
Montag Jul 07, 2008
OpenSolaris 2008.05 XXL in der ct
Vor ca. 2,5 Jahren haben wir zusammen mit der ix eine OpenSolaris XXL DVD "gebaut". Details dazu hatte ich hier beschrieben. Jetzt haben wir es wieder getan. Am 14.7.2008 bringt die ct ein Sonderheft zu OpenSuSE 11 und OpenSolaris 2008.05 XXL heraus (Siehe dazu die Ankündigung). Frau Andrea Müller von der ct hat alle Solaris-Artikel in dem Heft geschrieben. Ich durfte dankenswerter Weise schon mal vorab drüber schauen. Die DVD, die in dem Heft sein wird, habe ich erstellt. Sie enthält OpenSolaris 2008.05 und eine Kopie der Version 0.86 des Package Repositories pkg.opensolaris.org . Die Idee dabei war, das jemand die DVD direkt installiert und alle weiteren Packages auch "vor Ort" hat, ohne die Dinge über das Internet installieren zu müssen. Der Preis den man dafür zahlt ist der, dass solche DVD's nie aktuelle sind (im Repository ist nun schon 0.91 aktuell - dafür ist 0.86 gut "abgehangen".)
Zur Installation der zusätzlichen Software wird das auf der DVD befindliche Repository (als ZFS Archive) zunächst auf die lokale Festplatte kopiert, und dann wird dort der depotd gestartet. Nach dem Umsetzen der pkg-Authority auf localhost, kann man nun die Software direkt von dem eigenen Package Repository installieren. Die Installation selbst geht dann recht flott.
Weitere Details zur Konfiguration finden sich in dem Sonderheft. Ich bin gespannt, wie das Sonderheft mit dem bescheidenen Solaris-Anteil und die DVD ankommen.

Mittwoch Mai 17, 2006
Ein paar Worte zur Grafikkarten-Konfiguration
Liebe OpenSolaris-Freunde, heute wollen wir einen kurzen Blick auf das Thema Konfiguration von Grafikkarten etc. unter Solaris, OpenSolaris und natürlich auch für die OpenSolaris XXL DVD werfen.
Solaris Releases bis Solaris 9 einschließlich nutzten den von Sun selbst entwickelten XSun X-Server, sowohl auf x86 als auch auf SPARC-Architekturen. Mit der Umorientierung der XFree86-Gemeinde und der Gründung der
X.Org Foundation hat Sun angefangen, alle Entwicklungs-Aktivitäten auf X-Server-Seite mit den Entwicklungen von X.org zu vereinigen. Sun ist heute ein sehr aktives Mitglied der X.Org Foundation.
Seit Solaris 10 also kann man statt dem "klassischen" XSun auch den X.Org X-Server nutzen. Und da X.Org sozusagen die Zukunft ist, sollte man auch so schnell wie möglich auf diesen neuen Server umstellen. Das geht mit dem Kommando
kdmconfig(1M) das gleichzeitig auch als Schnittstelle für die Konfiguration des "alten" XSun-Servers für x86-Systeme dient.
Beim ersten Konfigurieren nach einer frischen Solaris-Installation wird normalerweise
kdmconfig automatisch aufgerufen. Es fragt dann den Administrator, ob sie/er den klassischen XSun nehmen will oder den neuen X.Org Server. Wählt man XSun, so fragt kdmconfig nach den Einstellungen für Tastatur, Maus, Grafikkarte etc. und erzeugt darauf basierend eine passende
/etc/openwin/server/etc/OWconfig-Datei. Hat man sich schon mal für XSun entschieden und möchte man nachträglich auf X.Org umstellen, so geht das ganz einfach mit
kdmconfig -u und einem nochmaligen Start von kdmconfig wobei man dann die Frage mit "X.Org" beantworten sollte.
Also gehen wir davon aus, daß wir uns für X.Org entschieden haben. Wie funktioniert nun die Konfiguration des X-Servers? Ganz einfach genauso wie bei X.Org unter Linux, also genauso wie in alten Zeiten mit XFree86 über die Datei
/etc/X11/xorg.conf.
kdmconfig gibt uns nach dieser Wahl noch den Tipp mit auf den Weg, für die initiale Konfiguration entweder
/usr/X11/bin/Xorg -configure,
/usr/X11/bin/xorgconfig oder
/usr/X11/bin/xorgcfg zu verwenden. Die ersten beiden Alternativen sind gleichwertig und bieten einen textorientierten Fragebogen, der am Ende eine
xorg.conf-Datei erzeugt. Das letzte Programm ist komfortabler und liefert gleich eine grafische Benutzeroberfläche für die Einstellung der nötigen Parameter.
