Sun: Ergebnisse im zweiten Quartal
Hier sind meine Gesprächsnotizen für die Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Statt sie zu überarbeiten, möchte ich sie einfach an dieser Stelle veröffentlichen.
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Vielen Dank, dass Sie heute an diesem Gespräch teilnehmen.
Zu Anfang möchte ich einen Überblick zu unseren Ergebnissen im zweiten Quartal und zur derzeitigen Wirtschaftslage geben; darauf folgen einige Anmerkungen zu produktspezifischen Ergebnissen. Das entspricht den Folien 6 and 7. Anschließend erläutert Mike Lehman (CFO von Sun) die finanziellen Kennzahlen und präsentiert Neuigkeiten zum im November vorgestellten Umstrukturierungsplan.
Die Ergebnisse im zweiten Quartal entsprachen weitgehend unseren Erwartungen. Die allgemeine Wirtschaftslage beeinflusste die Kundengespräche in allen Regionen. Das bedeutet: Kaufentscheidungen über High-End-Systeme wurden vertagt; dementsprechend ging der Auftragswert für SPARC Enterprise-Server im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück. Dies gilt gleichermaßen für die damit verbundenen Geschäftsbereiche Storage und Service. Dieser Trend dauert seit etwa einem Jahr an. Dennoch setzte sich das Wachstum in unseren Kernbereichen fort, wobei die Software-Sparte ein Highlight darstellte. Aber auch bei Open Storage, Chip-Multithreading-Systemen (CMT oder Niagara) sowie x86-Systemen erzielten wir ein zweistelliges Wachstum.
Im vergangenen Quartal erläuterten wir, wie sich das Geschäft von Sun in die Kategorien Traditionell und Wachstum unterteilen lässt (siehe Folie 7). Rund ein Drittel des Auftragswerts für Produkte von Sun entfällt inzwischen auf die Kategorie Wachstum. Im Vorjahr waren es nur 23 Prozent. Wir erschließen auch weiterhin neue Geschäftschancen bei unseren bestehenden Kunden und, noch wichtiger, weit darüber hinaus.
Im Bereich Traditionell ist der Rückgang bei den Enterprise-SPARC-Systemen größtenteils auf den Aufschub von Kaufentscheidungen zurückzuführen. Da unternehmenskritische Systemplattformen jedoch im Laufe der Zeit veralten, wird es in diesem Geschäftsbereich lohnende Chancen durch Upgrades und Erneuerungen geben. Dennoch sind diese Ergebnisse und ihre Auswirkungen auf unser Storage- und Attached-Service-Angebot enttäuschend. Der Markt für Tape und Archive ist zwar rückläufig, doch unser Geschäftsbereich erzielte bessere Ergebnisse als unsere Mitbewerber und verspricht auch weiterhin gute Einnahmen.
Kommen wir zu den Wachstumsgeschäften.
Der Bereich Software ging im zweiten Quartal mit gutem Beispiel voran: Der gesamte Auftragswert für Software stieg um 21 Prozent im Jahresvergleich und um 52 Prozent in Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Der Software-Auftragswert für Java stieg im Jahresvergleich um 47 Prozent. Hierbei ziehen wir Nutzen aus unserer Fähigkeit, Software für Client-Geräte weltweit bereitzustellen: von PCs über Set-Top-Boxen bis zu Mobiltelefonen. Zudem liefern wir unsere neue Plattform, JavaFX, an OEMs in aller Welt aus. Der Markt für Mobilgeräte und web-fähige Endgeräte wächst weiter, und das macht die Java Plattform, die bereits von Millionen von Verbrauchern genutzt wird, zu einem immer attraktiveren Geschäft.
Bei MySQL und Infrastruktur-Software stieg der Auftragswert im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent. Die Nachfrage nach Open Source-Middleware ist sprunghaft angestiegen. Dies gilt für Identitätsmanagement und Datenmanagement ebenso wie für Integrationssoftware. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage ist freie und Open Source-Software ein hochaktuelles Thema. Was bislang nur unter CIOs diskutiert wurde, steht nun für Entscheidungsträger in aller Welt im Brennpunkt: Open Source bedeutet Kosteneinsparungen.
Auch bei Solaris, Management und Virtualisierung war ein Wachstum im Vergleich zum vorangegangenen Quartal zu verzeichnen, nicht jedoch im Vorjahresvergleich. Immer mehr Kunden setzen statt auf traditionelle Lizenzverträge auf Abonnements und Service-Angebote. Diese Umstellung wurde im Verlauf des zweiten Quartals weitgehend abgeschlossen. Solaris/OpenSolaris ist somit eine der drei verbleibenden Plattformen für Cloud Computing (neben Microsoft Windows and Linux). Mit Angeboten wie Java und OpenSolaris, MySQL und xVM ist Sun in der Lage, die umfassendste Open Source-Softwareplattform der Welt bereitzustellen: für Enterprise Computing und natürlich für Cloud Computing.
