Montag Mrz 02, 2009

Sun in mehreren einfachen Schritten erklaert (Teil 1 von 4)

In letzter Zeit haben wir so manche Ankündigung gemacht, sowohl im Produkt- als auch im Partnerbereich. Die Ankündigungen haben reges Interesse und viele Fragen hervorgerufen. Darum möchte ich die Gelegenheit nutzen, um per Video einen Überblick und Anregungen für die bevorstehenden Diskussionen darüber zu liefern, wie Sun funktioniert. Teilen Sie mir bitte über die Kommentarfunktion unten mit, wie hilfreich Sie diese Beiträge finden, und lassen Sie mich wissen, was wir noch tun können, um Sie auf dem Laufenden zu halten.

Wir nähern uns dem Ende unseres Finanzjahres, und angesichts des Wirbels in der Weltwirtschaft halte ich es für sinnvoll, Kunden, Partnern, Mitarbeitern und Investoren zu erläutern, in welche Richtung sich Sun als Unternehmen bewegt. Klare Aussagen sind immer wünschenswert, erst recht in Zeiten der Ungewissheit.

Zunächst möchte ich in das Klagelied über die derzeitige Weltwirtschaftslage einstimmen. Ich spreche regelmäßig mit Kunden, deren Unternehmen inzwischen zum Teil dem Staat gehören, deren Aktienkurse um 95 Prozent oder mehr gesunken sind und deren Bilanzen und Geschäftsmodelle zurzeit einem enormen Druck ausgesetzt sind. Wie bei jedem Unternehmen hängt auch unsere wirtschaftliche Situation von der unserer Kunden ab, und diesbezüglich stehen wir vor einigen Herausforderungen. Natürlich, in der Krise blüht die Innovation, aber erst, wenn Kunden wieder bereit sind, gewisse Risiken einzugehen.

Doch das Glas ist nicht unbedingt halb leer. Ich kenne auch viele Kunden, denen es wirtschaftlich so gut geht wie nie zuvor – z. B. Startup-Unternehmen im Medien- und Telekommunikationsbereich oder Behörden mit neuen Finanzspritzen – aber diese Kunden bilden natürlich die Ausnahme.

Glücklicherweise weist Sun eine außerordentlich starke Bilanz auf, über 3 Milliarden US-Dollar in flüssigen Mitteln und eine fast zwei Jahrzehnte währende Tradition der Generierung eines positiven Cashflows. Außerdem verfügen wir über eine Reihe von Technologien und viele Mitarbeiter, die in der Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Die Produkte von Sun unterstützen Unternehmen beim Wachstum und bei der Konsolidierung, und sie helfen Regierungsbehörden dabei, die Wirtschaft anzukurbeln. Fördermaßnahmen seitens der Regierung, z. B. durch Bauen neuer Brücken oder eine Automatisierung des Gesundheitswesens, werden zweifelsohne zu verstärkten Investitionen in neue Technologien führen, und darauf sind wir optimal vorbereitet.

Aus diesen Gründen mache ich mir weder Sorgen über die künftige Bedeutung der Technologie für die Wirtschaft noch darüber, welche Rolle die Produkte von Sun in dieser Hinsicht spielen werden. Die Zukunft bereitet mir keine Sorgen, ich sehe ihr mit Spannung entgegen.

Meine Ansichten und Kommentare zur Zukunft von Sun möchte ich auf drei oder vier Blog-Einträge verteilen, und dies ist der erste. Im Laufe des Jahres werden Sie immer häufiger Ankündigungen sehen: Wir werden unsere Open Source-Speicherprodukte erweitern und ein ebenbürtiges Produktportfolio für den Netzwerkbereich entwickeln. Zudem werde ich Ihnen neue, und vielleicht überraschende Solaris- und MySQL-OEMs sowie unsere neuesten Cloud-Angebote und Startup-Programme ankündigen. All dies möchte ich Ihnen im richtigen Kontext präsentieren und Ihnen unsere Prioritäten und Vorgehensweise möglichst deutlich darlegen.

Beginnen wir also.

