LinkedIn setzt auf MySQL
Letzte Woche traf ich mich mit einem Kunden, der für den Technologiebereich und den operativen Betrieb eines der weltweit größten Unternehmen zuständig ist. Wir besprachen seine Prioritäten für das kommende Jahr, und auf seiner Liste mit den üblichen Punkten (Konsolidierung, Energiemanagement, Disaster Recovery, Einhaltung gesetzlicher Vorschriften) standen zwei interessante Worte:
Open Source
Ich fragte, was das zu bedeuten habe und warum er diesen Begriff notiert hatte. Er erklärte, dass eine Prüfung der Entwicklungstätigkeit innerhalb des Unternehmens ergeben hatte, dass eine enorme Zahl (Hunderte) von Open-Source
-Projekten hinter den Kulissen, also ohne das Wissen der Geschäftsleitung, durchgeführt worden war. Diese Projekte zielten auf Probleme ab, deren Lösung mit proprietären Technologien als zu teuer oder zu komplex galt. Sie reichten von der Einhaltung strikter Budgets bis hin zur Automatisierung neuer Prozesse. Anstatt sich gegen diesen Trend aufzulehnen, war das Unternehmen der Ansicht, dass er einen echten Gewinn darstellt und unter die Lupe genommen werden sollte. Und zwar mit Unterstützung durch Sun.
Ist die Nutzung unabhängiger Software denn überhaupt so ungewöhnlich? Ich glaube nicht. Es ist wie mit der Wahl Ihrer bevorzugten Suchmaschine oder Ihres bevorzugten sozialen Netzwerks ohne eine gesonderte Bestellung bei der Einkaufsabteilung. Wir alle treffen diese Entscheidungen (das gilt auch für CIOs) und sie wirken sich zweifellos auf unsere Produktivität aus. Die meisten fortschrittlichen CIOs bemühen sich darum, diesen Trend zu nutzen, statt ihm entgegenzuwirken, und wägen ab, wie sie Vorgaben und Eingriffe auf ein Minimum reduzieren können. Dazu wählen Sie nur die wichtigsten Richtlinien und Standards aus, um die Effizienz bzw. die Einhaltung von Richtlinien zu gewährleisten.
Die unsichtbare Macht der Open-Source-Verbreitung wirkt sich nachhaltig auf den IT-Sektor aus und verändert die Marktchancen für Sun im Bereich Software, Server und Speichersysteme. Bereits vor der Übernahme durch Sun hatte sich MySQL in der globalen Open-Source-Community etabliert und im Verborgenen in zahlreichen Unternehmen in aller Welt Einzug gehalten. Meiner Ansicht nach hat die Akquisition weniger die Bedeutung von MySQL für Entwickler als vielmehr für die alteingesessenen Entscheidungsträger im Technologiebereich verändert, indem die Kluft zwischen diesen beiden Gruppen überwunden wurde. Ein weit verbreitetes Produkt stellte eine sichere Wahl für den Einsatz in Unternehmen dar. Durch die Übernahme wurden Türen geöffnet und neue Dialogmöglichkeiten geschaffen: Seit der Ankündigung konnten wir sowohl bei den Verkaufszahlen als auch bei den Downloads einen deutlichen Anstieg verzeichnen. Darüber hinaus stellen viele CIOs, so auch mein bereits erwähnter Gesprächspartner, ihren Teams die Frage In welchen Bereichen nutzen wir MySQL?. Die Antworten sind stets sehr interessant.
Wenn wir dann auf die Verkaufszyklen für MySQL Enterprise Abonnements zu sprechen kommen (für Kunden, die missionskritischen Support u. Ä. wünschen), ist die häufigste Frage, die mir von traditionellen Kunden gestellt wird, die nach der Skalierbarkeit von MySQL.
Diese Frage lässt sich am besten beantworten, indem man auf die globalen Unternehmen verweist, die auf MySQL setzen. Und zumindest eines davon wird nämlich von dem Fragesteller selbst häufig benutzt: LinkedIn. Hier erfahren Sie, wie Sun und LinkedIn gemeinsam eines der weltweit größten, hochwertigsten und am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke betreiben und das auf einer globalen Skala.
Wenn LinkedIn weiter in diesem Tempo wächst, wird die Plattform bald die Dienste für mehr Konten verwalten als die meisten Banken der Welt und dabei herausragenden Mehrwert schöpfen. (Und falls Sie sich noch nicht registriert haben, sollten Sie das jetzt nachholen!)
Posted on 10:00PM Aug 06, 2008 |


