Hilfestellung beim Edieren der
xorg.conf-Datei geben einem die man-Pages zu
Xorg(1), die man mit
man -M /usr/X11/man Xorg bekommt und
xorg.conf(4), die man über
man -M /usr/X11/man xorg.conf erhält.
Glückliche Besitzer von nVIDIA-Grafikkarten oder -Chips können auf der
nVIDIA-Homepage die
aktuellen Treiber als Skript herunterladen und durch Starten automatisch installieren lassen. Danach hat man unter
/etc/X11 eine vorbereitete xorg.conf-Datei, die man nur noch anpassen muß und die nach einem Reboot optimal mit der nVIDIA-Hardware inklusive nativer OpenGL-Unterstützung harmoniert.
Das alles wird in Zukunft viel einfacher. Das Xorg auto-config-Projekt baut gerade so viel Intelligenz (naja, eigentlich sind es nur ein paar sorgfältig ausgewählte Heuristiken) in den X.org-Server ein, so daß er automatisch starten kann, obwohl keine
/etc/X11/xorg.conf Datei vorliegt und dabei trotzdem die richtige Tastatur-, Maus- und Grafikkarten-Konfiguration wählt, inklusive einer optimalen Auflösung für Laptop-Panels und andere Monitore.
Die besten Orte, um bezüglich X-Server für Solaris auf dem Laufenden zu bleiben sind die
OpenSolaris X Window System Community und
Alan Coopersmiths Weblog. Dort steht zum Beispiel, daß seit Build 35 einige auto-config Funktionen bereits integriert sind, wie z.B. die Detektion der vom Monitor unterstützten Auflösungen mittels EDID. Mehr Komfort aus auto-conf-Land demnächst in einem zukünftigen Build...
Technorati Tags:
OpenSolaris X.Org Graphics X-Server

Dienstag Mrz 14, 2006
Das ZFS Management GUI
ist noch etwas versteckt:
Zur Aktivierung muss zunächst der Server für die Webconsole aktiviert werden:
# echo "ENABLE=yes" >> /etc/opt/webconsole/webconsole (damit wird der Server beim Booten gestartet)
# /etc/init.d/webconsole start (ohne Reboot)
Dann aus einem lokalen Browser https://localhost:6789/zfs ansprechen.

Samstag Mrz 11, 2006
Problem beim Installieren der OpenSolaris XXL DVD
Das Interesse an der OpenSolaris XXL DVD auf der diesjährigen CeBIT ist sehr groß. Hoffen wir, daß viele die DVD auch wirklich installieren und nicht nur einfach mitgenommen haben. Wichtig ist mir vor allem noch einmal dieser Hinweis aus der Datei doc/Inhalt.html der DVD:
1.3
Bei der Installation kann
es mit dem Start des Installers zu einer Verzögerung von bis zu 5
Minuten kommen.Es kann der Eindruck entstehen,
das System wäre abgestürzt. Bitte haben Sie etwas Geduld.
Der Grund dafür ist ein Bug im Installer der DVD. Ich hoffe, daß viele Interessenten diesen Hinweis gelesen haben und nicht enttäuscht die DVD weggelegt haben.

Freitag Mrz 03, 2006
BrandZ Kochbuch - Linux Anwendungen unter Solaris laufen lassen.
Ok, mit
OpenSolaris XXL kommt auch ein Prototype von
BrandZ mit. Denn immerhin wird BrandZ (wie auf der DVD beschrieben) zur Zeit noch per BFU-Patch in das Solaris Express "hineingebastelt". Das heisst dieser Softwarestand ist noch in einem sehr frühen Stadium und sollte auch so betrachtet werden. Trotzdem konnten wir es uns nicht verkneifen, BrandZ mit auf die DVD zu bringen. So können Interessierte schon mal schauen und sich ggf. in der
BrandZ-Community mit anmelden . Die Beschreibung zur Installation von BrandZ auf der DVD ist recht knapp ausgefallen. Also hier noch einmal eine ausführlichere Darstellung:
1. Zuerst sollte sich jeder überlegen, ob er den BFU tatsächlich in seine gerade erstellte Solaris -Installation hineinbringen will. (OK ich habe es auch gemacht und es geht, aber es ist nun mal Software in einem sehr frühen Stadium). Also wäre es alternativ auch möglich, eine zweite Installation zu Erzeugen.
Live Upgrade wäre dazu z.B. geeignet. Durch entsprechnde Einträge in
/boot/grub/menu.lst hat man dann auch eine gute Dual Boot Möglichkeit für Solaris (ich habe z.B. 3 Solaris Boot Environments auf meinem Laptop).