Kommen wir nun zum Geschäftsbereiche Systeme.
Der Auftragswert der Solaris basierten Chip-Multithreading-Systeme (die CMT- oder Niagara-Plattformen) stieg im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um mehr als 30 Prozent. Auf der Grundlage des Auftragswerts im ersten und zweiten Quartal des Finanzjahres 09 stellen die CMT-Systeme für Sun nun einen Jahresgeschäftswert von 1,4 Milliarden US-Dollar dar und verzeichnen ein kräftiges, zweistelliges Wachstum. IBM Power und HP Itanium sind nur in High-End-Konfigurationen erhältlich. Unsere Niagara-Plattformen sind somit eine einzigartige Alternative für IBM AIX- und HP HPUX-Kunden mit kapazitätsstarken Systemen. Wir setzen die Erweiterung des Niagara-Angebots fort. Die neueste Ergänzung ist das T5440, ein leistungsstarkes Midrange-Computersystem als Ergänzung unserer Produktreihe für die x86-Plattform für die wachsende Zahl von Kunden, die Niagara-Volumengeräte (mit Blades oder Racks) nutzen.
Auch bei den Intel- und AMD-basierten X64-Servern von Sun nahm der Auftragswert im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent zu. Der Bereich Blades dazu zählen Prozessor-basierte Systeme mit SPARC, Intel und AMD verzeichnete ein weiteres hervorragendes Quartal mit 62 Prozent Zuwachs des Auftragswerts im Jahresvergleich. Diese Ergebnisse beruhen auf neu gewonnenen Marktanteilen sowohl bei herkömmlichen als auch bei Blade-Servern, auf die wir mit profitablen Angeboten in den Bereichen Software, Service und Storage aufbauen können.
Der Auftragswert von Open Storage-Produkten stieg um 21 Prozent im Jahresvergleich, was unter anderem auch auf eine Umstellung auf Flash-basierte 7000-Systeme von Sun (Amber Road) zurückzuführen ist. Diese Systeme stoßen bei Kunden und Partnern auf reges Interesse. Sie basieren auf branchenüblichen Komponenten und dem beliebten Open Source-Dateisystem ZFS und bieten ein weitaus besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als herstellerspezifischer NAS-Speicher. Mehr als 2.000 Vertriebspartner sind inzwischen für den Verkauf von Amber Road ausgebildet und zertifiziert. Wir haben noch nie so ein enormes Interesse an einem neuen Storage-Produkt erlebt und rechnen daher mit guten Ergebnissen. Dies ist das erste Produkt in einer kompletten neuen Open Storage-Reihe, die von kleinen Kunden bis hin zu Mainframe-Storage reichen wird.
Amber Road ermöglicht uns die Erweiterung unseres Appliance-Angebots. Das kostenlos zur Verfügung gestellte ZFS-Dateisystem schafft Chancen und steigert den Bekanntheitsgrad des Open Storage-Angebots von Sun. Ich gehe davon aus, dass unsere neue Crossbow-Plattform vergleichbare Chancen für Sun im Bereich Netzwerke erschließen wird. Wie der traditionelle Storage-Markt ist auch der Netzwerkmarkt von sehr hohen Preisen, proprietärer Software und Einschränkungen durch Hardwareplattformen geprägt. In einem derartigen Umfeld schaffen Open Source-Software und Standardkomponenten Flexibilität und Wettbewerb. Das bedeutet Entlastung für Kunden, die mit knappen Budgets technische Engpässe bewältigen müssen.
Abschließend möchte ich Sie daran erinnern, dass schwierige Zeiten auch enorme Chancen für Innovatoren bergen. Unsere Kunden in aller Welt stehen unter Druck, doch genau dieser Druck veranlasst sie, sich den Alternativen zuzuwenden, die Sun zu bieten hat: von bereits weit verbreiteter Software hin zu innovativen Systemen. Sun verfügt mit flächendeckend eingesetzten Softwaremarken und Entwicklerplattformen, umfangreichen Benutzer-Communitys und leistungsstarken Produkten und Verbreitungsmedien über die besten Voraussetzungen für ein gezieltes, langfristiges Wachstum.
Posted on 10:23AM Feb 16, 2009 |


