Meiner Meinung nach ist das alles ganz einfach – wir bei Sun müssen lediglich drei Dinge tun:

1. Alle Entwickler auf der ganzen Welt dazu bringen, unsere Software und Services zu nutzen.

Hierbei handelt es sich um einen strategischen Ansatz, nicht um einen finanziellen. Bei diesem Punkt geht es also nicht um Einnahmen. Ich werde Ihnen in einem kompletten Blog-Eintrag erläutern, welche Beweggründe und Mechanismen bei der Verbreitung von Technologien eine Rolle spielen. Der Leiter der Abteilung für Entwicklungstechnologien eines großen Unternehmens berichtete mir vor Kurzem, dass er sich seit fünf Jahren nicht mehr mit Sun beschäftigt habe, unser Unternehmen mittlerweile jedoch eine große Rolle für seine Entwickler spiele. Diese Aussage werde ich in meinem nächsten Blog-Eintrag analysieren.

2. Die verlockendsten kommerziellen Angebote der Welt bieten – und dabei das Hauptaugenmerk auf die Anwender der Technologien richten, die wir erreichen wollen.

Unsere Software- und Serviceprodukte sind auf Kunden ausgerichtet, für die freie Software teurer ist als Software mit kommerziellem Support, und bei denen die Ausfallkosten den Preis einer kommerziellen Lizenz übersteigen. Diese Zielgruppe ist zwar sehr klein, aber äußerst lukrativ. Im Geschäftsbereich Systeme reichen unsere Produkte von Rack- und Blade-Servern bis hin zu Speicher- und Netzwerksystemen, im Grunde also alles für die Cloud.

Ich werde darüber sprechen, wie zuverlässig diese Angebote Entwickler bei der Differenzierung von Mitbewerbern, der Steigerung der Bruttomargen und dem Ausbau des Wettbewerbsvorteils unterstützen, während wir unsere Angebote auf Speicher- und Netwerksysteme ausweiten.

3. Die ersten beiden Punkte im Hinblick auf Service und Vertrieb effektiv miteinander verbinden.

Über die ersten beiden Punkte habe ich bereits viel und oft gesprochen, über diesen dritten Punkt hingegen sehr wenig. Das liegt zum Teil daran, dass dieses Vorhaben noch in den Kinderschuhen steckt. Außerdem stellt der Umfang unseres Vertriebs-/Service-Channels unsere größte strategische Herausforderung dar.

Die Reihenfolge spielt eine entscheidende Rolle: Höchste finanzielle Priorität genießt die Generierung eines freien Cashflows, höchste strategische Priorität genießt die Vergrößerung unseres Zielmarkts. Wenn wir diese Anforderungen aufeinander abstimmen, so wie wir es bei unserem Open Storage-Geschäft geschafft haben, sind wir sowohl in der Free Software-Community als auch bei zahlenden Kunden ganz weit vorn. Das ist eine starke Kombination, vor allem für Anbieter proprietären Speichers, die vorgeben, nichts gegen kostenlose Software zu haben, solange sie nicht im Wettbewerb mit ihren Produkten steht.

„Einfachheit“ ist bekanntlich mit jeder Menge Entwicklerarbeit verbunden. Es ist also leicht, von „lediglich drei Dingen“ zu sprechen, aber ich will nicht behaupten, dass diese Aufgaben problemlos zu erledigen sind. Unser Ziel besteht darin, hochwertige Netzwerkinnovationen zu entwickeln, zu fördern und zu kommerzialisieren. Innovationen für Entwickler und Anwender.

Wenn Sie verstehen wollen, wie Sun funktioniert, müssen Sie beides verstehen. Sie müssen erkennen, welche Faktoren hinter unseren finanziellen Ergebnissen stehen, und unsere Finanzberichte lesen. Wenn Sie nicht beide Perspektiven kennen, sehen Sie nicht das große Ganze, und Ihnen entgehen womöglich potenzielle Bedrohungen oder mögliche Chancen.

Vor diesem Hintergrund werde ich mich in den nächsten Blog-Einträgen auf die oben erwähnten Punkte konzentrieren. Der Schwerpunkt wird dabei auf der aktuellen und – unabhängig von der Konjunkturflaute – künftigen Marktlage liegen.

Vielen Dank für Ihr Interesse.

(Die YouTube-Version des Videos finden Sie hier.)

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