2. Installation von Tools für den
BFU-Prozess cd /cdrom/opensolaris_xxl_3_06/opensolaris_tools_and_drivers/brandz/onbld pkgadd -d . SUNWonbld3. Umgebungsvariablen für BFU setzen (für /usr/bin/bash-User)
export FASTFS=/opt/onbld/bin/i386/fastfs export BFULD=/opt/onbld/bin/i386/bfuld export GZIPBIN=/usr/bin/gzip4. BFU einspielen
cd /cdrom/opensolaris_xxl_3_06/opensolaris_tools_and_drivers/brandz/ ./bfu.sh /cdrom/opensolaris_xxl_3_06/opensolaris_tools_and_drivers/brandz/brandz_release_2006_01_22 ... warten bis der BFU beendet ist ...
5. BFU Konflikte lösen
BFU-Konflikte sind config-Files, die BFU ersetzen möchte. Wenn die Dateien am Ziel einen anderen Inhalt haben als das, was BFU dort hinspielen will, wird es als Konflikt angesehen. Diese Dateien werden nicht automatisch ersetzt, sondern separat abgelegt und das Kopieren muss selbst übernommen werden. So auch hier. Aber nicht jeder Konflikt ist ein Problem. So ist z.B. natürlich die lokale /etc/passwd schon eine andere als die, die BFU hier ablegen will ...
"Wirkliche Konflikte" sind nur 3 Dateien.
In /etc/name_to_major müssen folgende Einträge sein:
lx_ptm 240 lx_systrace 241 lx_audio 242/etc/minor_perm
lx_ptm:lx_ptmajor 0666 root sys lx_systrace:* 0600 root sys lx_audio:* 0600 root sys/etc/name_to_sysnum
brandsys 177
6.
Dann unbedingt noch eine Änderung nachtragen, sonst laufen die Zonen nicht, da das ZFS-Device nicht gefunden wird:
In /usr/lib/brand/{native|lx}/platform.xml an entsprechender Stelle:
<device match="zfs" />7. So, nun kann die Zone konfiguriert und erzeugt werden:
mkdir /zones zonecfg -z centos zonecfg:centos > create -B lx zonecfg:centos > set zonepatch=/zones/centos zonecfg:centos > add net zonecfg:centos:net > set address=192.168.1.100/24 zonecfg:centos:net > set physical=bge0 zonecfg:centos:net > end zonecfg:centos > add attr zonecfg:centos:attr > set name="audio" zonecfg:centos:attr > set type=boolean zonecfg:centos:attr > set value=true zonecfg:centos:attr > end zonecfg:centos > verify zonecfg:centos > commit zonecfg:centos > exit Ich habe mir das centos-Image
heruntergeladen und in /temp entpackt. Davon wird jetzt der Linux Container erzeugt.
zoneadm -z centos install -d /temp/centos_fs_image.tar8. Der erste boot von centos
Schon mal auf die Console des Containers verbinden, damit die Boot-Ausschriften zu sehen sind...
zlogin -C centos In einem anderen Fenster:
zoneadm -z centos boot ... läuft ...
9. Einloggen in centos und noch ein paar Dinge nachziehen ...
Das Standard root-passwort in dem Image ist root. Bitte sofort ändern !
Netzwerk einrichten:
/etc/sysconfig/network: NETWORKING=yes HOSTNAME=centos Die Zeitzone steht auf New York. Umstellung mit:
/usr/sbin/timeconfig /etc/rc.d/rc.sysinit: mounts für pts auskommentieren
10.
fertig !
11.
Wichtiger Nachtrag, der im Solaris vorzunehmen ist ! Unbedingt das Package SUNWpkgcmdsu.pkg installieren. Sonst kann in Solaris mit pkgadd keine Software mehr installiert werden (nur mit pkgadd -G), da pkgadd dann versucht die Solaris-Software in die centos Zone zu installieren. Und das geht natürlich schief ... Also muss auch pkgadd "Brand-aware" gemacht werden.
cd /cdrom/opensolaris_xxl_3_06/opensolaris_tools_and_drivers/brandz/ pkgadd -G -d SUNWpkgcmdsu.pkg Nun kann pkgadd wieder wie gewohnt im Solaris benutzt werden.
12. So, wer jetzt mal probieren will, kann z.B. den Acrobat Reader 7.0.1 von
ftp://ftp.adobe.com/pub/adobe/reader/unix/7x/7.0/deu/AdobeReader_deu-7.0.1-1.i386.rpmdownloaden und mit
rpm -i in dem Centos-Container installieren.
13. Der Zugriff kann z.B. durch
ssh -X von Solaris in den centos-Container hinein erfolgen.

Dienstag Feb 28, 2006
Ich hab sie!
Vorhin bin ich Zeitungen kaufen gegangen und da lag schon die
iX 4 April 2006 herum. Da musste ich gleich nachsehen und wirklich: zwischen Seite 114 und 115 war sie, unsere
OpenSolaris XXL DVD
So ist sie im Heft:
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Das ist die DVD:
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Also wer sie haben will: sie ist da (Offiziell erscheint das Heft am 2. März 2006).

