der Serverwelt nach sich. Die weltweite Kreditkrise wird ähnliche Auswirkungen auf die Storage-Branche haben.

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Safe-Harbor-Erklärung

Jonathans Blog enthält Prognosen zu künftigen Geschäftsergebnissen und -leistungen von Sun, darunter auch Aussagen zu unserem Engagement für Enterprise-Computing, zur Nachfrage nach „Scale-Up“-Computing, zum fortlaufenden Geschäft unserer zahlenden Kunden, zu bevorstehenden Ankündigungen über das Volumen und den Wert der Java-Distribution, zu Erwartungen für die OpenOffice-Community, zu unserer Strategie und dem damit verbundenen Fortschritt, zu unserer Positionierung im Hinblick auf die nächste Generation von Clouds und zu unseren Erwartungen im Hinblick auf Investitionen in neue Märkte und Technologien. Diese Prognosen unterliegen Risiken und Unwägbarkeiten; die tatsächlichen Ergebnisse könnten daher maßgeblich von den in den Prognosen genannten Erwartungen abweichen. Faktoren, die wesentliche Abweichungen der tatsächlichen von den in diesen Prognosen erwarteten Ergebnissen verursachen könnten, sind unter anderem Wettbewerb, Preisdruck, die Komplexität der Produkte von Sun sowie die Bedeutung der schnellen und erfolgreichen Entwicklung und Einführung neuer Produkte, die Abhängigkeit Suns von bedeutenden Kunden und bestimmten Branchen oder Regionen, Verzögerungen bei der Produktentwicklung, der Kundenakzeptanz und der Implementierung neuer Produkte und Technologien, die Fähigkeit Suns zur Umsetzung eines neuen unternehmensweiten Ressourcenplanungssystems, eine wesentliche Übernahme, Umstrukturierung oder ein anderweitiges Ereignis, das grundlegende Änderungen nach sich zieht, ein Scheitern bei der Integration übernommener Unternehmen, die Abhängigkeit von nicht ersetzbaren Anbietern, Risiken im Zusammenhang mit unserer Fähigkeit zum Einkauf ausreichender Mengen an Komponenten zur Erfüllung der Nachfrage; Inventarrisiken, Risiken im Zusammenhang mit der Qualität der Produkte von Sun, Risiken im Zusammenhang mit internationalen Kunden und Geschäften, die Abhängigkeit Suns von Vertriebspartnern, der Verlust wichtiger Mitarbeiter sowie Risiken im Zusammenhang mit der Fähigkeit Suns, die erwarteten Kosteneinsparungen innerhalb des erwarteten zeitlichen Rahmens zu erzielen. Lesen Sie bitte auch die regelmäßigen Berichte, die Sun der US-amerikanischen Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission vorlegt, darunter der Jahresbericht auf Formular 10-K für das Finanzjahr bis zum 30. Juni 2008. Sun haftet nicht für diese Prognosen und deren Aktualisierung.

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