Sonntag Feb 26, 2006
Warum diese OpenSolaris XXL DVD
In den vergangenen Jahren kam bei uns immer wieder die Frage auf: "Warum bauen wir nicht einfach mal eine Solaris DVD und legen sie einer Zeitung bei ?". Jeder, der schon einmal so eine DVD "gebaut" hat weiß, die Realisierung ist oft schwieriger als man sich das so vorstellen mag. Nicht zuletzt Lizenzfragen müssen geklärt werden.
Als im November 2004
Solaris 10 gelauncht wurde und klar war - Die Lizenz für Endkunden ist kostenfrei - schien das Vorhaben einfacher zu werden. Die ersten sogenannten "Messekits" mit zwei DVD's (Solaris 10 3/05 für je SPARC und x86) waren ein guter Anfang und das Interesse war groß. Wir haben mehrere Tausend dieser DVD's auf Messen und Veranstaltungen verteilt. Nun, 1 Jahr später, nach mehreren Solaris 10 Patches, Solaris 10 1/06 und einigen
Solaris Express: Community Releases war es Zeit für eine Neuauflage.
Im Dezember 2005 bot sich
uns die Möglichkeit, eine Solaris DVD mit dem
iX-Magazin herauszubringen. Offen waren noch der Inhalt und der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Es bot sich die CeBIT-Ausgabe der iX an, die am 2.März 2006 am Kiosk zu haben sein wird. Schließlich brauchte die Zusammenstellung der DVD etwas Zeit und der Verlag benötigte ja auch noch etwas Zeit für die Produktion der DVD und das Packaging. Daß die Veröffentlichung nun mit der CeBIT 2006 zusammenfällt, ist ein guter Nebeneffekt.
Aber was bringt man auf so eine DVD drauf ? Einfach Solaris 10 1/06 zu nehmen, erschien uns zu einfach. Als Zielgruppe stellten wir uns Solaris- und OpenSolaris-Interessierten vor, die nicht die Möglichkeiten haben oder den Aufwand scheuen, mehrere Softwarekomponenten (ca. 4.5 GB) selber herunterzuladen und auf mehrere DVD und CD zu brennen. Denn alle auf dieser DVD enthaltenen Komponenten kann man sich auch selber kostenfrei beim
Sun Microsystems Download Center oder bei
OpenSolaris herunterladen. Für diese Zielgruppe erschien es uns sinnvoll, ausschließlich x86/x64-Software auf die DVD zu legen, dafür aber eine möglichst umfangreiche Zusammenstellung zu erzeugen. Der Name "OpenSolaris XXL" erschien uns als Name für die DVD passend.
Was ist nun also drauf auf dieser DVD:
- Solaris Express: Community Release Build 31dd
- OpenSolaris Quellen passend zum Build 31
- Die Sun Studio 11 Entwicklungswerkzeuge
- Sun Java Studio Enterprise 8
- Sun Java System Directory Server 5 2005Q4
- Solaris Software Companion 1/06
- Verschiedene Tools aus der OpenSolaris Community (powernow, frkit, inetmenu, batstat, WLAN-Treiber)
- Ein Prototyp von BrandZ der die Erzeugung von Solaris Containers for Linux Applications ermöglicht, um Linux Anwendungen in einem Solaris Container auszuführen.
- jede Menge Dokumentationen und Hinweise zur Benutzung der DVD
Man ist überrascht, wieviel eigentlich auf so eine DVD passt.
Kurz vor der Fertigstellung der DVD und dem Abgabetermin des iso-Images an den Verlag, wurde es noch einmal ganz hektisch (eigentlich wie bei jedem Projekt, oder ?). Auf Grund eines Lizenzproblems mit dem neu integrierten RealPlayer 10, durfte der Build 31 des Solaris Express Community Release nicht veröffentlicht werden. Was also tun ? Kurz vor Schluß alles umstoßen ? Unmöglich ! Also wurde mit Genehmigung der Rechtsabteilung kurzerhand das
RealPlayer 10 Package für diese DVD aus dem Build 31 wieder entfernt und der Build in 31dd umbenannt. (Nun gibt es bereits
neuere Builds zum Download, die nun auch ein korrektes Lizenzfile enthalten. Aber so lange konnten und wollten wir nicht mehr warten.)
Nun sehen wir der Veröffentlichung dieser DVD entgegen und sind gespannt. Als Feedback-Kanal (vor allem zu den Solaris-Themen) haben wir uns eine Kategorie in diesem Blog überlegt ... und natürlich um Fehlerkorrekturen nachzureichen.